Landtag soll im Sommer beschließen

Abschuss von Wölfen soll in RLP erleichtert werden

Die grüne Umweltministerin Katrin Eder will den Wolf nun doch ins Jagdrecht aufnehmen. Wölfe, die Nutztiere reißen, sollen so leichter getötet werden können.

Teilen

Stand

Bisher hatte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) es stets abgelehnt, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Die Population sei noch klein und die Todesfälle bei Nutztieren, keineswegs eindeutig auf Wolfsrisse zurückzuführen.

Doch der Druck der Tierhalter in Eifel und Westerwald wuchs und auch im europäischen Recht, scheint der Wolf bald weniger Schutz zu genießen. Demnach wird in der Berner Konvention, einem europäischen Übereinkommen für die Erhaltung wildlebender Pflanzen und Tiere, der Schutzstatus des Wolfes von "streng geschützt" auf "geschützt" herabgestuft. Die Änderung soll schon am 7. März in Kraft treten. Und auch das Bundesumweltministerium will den Abschuss von problematischen Wölfen erleichtern.

Wolf darf weiterhin nur in Ausnahmen getötet werden

Der rheinland-pfälzische Landtag soll bis zum Sommer darüber entscheiden. Doch was bedeutet es, wenn der Wolf nun ins Jagdrecht aufgenommen wird? Es heißt keinesfalls, dass er nun dauerhaft gejagt und die Zahl der Wölfe auf diese Weise reguliert werden darf. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium stellt klar: Für den Wolf gilt eine ganzjährige Schonzeit. Ein Tier darf also weiter nur dann entnommen werden, wie es im Fachjargon heißt, wenn es ernste wirtschaftliche Schäden verursacht. So steht es in Paragraf 45 des Bundesnaturschutzgesetzes. Dazu ist stets eine Einzelfallentscheidung nötig. 

Mainz

Rechtliche Hürden Westerwälder "Problemwolf" wird vorerst nicht gejagt

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium wird den sogenannten Problemwolf aus dem Westerwald zunächst nicht erneut zum Abschuss freigeben - obwohl das Tier wieder Schafe gerissen hat.

Der Tag in RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

Problematischer Wolf im Westerwald konnte nicht gejagt werden

Doch in der Vergangenheit war es selbst bei diesen Einzelfällen schwierig oder gar unmöglich, problematische Wölfe zu töten. Ein Wolf im Westerwald hatte spezielle Sicherungszäune für Weidetiere überwunden und mehrere Schafe gerissen. Im Dezember 2024 hatte die Struktur- und Genehmigungsbehörde (SGD) Nord daher erlaubt, dass der Wolf innerhalb eine befristeten Zeitraums getötet werden darf. Das Verwaltungsgericht Koblenz hat die Genehmigung allerdings kurz darauf für unrechtmäßig erklärt. Mit der Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz soll das künftig in solchen problematischen Fällen einfacher sein.

NABU Rheinland-Pfalz kritisiert Entscheidung zum Wolf

Der Naturschutzbund (NABU) Rheinland-Pfalz kritisiert die Entscheidung, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. "Durch die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht wird den rheinland-pfälzischen Weidetierhaltern und -halterinnen eine scheinbare Sicherheit vorgetäuscht, die im schlimmsten Fall sogar zu mehr Nutztierrissen führen wird“, sagt Cosima Lindemann, Vorsitzende des NABU Rheinland-Pfalz. Der NABU befürchtet, dass die Tierhalter mehr als bisher auf ihren Schutz der Herde, etwa durch spezielle Zäune, verzichten könnten.

Es müsse endlich von allen Seiten an einer sachlichen Diskussion gearbeitet werden, wie mit Wölfen umgegangen werden könne.

Unkel

Dem Wolf auf der Spur So arbeitet ein ehrenamtlicher Wolfsbeauftragter im Westerwald

Paul Bergweiler hat ein ungewöhnliches Ehrenamt: Er ist Wolfsbeauftragter im Westerwald und damit erster Ansprechpartner, wenn ein Wolf gesichtet wird. Das kommt immer häufiger vor.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Koblenz

Eilentscheidung des Verwaltungsgerichtes Koblenz Wolf aus dem Leuscheider Rudel darf nicht getötet werden

Etappensieg für die Naturschützer: In einer Eilentscheidung hat das Verwaltungsgericht Koblenz den geplanten Abschuss eines Wolfes im Westerwald verboten. Er hatte Schafe gerissen.

SWR4 am Freitag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR