Die fünf Männer gehören mutmaßlich zu der Gruppe, die vorletzten Sonntag am Mainzer Hauptbahnhof einen Bundespolizisten gejagt und ihm seine Waffe geklaut haben. Sie sind zwischen 22 und 28 Jahren alt und wohnen im Großraum Mainz. Die Polizei hat am Donnerstag in ihren Wohnungen nach Beweismitteln gesucht.
Außerdem haben die Polizisten die Männer erkennungsdienstlich behandelt, so ein Polizeisprecher. Das heißt, es wurde der Name registriert und Fingerabdrücke genommen. Zusätzlich habe es eine so genannte Gefährderansprache gegeben. Festgenommen wurden die Tatverdächtigen bisher nicht. Wie genau sie beteiligt waren, wird gerade ermittelt.
Mainzer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen acht 05-Fans
Insgesamt ermittelt die Mainzer Staatsanwaltschaft gegen acht Männer unter anderem wegen schweren Raubes. Drei von ihnen sitzen bereits in Untersuchungshaft. Der Vorfall passierte am 9. November gegen 17 Uhr im Mainzer Hauptbahnhof. Der Bundespolizist in zivil, der sich in der Fußballszene auskennt, hatte die Abfahrt von Fußballfans in Richtung Frankfurt zum Fußballbundesligaspiel gegen die Eintracht gesichert.
Als sich der Polizist nach Abfahrt des Zuges alleine auf einem Gleis befand, habe er eine bedrohliche Situation für sich wahrgenommen, so die Staatsanwaltschaft. Daraufhin sei er Richtung Ausgang des Bahnhofsgebäudes gerannt. Am Ende des Treppenabgangs sei er von den Beschuldigten erreicht und zu Boden gebracht worden.
Verdächtige bedrohten Beamten in Zivil
Laut der Ermittler haben ihn sechs Personen umzingelt und bedroht. Zwei Männer hätten ihn dann vor das Bahnhofsgebäude gezogen. Obwohl sich der Bundespolizist gewehrt habe, sei es den Männern gelungen, seine Dienstwaffe und sein Handy aus seiner Kleidung zu nehmen.
Der Polizist konnte dann Pfefferspray einsetzen und sich aus der Umklammerung der Männer befreien. Seine Dienstwaffe konnte auf dem Bahnhofsvorplatz sichergestellt werden.
Mutmaßliche Täter wurden umzingelt
Die Kolleginnen und Kollegen des Polizisten stellten die Gruppe danach auf einer Wiese am benachbarten Stadthaus. Weitere Hintergründe zur Tat sind noch nicht bekannt.
Laut der Mainzer Staatsanwaltschaft wurde der Bundespolizist leicht verletzt.
Bundespolizei verurteilt Angriff auf das Schärfste
Der Präsident der Bundespolizeidirektion Koblenz, Gregor Pelzl, hat den Angriff dieser "vermeintlichen Fanszene" auf seinen Mitarbeiter auf das Schärfste verurteilt.
Wer Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte angreift, greift den Rechtsstaat und damit uns alle an.
"Dieser Vorgang steht für die niedrige Hemmschwelle in Teilen der Gesellschaft, Angriffe und Gewalt gegen Einsatzkräfte anzuwenden", so Pelzl. Wer Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte angreife, greife den Rechtsstaat und damit uns alle an, stellt er weiter fest.
Polizeipräsident Mainz entsetzt über Eskalation der Gewalt
Auch der Präsident des Polizeipräsidiums Mainz, Reiner Hamm, zeigte sich erschüttert. So eine Eskalation der Gewalt habe er sich nie vorstellen können.
Ich sehe hier eine Eskalation der Gewalt gegenüber der Polizei, die für mich nicht vorstellbar war.
Die Polizei werde alles dafür tun, um ihre Einsatzkräfte gegen solche Angriffe zu schützen. "Nur dann können wir die schützen, die unsere Hilfe wirklich brauchen."
"Raus aus dem 05-Kosmos" Nach Angriff auf Bundespolizisten: Mainz 05 will Konsequenzen ziehen
Nach dem Angriff auf einen Bundespolizisten durch Mitglieder der Mainzer Fanszene hat Mainz 05 die Tat scharf verurteilt und will die Täter aus der Fankurve verbannen.
1. FSV Mainz 05 ist bestürzt und verurteilt Angriff auf Polizist
Der 1. FSV Mainz 05 distanzierte sich von den mutmaßlichen Tätern. "Für uns ist klar, dass die Täter identifiziert und aus unserer Kurve sowie dem Kosmos Mainz 05 entfernt werden müssen", erklärte ein Sprecher des Vereins.