Denn für Trier soll die Mietpreisbremse nach Plänen der Landesregierung bald entfallen. Das bestätigte das rheinland-pfälzische Finanz- und Bauministerium dem SWR auf Anfrage. Die bisherige Mietpreisbegrenzungsverordnung läuft am 8. Oktober aus. Ein neuer Verordnungsentwurf liegt bereits vor, darin ist Trier nicht mehr enthalten.
Wer hat nicht Angst davor, irgendwann keine bezahlbare Wohnung mehr zu finden?
Das sorgt für Kritik und Sorgen – vor allem bei Studierenden. "Wenn Vermieter bald verlangen können, was sie wollen, wird das für viele richtig hart", sagt eine Studentin dem SWR. Sie macht sich Gedanken, wie sie eine höhere Miete stemmen soll, wenn sie kein BAföG mehr beziehen würde und die Preise noch teurer würden.
Andere befürchten, dass Trier für Studierende unattraktiver wird, wenn günstiger Wohnraum bei Neuvermietungen knapper wird. Ein Student sagt: "Wer hat nicht Angst davor, irgendwann keine bezahlbare Wohnung mehr zu finden?"
Sorge vor höheren Einstiegsmieten
Auch Andreas Wagner vom Studierendenwerk Trier kritisiert den möglichen Wegfall der Mietpreisbremse in Trier. Er sieht die Chancengleichheit beim Zugang zum Studium in Gefahr, wenn Wohnen für immer mehr junge Menschen zur finanziellen Hürde werde. Er betont zudem: "Für die Mieten in den vom Studierendenwerk betriebenen Wohnheimen ändert sich nichts. Dort werden die Preise nicht angehoben, da keine Neuvermietung im rechtlichen Sinne erfolgt."
Das bedeutet die Mietpreisbremse
Die Mietpreisbremse schützt Mieterinnen und Mieter bei neuen Verträgen. Sie sorgt dafür, dass Vermieter höchstens zehn Prozent mehr verlangen dürfen als die übliche Miete vor Ort. Wenn dieser Schutz in Trier wegfällt, dürfen Vermieter den Preis bei Neuvermietungen frei festlegen.
Für bestehende Mietverhältnisse bleibt alles wie bisher: Hier gilt die sogenannte Kappungsgrenze. Das heißt, Vermieter dürfen die Miete innerhalb von drei Jahren höchstens um 20 Prozent erhöhen – und auch nur, solange die Miete nicht über das ortsübliche Niveau steigt.
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Wer in Rheinland-Pfalz in den vergangenen zwölf Monaten eine Wohnung oder ein Haus gekauft hat, konnte mit stabilen Preisen rechnen. Bei den Mieten ging es dagegen weiter hoch.
Deshalb soll die Mietpreisbremse gestrichen werden
Grundlage für den geplanten Schritt ist ein aktuelles Gutachten zur Wohnraumsituation. Nach Angaben des Ministeriums liegt die Leerstandsquote in Trier derzeit bei 5,2 Prozent. Auch die Mietbelastung – also der Anteil des Einkommens, der für Miete aufgewendet wird – liegt unter dem Schwellenwert. Damit sei Trier laut Landesregierung nicht mehr als angespannter Wohnungsmarkt einzustufen.
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Die Regierung verweist außerdem auf Investitionen im sozialen Wohnungsbau. 2024 wurden in Trier und Umgebung 436 geförderte Wohnungen mit einem Gesamtvolumen von rund 120 Millionen Euro geschaffen.
Entscheidung noch offen
Ob Trier tatsächlich aus der Verordnung herausgenommen wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen. Der Entwurf liegt bereits vor, muss aber noch innerhalb der Landesregierung abgestimmt werden.