Stabmixer, Wasserkocher, Bohrmaschine: Vor dem Müllcontainer breiten Schüler die gesammelten Elektrogeräte aus. Einer von ihnen zählt nach. Zehn Geräte sind es insgesamt. Das bedeutet zehn Punkte mehr auf dem Konto der Klasse 6d des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Trier.
Neun Klassen nehmen an Schulwettbewerb teil
Die Klasse gehört zu einer von neun Schulklassen aus der Stadt Trier und dem Kreis Trier-Saarburg, die am E-Waste-Race teilnimmt. Ziel des Wettbewerbs ist es, möglichst viel Elektroschrott zu sammeln und damit ein Zeichen für nachhaltigen Umgang mit Ressourcen zu setzen.
Seit dem 1. September sind die Schülerinnen und Schüler fleißig in der Nachbarschaft auf der Suche, um alte Elektrogeräte einzusammeln. Nach dem Projekt holt der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) den Elektro-Müll ab und recycelt ihn.
Schüler entwickeln Bewusstsein für Nachhaltigkeit
Wer ein kaputtes Elektrogerät zu Hause hat, kann sich auf einer dafür eingerichteten Website melden. Die Schüler holen den E-Müll dann direkt bei den Menschen zu Hause ab. Auch mit selbst gebastelten Plakaten oder Social Media-Posts können die Schüler Punkte gewinnen, solange sie damit auf das Thema aufmerksam machen.
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Je mehr wir über Mülltrennung und Recycling reden, desto engagierter machen die Kinder mit.
"Ich habe deutlich gesehen, wie sehr die Kinder ins Nachdenken kommen", erzählt Klassenlehrer Thorsten Walter. Er merke, wie sich in seiner Klasse ein Bewusstsein für das Problem entwickelt habe.
Viele Schüler wussten gar nicht, wie man kaputte Elektrogeräte entsorgt. "Je mehr wir aber darüber reden, desto engagierter sind sie, desto mehr bringen sie sich ein."
Organisiert wird der Schülerwettbewerb von "Das macht Schule". Die gemeinnützige Initiative führt gemeinsam mit Schulen Praxisprojekte durch, um Schülerinnen und Schüler für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt zu sensibilisieren. In anderen Projekten werden beispielsweise Schüler-Werkstätten betrieben oder Sponsorenläufe organisiert.
Sammelquote von Elektrogeräten viel zu niedrig
Laut der Initiative besteht beim Thema Elektroschrott dringender Handlungsbedarf - das zeigen auch die Zahlen. "Die gesetzlich vorgeschriebene Sammelquote für defekte Elektrogeräte liegt bei 65 Prozent, tatsächlich werden aber nur rund 32 Prozent erreicht", kritisiert die Initiative.
Noch gravierender sei die Lage bei funktionsfähigen Geräten: Lediglich zwei Prozent werden aufbereitet und wiederverwendet. Auch bei den Schülern landen immer wieder Geräte in den Sammelboxen, die eigentlich noch repariert werden könnten.
"Manche der gesammelten Geräte funktionieren noch und werden weiterverschenkt", erzählt erzählt ein Schüler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Trier. So lernen die Sechstklässler nicht nur etwas über die richtige Trennung von Elektromüll - sie entwickeln auch ein Gespür dafür, was noch nutzbar ist und was endgültig kaputt ist.
Tonnenweise Müll eingesammelt
Während des E-Waste-Race-Projekts werden deutschlandweit durchschnittlich rund 6 Tonnen Elektroschrott gesammelt. Dadurch können etwa 9 Tonnen CO2 eingespart werden. Ein zusätzlicher Anreiz: Die Klasse, die am meisten sammelt, gewinnt einen Preis - einen Klassenausflug zur Völklinger Hütte.