Amok heißt Exzess und Überbietung. Jeder einzelne Amoklauf steht immer in einer Reihe von Taten, übernimmt Formen und Bildsprache der Vorgänger und versucht zugleich, noch eins draufzusetzen. Unser Verstand versagt, wenn wir nach eindeutigen Motiven suchen oder das Geschehen nachvollziehbar erklären wollen. Amok heißt auch: Es kann überall passieren.
Das Feature geht der Frage nach, was Amok über unsere Gesellschaft sagt, was die Medien und der Neoliberalismus damit zu tun haben und ob es überhaupt noch sinnvoll ist, zwischen Amok und Terror zu unterscheiden.
BR 2017
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Feature Ausweitung der Gefahrenzone – Amoklauf als Chiffre unserer Gegenwart
Ein Amoklauf kann überall passieren. Wer sind die Täter? Was sagt Amok über unsere Gesellschaft aus? Und ist es überhaupt sinnvoll, zwischen Amok und Terror zu unterscheiden?
Von Beatrice Faßbender und Ulrich Rüdenauer
Sprechen wir über Mord?! Der Amoklauf von Lörrach – True Crime | Eine Anwältin im Blutrausch
Lörrach im September 2010. Sabine R. erschießt ihren Mann, erstickt ihren fünfjährigen Sohn mit einer Plastiktüte und zündet die Wohnung an. Dann schießt sie sich den Weg frei zum gegenüberliegenden Krankenhaus. Dort schießt die 41-Jährige weiter wild um sich und tötet einen Krankenpfleger. Die Polizei rückt an. Nach einem Feuergefecht stirbt die Amokläuferin, getroffen von 17 Kugeln. Das Motiv bleibt unklar.