Katzen vermehren sich immer weiter

Katzen-Kastrationswochen: Darum bezahlen Tierschützer für den Eingriff

Auch in der Region Trier starten heute die Katzen-Kastrationswochen. Damit soll verhindert werden, dass die Tiere sich unkontrolliert vermehren - gerade im Frühjahr ein Problem.

Teilen

Stand

Auf dem Behandlungstisch einer Hermeskeiler Tierarztpraxis sitzen am Freitagmorgen zwei kleine Katzen aufgeregt in einer Transportbox. Die sieben Monate alten Schwestern Nelly und Daisy warten auf ihre Kastration. Damit sie vom Eingriff nichts merken, bekommen die beiden Katzen ein Narkosemittel. Erst wenn sie tief schlafen, kann Tierärztin Katrin Dunkel den Eingriff vornehmen.

"Es werden nur die Eierstöcke und die Eileiter entfernt", erklärt die Ärztin, während sie die kleine Nelly operiert. Nach jeweils zwanzig Minuten haben es beide Kätzchen geschafft und werden behutsam auf ein Wärmekissen gelegt.

Katzenkastrationswochen in der Region Trier
Die kleine Nelly hat ihre Narkosespritze bekommen. In 20 Minuten wird aber alles vorbei sein. Marie-Claire Menikheim

Unkontrollierte Paarung mit Straßenkatzen als Hauptproblem

Insgesamt gibt es laut Katzenschutzreport rund 15,7 Millionen Hauskatzen in deutschen Haushalten. Mehr als 1,5 Millionen davon sind nicht kastriert.

Unkastrierte Kater sterben früher, weil sie sich durch Prügeleien Krankheiten einfangen.

Das ist ein Problem, sagt auch die Hermeskeiler Tierärztin Katrin Dunkel. Denn die Katzen würden sich dann mit herrenlosen Straßenkatzen paaren. Diese sind oft krank – haben zum Beispiel Katzen-AIDS oder Leukämie -  und sind unterernährt.

Sind Hauskatzen, die draußen unterwegs sind, dann nicht kastriert, paaren sie sich mit den Straßenkatzen – die Folge ist dann: Es gibt immer mehr herrenlose Straßenkatzen. Das sei dann nur noch schwer kontrollierbar. Vor allem ginge das für die Katzen auch nicht immer gut aus, sagt Katrin Dunkel: "Unkastrierte Kater sterben früher, weil sie sich durch Prügeleien Krankheiten einfangen."

Tierschützer und Tierheime am Limit   

Weil sich die Katzen überall so stark vermehren, kommen auch die Tierschutzvereine und Tierheime an ihre Grenzen. Allein das Tierheim Trier musste nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mehr als 530 Katzen aufnehmen.

Katzenkastrationswochen in der Region Trier
Die Tierschutzvereine in der Region Trier fördern die Katzenkastrationswochen.

Ein Großteil davon waren Fundkatzen und verwilderte Hauskatzen. Außerdem gebe es immer mehr Anfragen, Katzen aufzunehmen. Das sei auch eine große Belastung für die Mitarbeitenden. Deshalb müssten in regelmäßigen Abständen Aufnahmestopps verhängt werden.

Tierschützer fordern Katzenschutzverordnung

Nur in 49 rheinland-pfälzischen Kommunen gibt es eine sogenannte Katzenschutzverordnung. Diese sieht vor, dass Freigängerkatzen kastriert und gechippt werden müssen. Auch regelt sie die Zuständigkeiten für Katzen ohne Zuhause und deren Kastration.

Das wünschen sich Tierschutzvereine auch in den restlichen Kommunen. Nur so lasse sich die unkontrollierte Vermehrung dauerhaft begrenzen. In manchen Kommunen in der Region Trier gibt es zumindest eine Kastrationspflicht für Katzen. Beispielsweise in den Verbandsgemeinden Saarburg-Kell, Gerolstein und Kirchberg.

Katzenkastrationswochen in der Region Trier
Daisy hat ihre Operation gut überstanden und darf sich jetzt etwas ausruhen.

Auch Nelly und Daisy bekommen heute einen Chip, damit bei ihren Entdeckungstouren draußen klar ist, wo sie hingehören. Nach ihrem kleinen Eingriff dürfen sie sich in ihrem Körbchen ausruhen und werden dann nach ein paar Stunden von ihrer Besitzerin abgeholt.

Koblenz

Aktionswochen in Rheinland-Pfalz Warum Tierschützer in Koblenz für die Kastration von Katzen zahlen

Wenn Hauskater draußen auf Streunerkatzen treffen, gibt es oft tierischen Nachwuchs. So steigt die Zahl der Straßenkatzen - dieses Problem will der Tierschutz in Rheinland-Pfalz mit einer Aktion angehen.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Baden-Württemberg

Etwa 18 Millionen Katzen in Deutschland Wie umgehen mit der Katzenflut in BW? Tierschützer fordern Kastrationspflicht

Straßenkatzen vermehren sich rasant, die Gemeinden in BW reagieren dagegen zögerlich. Tierschützer fordern dringend Katzenschutzverordnungen mit Kastrationspflicht.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!