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Stolpersteine

Der Künstler Gunter Demnig verlegt Stolpersteine an Orten, an denen Opfer der NS-Zeit gelebt haben. SWR2 (heute SWR Kultur) ging in einem großen Hörfunkprojekt von 2013 bis 2015 einzelnen Lebensgeschichten nach, die sich zwischen Geburts- und Todesdatum auf den Stolpersteinen verbergen. Durch Gespräche mit überlebenden Familienmitgliedern, Briefe und Tagebucheinträge wurden Fragmente der Biografien hörbar.

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Stand
  • Flora Hene, Eichstetten

    Ihre Kinder gab sie in fremde Hände, um deren Leben zu retten. Sie bot sich statt ihrer Schwester an und starb.

  • Margot Wicki-Schwarzschild, Kaiserslautern

    Ein Foto rettet ihr Leben – mit Mutter und Schwester kann sie nach schwerer Zeit in französischen Lagern zurückkehren.

  • Else Kahn, Stuttgart

    Die Frau des Kantors trennte sich von ihrem einzigen Kind, um es zu retten.

  • Georg Müller, Kornwestheim

    Was bleibt an Erinnerung von einem depressiven Menschen, der von den Nazis ermordet wurde?

  • Sigmund Gideon, Horb-Rexingen

    Der Viehhändler muss miterleben wie seine Familie durch den Terror der
    Nazis auseinanderbricht.

  • Sofonias Theuß, Steinheim

    Erinnerungen an einen Soldaten, der sich selbst einen Pazifisten nannte.

  • Julius Wertheimer, Kaiserlautern

    Der Mediziner wird am 10. November 1938 schwer misshandelt und in den Selbstmord getrieben.

  • Joachim Brunner, Weingarten

    Er verkaufte Knöpfe und Hosengummis und kandidierte für die SPD im Gemeinderat. Kurz vor Kriegsende verlor er im KZ Mauthausen sein Leben.

  • Viktor Weiss, Landau

    Der Stadtrat holte 1911 den Zeppelin nach Landau und setzte sich für bedürftige Familien ein.

  • Claus Rosenthal, Kehl

    Die Flucht nach Frankreich als 13-Jähriger schützte ihn nicht vor der Deportation nach Schlesien, wo er seinen Vater sterben sah.

  • Anny Salomon, Mainz

    Mit ihrem Mann führte sie in Mainz das traditionsreiche Schuhhaus Manes. Von den Nazis beraubt, fehlte ihr das Geld zur Flucht.

  • Pfarrer Jakob Schwalb, Dahn

    Der Geistliche predigte gegen Hitler. Von den Misshandlungen im Gefängnis 1933 sollte er sich nie wieder erholen.

  • Rudolf Nachmann, Baden-Baden

    Von den USA aus versuchte er vergeblich, das Leben seiner Familie zu retten.

  • Erika Sinauer, Freiburg

    Die Juristin, Tochter des jüdischen Rechtsgelehrten Moritz Sinauer, konnte ihren Beruf ab 1933 nicht mehr ausüben. Sie kam in Auschwitz um.

  • Karl-Heinz Scheurer, Wittlich

    Er war ein elternloses Kind und sozial auffällig, Ärzte deklassierten ihn als erbkrank.

  • Franz Klauser, Überlingen

    Der Hausdiener am Überlinger Spital St. Ulrich wurde wegen seiner Homosexualität verhaftet und starb 1944 im KZ.

  • Wilhelm Kleissle, Konstanz

    Im Kinderwagen schmuggelte der Zeuge Jehovas religiöse Texte über die Grenze.

  • Nathan Schweid Nord, Ludwigshafen

    Als 15-Jähriger wanderte er allein nach Palästina aus.

  • Ella Gross, Bingen

    Die 52-Jährige traute sich im Jahr 1939 nicht, ein neues Leben als Haushaltshilfe in England zu beginnen.

  • Therese Loewy, Freiburg

    Die gebildete Frau entzog sich der Deportation nach Gurs, indem sie den Freitod wählte.

  • Selma Händler, Ludwigshafen

    Die junge Musikerin flüchtete und erkrankte schwer. Ihr Leben endete in Russland.

  • Fredy Rosenberg, Kehl

    Er emigriert mit 14 nach Frankreich und wandert später nach Argentinien aus.

  • Karl-Heinz Klausmann, Schriesheim

    Mit 16 begann seine Flucht – das Kind jüdischer Eltern stirbt sieben Jahre später als Résistance-Kämpfer.

  • Carola Tuteur, Kaiserslautern

    Alleine mit ihrem Bruder, versucht sie zu entkommen und scheitert.

  • Max Held, Wertheim

    Boykott und Ächtung entzogen dem Kaufhausbesitzer nicht nur die Lebensgrundlage, sondern auch soziale Anerkennung und jeglichen Mut.

  • Berta Maurer, Konstanz

    Die Zeugin Jehovas überlebte Gefängnis und mehrere Konzentrationslager.

  • Siegmund Herzog, Worms

    Dem Geschäftsinhaber wurde systematisch die Lebensgrundlage geraubt. Nur seine Tochter überlebte.

  • Adolf Korn, Worms

    Wie viele deutsche Juden vertraute der Bäcker viel zu lange dem deutschen Rechtssystem und dem deutschen Staat.

  • Joseph Sondheimer, Worms

    Der Geschäftsmann hatte schwer unter den Ausschreitungen des Pogroms am 9./10.11.1938 zu leiden.

  • Hans Durlacher, Kippenheim

    Ein Schulheft und ein Gebetbuch sind die einzigen Gegenstände, die an den Schüler erinnern, der in Auschwitz ermordet wurde.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR