Wie ein Sprecher vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt mitteilte, laufe dort der Schiffsverkehr seitdem wieder problemlos. Im Laufe des Samstags waren noch letzte Arbeiten an der Schleuse durchgeführt worden. Nachdem die Probeschleusungen erfolgreich waren, konnte die Schleuse wieder für den Schiffsverkehr freigegeben werden.
Damit liefen die Arbeiten schneller als geplant. Ursprünglich sollten bei Sankt Aldegund erst am Sonntag wieder Schiffe fahren.
Wir haben schnell und gut gearbeitet.
Die Schleuse war zuvor für etwa eine Woche gesperrt, weil ein neues Schleusentor eingebaut werden musste. Grund für dafür war ein Unfall Anfang Juli. Ein Flusskreuzfahrtschiff hatte das Tor damals nahezu ungebremst gerammt und dadurch schwer beschädigt.
Ruderer zu Fuß unterwegs
Von der Sperrung der Schleuse waren nicht nur große Schiffe sondern auch kleine Boote betroffen. So hatte beispielsweise Richard Hilger einen entspannten Ruderurlaub über Mosel und Rhein geplant. "Wir machen diese Tour von Zell bis Düsseldorf jedes Jahr", sagt Richard Hilger. Doch diesmal müssen sie nicht nur paddeln, sondern auch noch wandern - unfreiwillig.
Zu viert musste die Gruppe aus Düsseldorf vergangene Woche ihr Ruderboot also über den Feldweg schieben, der am Moselufer vorbeiführt. Weil es auf dem Fluss nicht weiterging, lagen drei Kilometer zu Fuß vor den Ruderern. "Das kostet uns mehrere Stunden", sagt Hilger: "Aber es hilft ja nichts."
Bauarbeiten gingen gut voran
Tim Miesen vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat die Bauarbeiten begleitet und ist froh, dass alles geklappt hat, um das aus zwei Torflügeln bestehende nagelneue schwarze Stahltor der Schleuse zu montieren. Ein großer Kran war nötig, um die 45 Tonnen schweren Teile in die Luft und in die Kammer zu bekommen.
Bolzen in falscher Größe geliefert
Am Montag wurden die riesigen Teile schon abgeladen. Per Schiff kamen sie aus Aschaffenburg über Main, Rhein und Mosel. Allerdings kam es dann zu Problemen, die den Einbau der Tore am Dienstag verzögerten.
Erst vor Ort fiel den Fachleuten vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt ein Konstruktionsfehler auf. Die Spezialfirma, die die Torflügel angefertigt hatte, soll Bolzen in der falschen Größe geliefert haben. Sie passten einfach nicht ins Tor. Also mussten diese Bolzen auf dem Bauhof des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes in Koblenz angepasst werden.
Kein Durchkommen
Dadurch geriet der ursprüngliche Zeitplan durcheinander. So sollte die Schleuse vergangenen Freitag geöffnet werden, wegen der zusätzlichen Arbeiten prognostizierten die Fachleute aber eine Fertigstellung für Sonntag.
Weil die Schleuse während der Bauarbeiten nicht genutzt werden konnte, hatten laut Wasser- und Schifffahrtsamt viele Binnenschiffer noch das Wochenende vor der Schluese genutzt, um die Schleuse zu passieren.
Einige Frachtschiffe hingen dennoch auf der Mosel fest. So kam beispielsweise der französische Binnenschiffer Yanick Allard in Sankt Aldegund nicht weiter. Er nahm den Boxenstopp gelassen, würde sich aber trotzdem wünschen, dass die Schleusen an der Mosel eine zweite Kammer bekommen: "Dann könnten wir jetzt trotzdem weiter fahren."
Lieferung des Tors hatte sich verzögert
Ursprünglich sollte das Ersatztor schon im September in Sankt Aldegund ankommen. Doch bei der beauftragten Fachfirma hatte sich die komplizierte Anfertigung verzögert.
Das ramponierte alte Schleusentor in Sankt Aldegund hatte noch lange gehalten. Vier Monate lang waren jeden Tag bis zu 20 Frachtschiffe durchgefahren - und das reibungslos, wie es beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt heißt.
Unfall war bereits im Juli
Seit des Schiffsunfalls im Sommer lief die Schleuse im Notbetrieb. Der Schaden beläuft sich auf rund zweieinhalb Millionen Euro.
Ob der Kapitän oder ein technischer Defekt schuld an dem Unfall war, ist laut Staatsanwaltschaft Koblenz weiter unklar. Die Ermittlungen gegen den Schiffsführer liefen noch, es stünden noch zwei Gutachten aus. Bisher gebe es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Kapitän strafbar gemacht habe.