Strom und Gas: Tipps zum Energieanbieterwechsel
Bevor es ans Vergleichen geht: Halten Sie die letzte Jahresabrechnung bereit, damit Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch als Vergleichswert eingeben können.
Übernehmen Sie nicht den geschätzten Verbrauch, den Ihnen das Vergleichsportal für eine ähnliche Wohnungs- oder Hausgröße vorschlägt, sondern geben Sie möglichst Ihren tatsächlichen Jahresverbrauch z.B. beim Strom in kWh ein. Das macht Ihren Vergleich deutlich aussagekräftiger!
Lassen Sie sich nicht vom monatlichen Abschlag täuschen
Oftmals wird Ihnen ein niedriger monatlicher Abschlag vorgeschlagen. Doch Vorsicht: Das bedeutet nicht automatisch, dass Sie einen günstigen Tarif bekommen. Entscheidend sind Jahreskosten = Grundpreis + Arbeitspreis × Verbrauch sowie eventuell noch ein vereinbarter Bonus.
Nicht vom Bonus blenden lassen
Der angezeigte Tarif kann im ersten Jahr wegen des herausgerechneten Bonus günstig aussehen, allerdings danach deutlich teurer werden. Deshalb immer fragen: „Was kostet mich der Vertrag ohne Bonus?“
Preisgarantie ist nicht gleich Preisgarantie!
Eine „Preisgarantie“ klingt gut, ist es aber nicht immer! Schauen Sie besser ins Kleingedruckte, welche Preisbestandteile tatsächlich garantiert werden und wie lange.
Oftmals bezieht sich die Preisgarantie nur auf die steigenden Beschaffungskosten des Anbieters. Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen dürfen dann aber trotzdem erhöht werden!
Laufzeit und Kündigungsfrist prüfen
Für Sie als Verbraucher ist ein Tarif mit einer überschaubaren Laufzeit von z.B. drei Jahren und einer 3-monatigen Kündigungsfrist oft flexibler als ein vermeintliches Schnäppchen mit jahrelanger Bindung!
Wenn Sie den Anbieter wechseln wollen, kündigen Sie nicht vorschnell selbst. Bei einem normalen Anbieterwechsel übernimmt nämlich häufig der neue Anbieter die Kündigung. So kann es Ihnen nicht passieren, dass Sie versehentlich zu früh kündigen oder wichtige Fristen übersehen.
Tipp: Fotografieren Sie am Wechseltag den Zählerstand! Meistens werden Sie ohnehin von Ihrem bisherigen Anbieter aufgefordert, den Zählerstand abzulesen, zu fotografieren und aufzubewahren.
Alles aufbewahren und kontrollieren
Bewahren Sie Angebot, Vertragsbestätigung, Kündigungsbestätigung, Zählerstand und die Schlussrechnung Ihres bisherigen Anbieters gut auf. Am besten alles zusammen ablegen. Gerade bei einem späteren Streit ist das Gold wert!
Kontrollieren Sie nach dem Wechsel, ob der vereinbarte Abschlag tatsächlich stimmt und ob der alte Anbieter wirklich kein Geld mehr von Ihrem Konto einzieht.
Vorsicht bei günstigen Angeboten am Telefon!
Viele Anbieter werben am Telefon oder an der Haustür mit besonders günstigen Angeboten z.B. für treue Kunden oder bei einem Anbieterwechsel.
Lassen Sie sich Unterlagen zuschicken und sagen Sie sich und am Telefon: „Ich muss heute nichts entscheiden. Geben Sie mir das Angebot schriftlich und ich prüfe es in aller Ruhe.“ Das nimmt Ihnen den Verkaufsdruck und Sie können zudem in Ruhe die Preise mit Ihrem derzeit gezahlten Preis vergleichen.
Im Studio: Melanie Kaminski, Verbraucherzentrale in Kaiserslautern.