Bezahlbarer Wohnraum gefragt

Keine Preisbremse mehr: Studierende in Trier klagen über hohe Mieten

Der Wohnungsmarkt in Trier gilt als angespannt. Nun gilt auch die Mietpreisbremse nicht mehr, weil Trier dafür die Kriterien nicht erfüllt. Studierende sind besorgt.

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Von Autor/in Dunja von Morzé

"Meine Wohnung ist gottlos teuer" erzählt ein Student an der Universität Trier, als er von einer SWR-Reporterin auf seine Miete angesprochen wird. Ein anderer berichtet von einer schwierigen Wohnungssuche. Mit viel Glück habe er nun eine Wohnung gefunden. Aber die Preise seien schon "ziemlich happig". Zwar sind die Mieten in Trier nicht mit denen in Großstädten wie München oder Berlin zu vergleichen. Aber kürzlich ist die Mietpreisbremse weggefallen.

Das rheinland-pfälzische Bauministerium begründet den Wegfall der Mietpreisbremse vor allem mit einem neuen Gutachten zur Wohnraumsituation. Demnach liegt die Leerstandsquote bei 5,2 Prozent – damit sei der Markt nicht mehr als angespannt einzustufen. Zudem geben die Menschen in Trier im Vergleich zu anderen Städten etwas weniger von ihrem Einkommen für Miete aus.

Schwierige Wohnungssuche, hohe Preise

Der allgemeine Studierendenausschuss (AStA) befürchtet, dass es mit Wegfall der Mietpreisbremse in Trier schwieriger wird für Studenten. Schon jetzt müssten auch hier viele jobben, um Miete und Lebensunterhalt zu sichern, sagt Tim Biermann vom AStA Trier. Er gehe davon aus, dass etwa 40 Prozent von Armut betroffen sind.

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Bezahlbarer Wohnraum nachgefragt

Auch das Studierendenwerk geht davon aus, dass Studierende mit geringem Einkommen künftig mehr Probleme bekommen, für sie noch bezahlbaren Wohnraum zu finden. Der Geschäftsführer des Studiwerks sagt, die Nachricht vom Wegfall der Mietpreisbremse könne sogar so abschreckend wirken, dass junge Menschen davon abgehalten werden könnten, in Trier ein Studium aufzunehmen.

Die Stadt und auch das Studierendenwerk versuchten mit vielen Ideen, Trier für Studierende attraktiv zu machen. Gerade, weil die Universität Trier und auch die Hochschule nicht so bekannt seien wie die in Metropolen. Das beinhalte das Semesterticket und auch viele kulturelle Angebote. Doch die Nachricht vom Wegfall der Mietpreisbremse laufe dem entgegen.

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Ganz anders die Einschätzung des Verbands Haus und Grund in Trier. Er sieht sich nach eigenen Angaben als Interessenvertretung von Kleinstvermietern. Diese seien häufig verunsichert, weil an Vermietungen viele Anforderungen geknüpft seien. Sie fühlten sich von den vielen Regeln überfordert. Häufig höre der Verband von ihnen den Satz: "Dann vermiete ich eben gar nicht mehr."

Mangel an Wohnungen

Für Haus und Grund ist das Problem in Trier keineswegs das Mietniveau, sondern ein Mangel an Wohnungen. Daran könne eine Mietpreisbremse nichts ändern, weil sie das Angebot an Wohnungen nicht erhöhe. Aus Sicht des Verbands helfen nur mehr Impuls und bessere Rahmenbedingungen für Neubau.

Mietendeckel, -bremse und -kappungen symbolisierten dagegen ein tiefes Misstrauen gegenüber dem Markt und damit auch gegenüber Vermietenden, von denen gleichwohl erwartet werde, dass sie in Eigentum investieren. 

Suche nach Wohnungen hält an

Der Mieterverein Trier hingegen vertritt die Interessen von Mietern. Er beobachtet, dass es vielen Mietern vor allem um zu starke Mieterhöhungen im laufenden Mietvertrag gehe. Diese seien aber von der Mietpreisbremse ohnehin nicht abgedeckt. Benötigt würden bezahlbare, geförderte Wohnungen. Der Verein würde es sich wünschen, dass solche Bauten künftig schneller fertig gestellt werden können. Das würde gerade in Trier helfen, wo mehr als die Hälfte der Menschen in Mietwohnungen lebe.

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Der Standpunkt in unserer Sendung Pro: Mietpreisbremse verlängern

Pro Mietpreisbremse:
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Ja, wir brauchen in diesem Land eine Mietpreisbremse. Die Preise explodieren, vor allem in Ballungsräumen. Wer in Metropolen wie Berlin, München oder Stuttgart - aber auch in Unistädten - eine Wohnung sucht, weiß, wovon ich spreche. Bezahlbares Wohnen ist die "wichtigste soziale Frage unserer Zeit", sagt Kanzler Merz. "Sozialer Sprengstoff" trifft es eher. Und es trifft vor allem Familien mit Kindern, junge Leute, Menschen, die nicht viel verdienen. Sie haben auf dem Wohnungsmarkt kaum noch eine Chance, werden aus den Städten verdrängt. Es ist also gut, dass die Bundesregierung auf Druck der SPD die Mietpreisbremse um fünf Jahre verlängert. Aber: die Regelungen müssen endlich verschärft werden, damit die Bremse auch greift. Die Ausnahmen für möblierte Wohnungen müssen weg, auch neuere Wohnungen sollten unter die Mietpreisbremse fallen. Außerdem brauchen wir endlich Kontrollen, ob Vermieter unzulässig viel Geld verlangen. Und Strafen, wenn sich Vermieter nicht an die gesetzlichen Regelungen halten. Die gibt es nämlich bislang nicht. Das Gesetz ist so löchrig wie Schweizer Käse. Es ist Zeit für eine Bremse, die auch wirklich bremst. Sonst fahren wir bei diesem SO immens wichtigen Thema gegen die Wand.

Sonntagmorgen SWR1

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Dunja von Morzé
Dunja von Morzé am Mikrofon

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