USA-Iran-Krieg befeuert Ölpreis

Teures Heizöl: Viele fragen sich, kaufen oder warten?

Hausbesitzer mit Öl-Heizung schauen mit Sorgen in den Winter. Heizöl ist teuer. Sollte man den Tank jetzt füllen oder lieber warten?

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Ein Besuch in Worms im Heizungskeller von Rentner Otto Krupinski. Die Tanks sind so gut wie leer und der Herbst steht vor der Tür. Vor acht Wochen hatte er bei seinem Händler bestellt - für 1,78 Euro pro Liter.

"Ich muss kaufen: egal, ob der Liter 5 Euro kostet. Ich muss!" Die Sorge steht ihm ins Gesicht geschrieben. "Unser Staat muss nicht so viel Geld verdienen am Öl", sagt er, "er muss auch mal an die kleinen Leute denken, nicht nur an die großen."

Wir brauchen das Öl. Ich weiß nicht, wie das noch weitergehen soll. Keine Ahnung."

Der Rentner wollte mit dem Bestellen nicht noch länger warten. Denn das Preisangebot seines Händlers ist befristet. Sie hätten es immer hinausgeschoben, erzählt er, in der Hoffnung, dass der Ölpreis sinkt. Er bestellt jedes Jahr zusammen mit anderen, das ist günstiger. "Aber dieses Jahr hat die Hälfte abgesagt, weil das Öl so teuer ist. Ich bin der Einzige, der gesagt hat, wir brauchen das Öl. Ich weiß nicht, wie das noch weitergehen soll. Keine Ahnung."

Krupinski hat auch schon überlegt, wie er vom teuren Öl wegkommen könnte. Doch so einfach ist das nicht für den 76-Jährigen: "Ich bin Frührentner und das Geld für eine Wärmepumpe oder für eine andere Heizanlage hab ich einfach nicht“, sagt er.

Mehr als 80 Prozent in RLP heizen mit Öl oder Gas

Der Heizöl-Fahrer Sascha Diehl kennt solche Sorgen seiner Kunden. "Der Preis geht den Kunden richtig nahe", beobachtet er. "Man sieht auch, gerade Rentner müssen das letzte Geld zusammenkratzen, damit sie ihr Heizöl bezahlen können."

84 Prozent der Rheinland-Pfälzer heizen mit Öl oder Gas. Viele wissen nicht, wie sie die hohen Preise bezahlen soll. Beim Öl ging es seit Jahresbeginn von rund 90 Euro auf über 170 Euro pro 100 Liter hoch. 

Eine Möglichkeit, Kosten zu sparen, waren immer Sammelbestellungen. Aus Sicht des Bundes der Energieverbraucher sind die aber nicht ohne Risiko. Die Preisnachlässe seien nicht so hoch, meint Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. Und die Haftungsfrage sei ein Problem. "Bei einer gemeinsamen Bestellung muss man mit dem Öllieferanten klar vereinbaren, dass man zwar die größere Menge geliefert bekommt, aber jeder Einzelne für die Zahlung verantwortlich ist."

Kundschaft schiebt Heizöl Bestellung so lange raus wie es geht

Auch für die Fahrer und Mineralöl-Händler ist die derzeitige Situation nicht einfach. Den Sommer hatten sie mit bis zu 40 Prozent weniger Bestellungen zu kämpfen. Jetzt, wo es kälter wird, bestellen viele auf einmal, und sie kommen mit der Lieferung nicht nach. Und auf die Preise hätten sie wenig Einfluss, sagt Mineralöl-Händler Jan Flohn. Je nachdem wie sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran entwickelt, kann der Ölpreis innerhalb eines Tages in den Keller stürzen oder extrem ansteigen.

Fakeshops locken mit günstigen Ölpreisen

Einige Kunden waren in letzter Zeit im Internet auf Fakeshops hereingefallen, die mit niedrigeren Preisen geworben hatten. Die Webseiten sehen auf den ersten Blick seriös aus - mit Impressum, Bewertungen und Gütesiegeln. Doch: Beim Bezahlen wird Vorkasse verlangt – alle anderen Zahlungsmöglichkeiten funktionieren nicht. Der Kunde überweist das Geld – bekommt vom vermeintlichen Händler aber kein Öl geliefert.

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Umstieg für viele zu teuer

Joachim Fischer hat sich schon über eine neue Heizanlage Gedanken gemacht. "Also ich könnte natürlich die Anlage jetzt rausreißen", sagte er, "dann schmeiße ich 15.000 Euro weg, muss 20.000 bis 30.000 in eine neue Heizung investieren. Aber auch da sind ja die Preise hoch, ob das Energiepreise sind, ob das Holzpreise sind."

Zur Regulierung der Spritpreise an den Tankstellen soll es einen Tankrabatt geben, aber wie sieht es für diejenigen aus, die mit Öl oder Gas heizen? Bisher ist ein solcher Rabatt nicht geplant. Viel Einsparpotential haben Menschen, die mit Öl und Gas heizen, in diesem Winter wohl nicht. Bleibt die Hoffnung, dass er nicht zu hart und lang wird.

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