Lebensmittel, Tanken, Kinderbetreuung - all das ist deutlich teurer geworden, sagen Kay und Jennifer aus Koblenz. Hinzu kam eine unvorhergesehene Autoreparatur. Damit haben sich die Urlaubspläne der vierköpfigen Familie zerschlagen, erzählt Kay: "Das bedeutet für uns, dass wir - obwohl wir in Vollzeit arbeiten gehen - mittlerweile an die Rücklagen ran müssen."
Einfach mal aus den vier Wänden raus und was anderes sehen.
Die beiden Töchter seien sehr traurig, dass sie in diesem Jahr nicht verreisen. Aber auch die Eltern hätten Urlaub dringend nötig, sagt Jennifer: "Einfach mal aus den vier Wänden raus und was anderes sehen. Das reicht schon. Da kann man die Sorgen vergessen und mal zur Ruhe kommen." Zu Hause habe sie nie wirklich frei, immer gebe es etwas zu tun.
- Umfrage: Viele fahren 2026 nicht weg
- Mit dem Zug durch Europa
- Die Unterkunft mitnehmen: Urlaub im Faltcaravan
- Campingurlaub außerhalb der Schulferien
- Tipp: Alle Kosten im Blick behalten
- Geteilter Urlaub ist halber Urlaubspreis
Umfrage: Viele fahren 2026 nicht weg
Wie der Familie geht es vielen: Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der norisbank will ein Drittel der Deutschen dieses Jahr nicht in den Sommerurlaub fahren. Und davon sagt ein Drittel: Es fehlt schlicht das Geld. Laut einer Studie der Stiftung für Zukunftsfragen haben die Deutschen im vergangenen Jahr durchschnittlich 1.600 Euro für und in ihrer Haupturlaubsreise ausgegeben.
Mit dem Zug durch Europa
Wer sagt: Urlaub ist für mich, ins Ausland zu reisen, Flüge sind aber zu teuer - kann es mit dem Zug versuchen. Statt Strandurlaub wird es dann eben der Städtetrip. Laut einer Analyse der Reisesuchmaschine Kayak liegt das im Trend. Davon würden Städte wie Paris, Mailand und Stockholm profitieren.
Die Unterkunft mitnehmen: Urlaub im Faltcaravan
Um bei der Unterkunft zu sparen, hat Familie Lorenz aus Gering im Kreis Mayen-Koblenz ihre immer dabei. Vor zweieinhalb Jahren haben sie sich einen gebrauchten Faltcaravan für 1.800 Euro angeschafft. Der Autoanhänger lässt sich mit wenigen Handgriffen zu einem großen Zelt aufklappen. Darin sind zwei große Betten mit Lattenrost. Auch eine mobile Küche ist immer mit dabei.
So ausgerüstet, hat die sechsköpfige Familie schon sechs Campingurlaube und Kurztrips verbracht. Überwiegend in Deutschland, aber in diesen Sommerferien geht es in die Niederlande. "Das ist für uns die kostengünstigste Alternative, sodass wir jedes Jahr in Urlaub fahren können", sagt Mama Kerstin Lorenz. Das koste sie für zehn Tage im Schnitt immer zwischen 650 und 750 Euro.
Reiselust statt Finanzfrust Interview: Warum viele trotz steigender Preise Urlaub buchen
Fehlende Last-Minute-Schnäppchen, steigende Preise, sozialer Druck rund um Urlaubsreisen: Reisebüroinhaberin Romina Santo aus Saarburg berichtet im SWR-Interview aus ihrem Alltag
Campingurlaub außerhalb der Schulferien
Auch Peter und Angelika Neumann aus Kaiserslautern sind seit vielen Jahren leidenschaftliche Camper. Sie fahren mit ihrem Wohnmobil meist etwa 300 Kilometer am Tag, reservieren nichts im Voraus und suchen sich abends spontan einen Stell- oder Campingplatz. Insgesamt planen sie mehr als einen Monat Urlaub, bevorzugt ab Mai oder September. Die heißen Sommermonate überlassen sie denen, "die auf die Schulferien angewiesen sind."
Sechs Wochen Bretagne für unter 2.000 Euro
Diesen Sommer sind sie in der Bretagne: zuerst Saint-Malo, dann die rosa Granitküste, jetzt ein Campingplatz "mit Blick aufs Meer und Felsen". Das Wohnmobil bleibt stehen, zum Einkaufen fahren sie mit ihren E-Bikes in den Ort. Peter Neumann rechnet für fünf bis sechs Wochen Urlaub mit weniger als 2.000 Euro inklusive aller laufenden Kosten.
Losfahren, bleiben, wo es schön ist, solange, wie es schön ist.
Gleichzeitig betont er, dass das Wohnmobil teuer ist: "Dafür können Sie auch sieben bis acht Mal eine Woche Kreuzfahrt machen." Trotzdem ist Camping seit über 40 Jahren ihre liebste Urlaubsform, weil sie die Unabhängigkeit lieben: "Losfahren, bleiben, wo es schön ist, solange, wie es schön ist – und wenn es nicht klappt, weiterfahren."
Tipp: Alle Kosten im Blick behalten
Auch das Vergleichsportal Booking.com empfiehlt, alle Kosten im Blick zu behalten: Was kosten Reise, Unterkunft, Verpflegung und wie lange ist man weg? Außerdem sei es sinnvoll, früh zu vergleichen und auch weniger bekannte Reiseziele in Betracht zu ziehen.
Das Portal rät: "Wer sparen möchte, sollte offen für alternative Unterkunftsarten sein." Beispielsweise Ferienwohnungen, Pensionen und Bed & Breakfasts.
Günstige Alternativen für den Urlaub Wohnungstausch oder Tiersitting: Sommerferien in RLP mal anders
Der Sommerurlaub steht an, aber das Geld ist knapp? Hier gibt es günstige Möglichkeiten für Ferien in Rheinland-Pfalz: zum Beispiel Tiere hüten oder mit anderen das Zuhause tauschen.
Geteilter Urlaub ist halber Urlaubspreis
Familie Krahl aus Kaiserslautern hat noch einen ganz eigenen Tipp: Gemeinsam Urlaub machen. Sie fährt in diesem Sommer mit Freunden weg - insgesamt sind sie vier Erwachsene und drei Kinder.
Sie teilen sich ein Ferienhaus mit fünf Zimmern und Pool an der Mittelmeerküste in Spanien. Kosten: gut 3.600 Euro für zwei Wochen. "Zusammen geht das", sagt Christiane Krahl. Alleine hätten sich die Familien das nicht leisten können.
Andernfalls hätte Familie Krahl vermutlich nur kürzer Urlaub gemacht und eher in Deutschland. Dass Reisen und Ausflüge immer teurer werden, ärgert Christiane Krahl. "Viele Familien, viele Kinder haben mit 12 oder 13 Jahren immer noch nicht das Meer gesehen", sagt sie, "und das ist eigentlich unverschämt." Jeder habe das Recht auf zwei Wochen Urlaub im Jahr.