Die stärksten Frauen und Männer aus Deutschland und der Welt sind nach Bitburg gekommen, um ihre Besten zu ermitteln. In der Sportschule treten sie im sogenannten „Powerlifting“ gegeneinander an. Der Kraftdreikampf besteht aus drei Disziplinen: Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben.
Die etwa 200 Athletinnen und Athleten in Bitburg sind nicht die ersten großen Kraftsportler, die in der Region Trier antreten. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt große Erfolge, kuriose Geschichten und einen Mann, der es in die Geschichtsbücher geschafft hat.
Vom Metzgerlehrling zum stärksten Mann Europas
Als größter Trierer Kraftsportler aller Zeiten gilt Paul Trappen, der 1887 in der Eifel geboren wurde. Bereits als Kind fing er an, Gewichte zu heben. Nach seinem Durchbruch 1913 wurde der Ausnahmesportler, der als Metzgerlehrling nach Trier kam, mehrfacher deutscher Meister. 1924 krönte er sich zum stärksten Mann Europas.
Berühmt wurde Trappen aber durch seine spektakulären Aktionen. So hob er eine Plattform mit zwei ausgewachsenen Ochsen hoch. Gesamtgewicht: zwei Tonnen. Auch Autos waren vor Trappen und seiner unbändigen Kraft nicht sicher. Als er 32 Mann mit einem Gewicht von 4.740 Pfund hochhob, stellte er einen Weltrekord auf. Möglich machte das auch sein Armumfang von einem halben Meter.
Olympische Goldmedaille blieb Trappen verwehrt
Seine außergewöhnlichen Leistungen wurden weltbekannt. So sprang ein Vertrag beim berühmten US-Zirkus "Barnum & Bailey" für Trappen raus. Später verdiente er sein Geld als Metzger und Wirt in Trier. Auch die Trierer Bodybuildung-Legende Hans Kaufmann ging bei Trappen in die Metzger-Lehre und stemmte dort nach Feierabend die ersten Gewichte.
Bei den Olympischen Spielen blieb Trappen allerdings unvollendet: Weil er im Zirkus einen Profivertrag hatte, durfte er nicht antreten. Außerdem wurde Deutschland zu den Spielen 1920 und 1924 nicht eingeladen. Das hielt ihn aber nicht davon ab, im Fernduell die Rekorde gleich mehrerer Olympiasieger zu brechen.
Trappens Vermächtnis wirkt nach
Selbst auf seinem Sterbebett soll Paul Trappen 1957 noch seinen Armumfang gemessen haben. Er war nebenbei lange Trainer in Trier. Einer seiner Schüler, Helmut Opschruf, stellte 1935 selbst einen Weltrekord auf. Opschruf bildete wiederum Oswald Junkes aus, der viele deutsche Meisterschaften gewann und noch 1987 mit 66 Jahren Senioren-Weltmeister wurde.
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Bei der deutschen Powerlifting-Meisterschaft in Bitburg treten lange Zeit nach Paul Trappen wieder Ausnahme-Athleten in der Region Trier an. Und genauso wie Paul Trappen werden sie wieder Menschen begeistern.