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Archivradio – Geschichte im Original

Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar.
Ein ARD-Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. Da es sich lange um einen SWR2-Podcast gehandelt hat, enthalten viele Audios noch den alten Namen "SWR2 Archivradio".

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Stand
  • Das Wrack der "Titanic" wird gefunden

    8.9.1985 | 1912 ist das damals größte Passagierschiff der Welt, die "Titanic", auf seiner Jungfernfahrt von Southampton nach New York. Im Nordatlantik, südlich von Neufundland, schrammt es einen Eisberg. Das Schiff läuft voll Wasser, drei Stunden später ist es gesunken. Mehr als 1.500 Passagiere kommen ums Leben.
    Lange gilt der Dampfer als verschollen, doch 73 Jahre später, im September 1985, wird das Wrack gefunden.

  • Der Gotthard-Straßentunnel wird eröffnet – die damals längste Röhre der Welt

    5.9.1980 | Italien war schon immer ein begehrtes Reiseziel für die Deutschen. Mit der Eröffnung des Gotthard-Straßentunnels rückte Italien noch näher – jedenfalls dann, wenn es keinen Stau vor dem Tunnel gab. Aber auch innerhalb der Schweiz erleichterte der Tunnel den Transport und Verkehr zwischen der Zentralschweiz und dem italienischsprachigen Tessin.
    Heute ist der Tunnel selbstverständlich. Am 5. September 1980 war es im wahrsten Sinne ein Durchbruch.

  • Charles de Gaulle in Bonn – Erster französischer Staatsbesuch im 20. Jahrhundert

    4. und 5.9.1962 | Präsident de Gaulle lässt sich nach seinem Amtsantritt drei Jahre Zeit, bevor er Deutschland besucht; zu groß ist das Misstrauen der französischen Bevölkerung.

  • Sonderzug mit Flüchtlingen kommt in München an – Beginn der "Flüchtlingskrise" 2015/2016

    5. und 6.9.2015 | Sommer 2015: Der Krieg in Syrien treibt Menschen in die Flucht. Über die sogenannte Balkanroute ziehen sie in die EU – zusätzlich zu vielen anderen, die schon all die Jahre regelmäßig aus Südosteuropa kommen. Die deutschen Kommunen organisieren Hilfe und Unterkünfte. Gleichzeitig stoßen die Asyl- und Ausländerbehörden bald an Grenzen bei der Bearbeitung der vielen Fälle.
    Am 31. August 2015 gibt Bundeskanzlerin Merkel eine Pressekonferenz, auf der ihr berühmter Satz fällt: "Wir schaffen das!" – Wie sie das genau gemeint hat, wird klar, wenn man sich das gesamte Statement anhört – ebenfalls hier im Archivradio.
    Dann folgen dramatische Tage. In Budapest kommen immer mehr Geflüchtete an, die Regierungschef Viktor Orbán aber nicht aufnehmen will. Österreich und Deutschland entscheiden daraufhin, ihre Grenzen offen zu lassen. Das bedeutet im Ergebnis, dass in den Folgetagen tausende Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Die ersten von ihnen kommen am 5. September 2015 in einem Sonderzug in München an und werden teils mit Applaus willkommen geheißen.
    Angela Merkel: "Wir schaffen das!" | 31.8.2015
    https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:22c6a802f0b67859/

  • Der Einigungsvertrag

    31.8.1990 | Der Wille war da, aber der Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik und der DDR war kein Selbstläufer. Es wurde gerungen und brauchte einige Anläufe, bis am 31. August 1990 die Wiedervereinigung schriftlich besiegelt wurde.
    Die schwierigsten Verhandlungsthemen waren: Der Umgang mit den Stasi-Unterlagen und die Frage der Abtreibung.

  • Angela Merkels "Wir schaffen das!" im Kontext

    31.8.2015 | "Wir schaffen das!" – Auf diesen Satz wird Angela Merkels Pressekonferenz am 31. August 2015 oft reduziert. Wir schaffen das – eigentlich war es Wolfgang Schäuble, der den Satz am Tag zuvor in der "Bild am Sonntag" fallen ließ. Aber Merkel hat ihn nun mal gesagt, als Kanzlerin, innerhalb einer 15-minütigen Stellungnahme zur damaligen Situation, als insbesondere infolge des syrischen Bürgerkriegs immer mehr Flüchtlinge in die EU und nach Deutschland kamen. Hier die gesamte Rede.

  • NATO startet ersten Kriegseinsatz in Europa gegen bosnische Serben

    30.8.1995 | Mitte der 1990er-Jahre ist das ehemalige Jugoslawien schon weitgehend zerfallen. Die serbische Führung in Belgrad versucht jedoch, so viel Territorium wie möglich unter der eigenen Kontrolle zu behalten.

  • Spionagefall Tiedge – Hochrangiger Verfassungsschützer läuft in DDR über

    23. bis 25.8.1985 | Im Archivradio gibt es schon eine Reihe von Aufnahmen, die mit Spionagefällen im Kalten Krieg zwischen der DDR und der Bundesrepublik zu tun haben. Der Fall Tiedge ist einer der letzten großen Fälle. Er spielt 1985, vier Jahre vor dem Mauerfall.
    Hansjoachim Tiedge war Regierungsdirektor im Bundesamt für Verfassungsschutz. Fast 20 Jahre lang hat er für das Amt gearbeitet. Er war für die Spionageabwehr gegen die DDR zuständig, also dafür, DDR-Spione zu enttarnen. Am 22. August 1985 verschwindet er spurlos. Gerüchte über einen Suizid machen die Runde.
    Einen Tag später, am 23. August 1985, erfährt die Bundesregierung quasi aus der DDR-Presse, dass Tiedge in die DDR übergelaufen ist und dort um Asyl gebeten hat. Ein Schock, denn Tiedge kennt das Innenleben des Verfassungsschutzes bestens, ebenso die bundesdeutschen Agenten in der DDR, die er jetzt verraten könnte. Und möglicherweise, das wird jetzt klar, gibt es einen Zusammenhang zwischen seinem Überlaufen und dem Verschwinden einiger Sekretärinnen in bundesdeutschen Ämtern und Ministerien. Das alles kommt an diesem 23. August 1985 in der Berichterstattung zur Sprache.
    Zwei Tage später gibt es weitere Informationen über den übergelaufenen Regierungsdirektor: Die "Bild"-Zeitung will erfahren haben, dass Tiedge bereits seit zwei Jahren für die DDR arbeitet.
    Die Verantwortung für die Affäre übernimmt schließlich Heribert Hellenbroich. Er war als ehemaliger Präsident des Verfassungsschutzes viele Jahre lang Tiedges Chef und hatte erst vor Kurzem seinen neuen Posten als Chef des Bundesnachrichtendienstes angetreten. Von diesem Amt tritt er nun zurück. Er hatte von Tiedges Problemen gewusst, aber nichts unternommen.
    Hansjoachim Tiedge wird in der DDR gut behandelt. Er nimmt den Namen Helmut Fischer an, lebt in einem großen Haus und promoviert an der Humboldt-Universität. Thema seiner Dissertation: "Die Arbeit des Bundesamts für Verfassungsschutz". Kurz nach der Wende wird Tiedge von einem ARD-Journalisten aufgespürt. Bevor er gefasst werden kann, wird er vom KGB nach Moskau ausgeflogen. Dort lebt er bis zu seinem Tod 2011.

  • UMTS-Versteigerung – Schnell mal 100 Milliarden für den Finanzminister

    10. bis 17.8.2000 | Im Jahr 2000 bietet sich dem Bund die seltene Gelegenheit, durch eine Versteigerung mit einem Schlag fast 100 Milliarden Mark zusätzlich einzunehmen. Versteigert werden die UMTS-Mobilfunkfrequenzen.

  • Rückzug aus dem Gazastreifen – Israel räumt Siedlungen

    15. und 16.8.2005 | Bis 2005 lebten im Gazastreifen mehr als 8.000 jüdische Siedler in mehr als 20 Siedlungen. 2004 kündigt Ministerpräsident Ariel Scharon an, diese Siedlungen räumen zu lassen. Ausgerechnet er, der einst einer der Väter der Siedlerbewegung war.
    Offiziell begründet Scharon die Entscheidung damit, dass es im Gazastreifen keine Chance auf eine jüdische Mehrheit geben kann. Außenpolitisch verkauft er es auch als Zugeständnis im israelisch-palästinensischen Friedensprozess. Viele deuten es aber so, dass Scharon glaubt, dass Israel nicht alle Siedlungen wird behalten können. Und dass er Gaza aufgibt, um umso mehr an den Siedlungen im Westjordanland festzuhalten.
    Seine Entscheidung ist jedenfalls in seinem Kabinett umstritten. Scharons Finanzminister – der spätere Regierungschef Benjamin Netanjahu – tritt aus Protest gegen die Entscheidung zurück, und zwar kurz bevor die Räumung am 15. August 2005 beginnt.
    An jenem Tag sendet SWR1 diese Hintergrundsendung. Sie zeigt den Widerstand der Siedler, aber auch, wie Experten damals den Abzug aus Gaza eingeschätzt haben.
    Es folgt eine Reportage vom 16. August 2005. Korrespondent Ralf Borchard schildert auch hier die heftigen Proteste einiger Siedler.

  • "We don't mind about 100.000 Japs": Otto Hahn irritiert über Reaktion eines Engländers auf Hiroshima

    August 1945 | Der Chemiker Otto Hahn erfährt vom Atombombenabwurf in Hiroshima als Gefangener in einem britischen Internierungslager. Dort saß er zusammen mit anderen hochrangigen deutschen Naturwissenschaftlern wie Carl Friedrich von Weizsäcker. Später erinnert er sich an diesen Moment im August 1945.

  • Werner Heisenberg: Präsentation der "Weltformel"

    Juli 1959 | 1927 formulierte Heisenberg die Unschärferelation und schuf eine Grundlage der Quantenmechanik: Physiker stoßen beim Messen von Teilchen an grundsätzliche Grenzen.

  • Meilenstein für "Damenfußball" – Deutsche Frauen gewinnen Fußball-EM

    2.7.1989 | Reich werden die DFB-Spielerinnen nicht. Ihre Sieg-Prämie: Ein Kaffeeservice!
    Die Welt musste sich in den 1980er Jahren noch an den Frauen-Fußball gewöhnen. Die erste EM gab es erst 1984, die erste WM sollte erst 1991 stattfinden. Das Bundesdeutsche Team nimmt 1989 zum ersten Mal an der Endrunde teil – und gewinnt gleich das Turnier. Mit dabei sind auch die späteren Bundestrainerinnen Silvia Neid und Martina Voss-Tecklenburg.
    Trotz dieses Erfolges gibt es dazu nur sehr wenige Berichte in den ARD-Hörfunkarchiven. Das zeigt den niedrigen Stellenwert, den der "Damenfußball", wie er hieß, damals hatte. Die EM findet in der Bundesrepublik statt, das Finale am 2. Juli - einem Sonntag vormittag in Osnabrück. Immerhin wird es im Fernsehen übertragen.
    Wir hören zunächst eine kurze Zusammenfassung nach dem gewonnenen Finale. Anschließend einen Hintergrundbericht von WDR-Sportreporter Alexander Bleick über die Situation des "Damenfußballs".

  • Länder einigen sich: Schulbeginn nach den Sommerferien

    7.11.1964 | Wann beginnt das neue Schuljahr? Die NS-Regierung hatte den Schuljahresbeginn 1941 einheitlich auf den September festgelegt. Das änderten die Besatzungsmächte nach dem Krieg. 1948 wurde in den westlichen Besatzungszonen beschlossen, das Schuljahr im Frühjahr beginnen zu lassen, im April, faktisch nach den Osterferien. Eine Ausnahme war Bayern, da blieb es beim Herbst.
    1964 gibt es den Wunsch nach einer bundeseinheitlichen Regelung. Es gewinnt die Bayerische Lösung: Schulbeginn im Herbst. Darauf einigen sich die Kultusminister im sogenannten Hamburger Abkommen am 28. Oktober 1964. Eine Woche später erläutert der baden-württembergische Kultusminister Wilhelm Hahn die Gründe. Die Kultusminister hätten sowohl lernpsychologische als auch praktische Erwägungen berücksichtigt.
    Die wichtigsten Gründe für die Entscheidung: Die Sommerferien sind so lang, dass sie sich als die bessere Zäsur zwischen den Schuljahren eignen. Und: Die Länder passten sich mit der Einigung an das Ausland an, wo ebenfalls die Herbstlösung dominierte.
    In den meisten Ländern, die sich umstellten, gab es im Anschluss an die Entscheidung zwei Kurzschuljahre, sodass 1967 die Umstellung vollzogen war.

  • Srebrenica vor dem Massaker – Serben nehmen die Stadt ein

    11.7.1995 | Das Massaker von Srebrenica 1995 gehört zu den dunkelsten Momenten der Jugoslawienkriege in den 1990er-Jahren. 8.000 Bosniaken wurden ermordet. Für die ARD berichtet damals Anke Mai. Die Sorge vor einem bevorstehenden Massaker spricht sie im Gespräch mit dem SDR schon offen aus.

  • DDR erkennt Oder-Neiße-Grenze an – Görlitzer Abkommen

    Neun Monate nach ihrer Staatsgründung erkennt die DDR die Oder-Neiße-Grenze an. Dafür treffen sich die Regierungschefs der DDR und Polens, Otto Grotewohl und Józef Cyrankiewicz, an der Grenzbrücke in Görlitz.
    Vorangegangen waren noch ein paar Diskussionen über den genauen Grenzverlauf – kurz: darüber, welche Neiße nun entscheidend ist: Eigentlich hatten sich die Alliierten auf der Konferenz von Jalta auf die Glatzer Neiße als Grenzfluss geeinigt. Diese Grenze hätte bedeutet, dass sogar ein Teil von Breslau deutsch geblieben wäre.
    Doch Stalin besteht nun auf der weiter westlich fließenden Lausitzer Neiße – und setzt sich damit durch. Dieser Grenzfluss wiederum teilt Görlitz in einen polnischen und einen deutschen Stadtteil – und so wird dort die Einigung unterzeichnet – eben: Das Görlitzer Abkommen, über das der Rundfunk in der DDR berichtete.
    Auch die westlichen Siegermächte, also USA, Großbritannien und Frankreich, haben die Oder-Neiße-Grenze damals akzeptiert. Die Bundesrepublik dagegen hat zwar sich zwar faktisch damit abgefunden, dass Schlesien jetzt zu Polen gehört und spätestens seit den 1970er Jahren auch keine Ansprüche mehr auf Gebiete östlich der Grenze erhoben. Doch formal wurde die Oder-Neiße-Grenze erst mit der deutschen Wiedervereinigung im Zwei-plus-Vier-Vertrag anerkannt.

  • Radio im Zweiten Weltkrieg

    Das Radio in der NS-Zeit war Propaganda – aber vor allem war es Unterhaltung. Goebbels wollte, dass die Menschen den Reichsrundfunk hören und nicht die Feindsender. Gelegentlich waren auch beide gleichzeitig zu hören: Wenn etwa die Russen mit eigenen Sendern die Deutschen Radiosendungen störten. Christoph König spricht mit dem Rundfunkhistoriker Prof. Konrad Dussel (SWR 2020) | Alle O-Töne zur Sendung: http://swr.li/radio-wk2 | archivradio.de | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@DasWissen

  • George Spencer Brown – Über die "Gesetze der Form" und alles mögliche sonst

    Mai 1994 | Der Mathematiker George Spencer-Brown fand vor allem außerhalb seines Fachgebiets in bestimmten Kreisen viel Beachtung. Dazu gehörte vor allem die Szene der Systemtheorie und Kybernetik. In Deutschland war es vor allem der Soziologe Niklas Luhmann, der sich an vielen Stellen auf ihn berufen hat. Spencer-Browns zentrales Werk ist sein Buch "Gesetze der Form". Ausgehend von einer einfachen logischen Operation – der Operation der Unterscheidung - versucht er klassische Probleme der Logik aufzulösen und Paradoxien auf eine neue Weise zu beschreiben. Klingt abstrakt – und tatsächlich lassen sich die, die sein Buch gelesen haben, in zwei Gruppen unterscheiden: Die einen finden es genial, die anderen verstehen überhaupt nicht, worauf er hinaus will. Spencer-Brown war kein einfacher Mensch, konnte aber sehr unterhaltsam sein - auf seine Art.
    Die folgenden Aufnahmen stammen aus einem Vortrag, den der Mathematiker im Februar 1994 am Heidelberger Institut für Systemische Forschung hielt. Es handelt sich um eines der wenigen Tondokumente weltweit, die von George Spencer-Brown - zumindest im Internet - existieren.

  • 102-Jährige erhält Medizindoktor – nach 78 Jahren

    10.6.2015 | Ingeborg Syllm-Rapoport (1912 - 2017) hat Medizin studiert und auch promoviert. Doch sie war Jüdin und es war 1937 – deshalb wurde ihr der Doktortitel verweigert. Sie emigrierte noch rechtzeitig in die USA. Ihr Staatsexamen wurde dort nicht anerkannt, sie holte es nach, ging in die Forschung, heiratete einen Mediziner. Die beiden waren aber links und pazifistisch orientiert, was in den 1950ern dazu führte – es war die McCarthy-Ära – dass die Behörden sie drangsalierten.
    Sie gingen wieder zurück nach Europa. Ein Job-Angebot an der Charité führte das Ehepaar schließlich in die DDR. Dort wurde Syllm-Rapoport Fachärztin für Kinderheilkunde und bis zu ihrer Emeritierung 1973 Professorin. Und dann, nach weiteren vier Jahrzehnten, wurde ihr die Promotionsurkunde, die sie eigentlich schon 1937 hätte bekommen sollen, doch noch ausgehändigt, nach 78 Jahren. An diesem 10. Juni 2015 war sie bereits 102 Jahre alt.

  • Thomas Mann gegen die Nazis

    Im Krieg war der Schriftsteller politischer Aktivist. Nazis und Antisemitismus waren ihm zuwider. In seinem Exil in den USA produzierte er Ansprachen, um übers Radio die deutschen Hörer über die Nazi-Verbrechen aufzuklären. Stefan Nölke spricht mit dem Literaturwissenschaftler Kai Sina (MDR 2025) | Mehr zur Sendung: http://swr.li/thomas-mann-exil || Thomas Manns Ansprachen im Archivradio | https://www.swr.de/swrkultur/wissen/archivradio/thomas-mann-meldet-sich-aus-kalifornien-100.html || archivradio.de || Thomas Manns Meisterwerke als Hörbücher | https://www.ardaudiothek.de/sendung/thomas-mann-jubilaeum-meisterwerke-als-hoerbuecher/14310079/ || Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@DasWissen

  • Radiopropaganda fürs Ausland – Geheimsender im Zweiten Weltkrieg

    Die Briten waren Meister der Geheimsender – deutschsprachiges Radio für Hitlers Soldaten, um die NS-Streitkräfte zu schwächen und zu desinformieren. Seltene Tonaufnahmen aus dem Imperial War Museum in London geben einen Eindruck von der Radio-Propaganda. Lukas Meyer-Blankenburg im Gespräch mit der Historikerin Birgit Bernard (SWR 2022) | Mehr zur Sendung: http://swr.li/radiopropaganda | archivradio.de | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@DasWissen

  • Thomas Mann über die Jalta-Konferenz

    16.2.1945 | Im Februar 1945 zeichnet sich ab, dass Hitler-Deutschland bald besiegt sein würde. Seit der Befreiung von Auschwitz kurz zuvor sind auch die Gräueltaten und Massenvernichtungen öffentlich bekannt.
    Doch was sollte mit Deutschland nach einer Kapitulation geschehen? Soll das Land zwischen den Siegermächten aufgeteilt werden – und wenn ja, wie? Soll Europa in definierte westliche und sowjetische Interessenssphären aufgeteilt werden?
    Um diese und andere Fragen zu besprechen, treffen sich die Staatschefs der Alliierten ab dem 4. Februar 1945 für eine Woche im Badeort Jalta auf der Krim – für die USA kommt Franklin D. Roosevelt, für Großbritannien Winston Churchill. Eingeladen hat der sowjetische Diktator Josef Stalin. Frankreich ist nicht vertreten.
    Die Konferenz ist für den Schriftsteller Thomas Mann (1875 - 1955) ein erneuter Anlass, sich aus seinem kalifornischen Exil mit einer Rundfunkbotschaft über das deutsche Programm der BBC an die deutschen Hörer zu wenden.

  • "Deutsche Hörer!" – Neujahrsansprache von Thomas Mann

    1.1.1945 | Dies ist eine der späten Radioansprachen, die Thomas Mann aus dem Exil an seine deutschen Landsleute sendet. Es ist Neujahr 1945. Im Sommer zuvor sind Briten und US-Amerikaner in der Normandie gelandet und haben große Teile Frankreichs von den Nazis befreit. Doch im Dezember startet die Wehrmacht ihre Ardennenoffensive und rückt wieder Richtung Westen vor, bis kurz vor die Maas. Dies bewegt Thomas Mann dazu, seine Reihe "Deutsche Hörer" wieder aufzunehmen und fortzuführen, die er 1941 in seinem Exil in Kalifornien begonnen hatte. Die Platten, die er dort aufnimmt, gelangen per Luftpost nach New York und werden von dort wiederum per Kabel nach London übertragen. Die BBC sendet die Aufnahmen schließlich über Langwelle auch ins deutsche Reichsgebiet. Hier also Thomas Manns Neuajahrsansprache vom 1. Januar 1945.

  • Thomas Mann spricht aus Kalifornien zu den "Deutschen Hörern"

    18.3.1941 | Thomas Mann sendet im Krieg 55 Radioansprachen, die er an seine Landsleute adressiert. "Deutsche Hörer" heißt die Sendereihe. In seinem Exil in Kalifornien nimmt er seine Reden auf Platte auf. Diese werden per Luftpost nach New York gebracht und von dort wiederum per Kabel nach London übertragen. Die BBC sendet die Aufnahmen schließlich über Langwelle auch ins deutsche Reichsgebiet. Die erste dieser Aufnahmen stammt vom 18. März 1941. Anschließend hören wir eine weitere vom Dezember desselben Jahres. Da ist auch die Tonqualität besser.

  • Nobelpreis für Thomas Mann – Flüsterreportage aus Stockholm

    10.12.1929 | Der Schriftsteller Thomas Mann bekommt am 10. Dezember 1929 in Stockholm den Literaturnobelpreis. Reporter Alfred Braun berichtet darüber aus Schweden in seiner berühmten Flüsterreportage, in der er ganz nah beim König steht. Später beschreibt er wie es dazu kam: Der König habe kein Mikrofon vor sich haben wollen. Braun fand einen Platz "hinter einem Teppich". Diese aus der Not geborene "Flüsterreportage" nutze Braun später auch bei anderen Reportagen aus den Räumen ranghoher Politiker.

  • Thomas Mann feiert deutsche Kapitulation und spricht von "Befreiung"

    11.5.1945 | Als 1985 Bundespräsident Richard von Weizsäcker den 8. Mai 1945, den Tag der deutschen Kapitulation, als Tag der Befreiung bezeichnet, löst das eine Diskussion aus. Für viele Deutsche war das noch immer ein ganz neuer Gedanke. Der Schriftsteller Thomas Mann hatte ihn allerdings schon 40 Jahre vor Weizsäcker ausgeprochen – unmittelbar nach Kriegsende. Am 11. Mai 1945 schickt Thomas Mann aus seinem Exil über die BBC folgende Rundfunksendung an seine "Deutschen Hörer".
    Mehr im Archivradio von Thomas Mann: http://swr.li/thomas-mann-exil

  • "Meine Zeit" – Thomas Mann blickt auf sein Leben zurück

    6.6.1950 | Rund um seinen 75. Geburtstag ist Thomas Mann auf Vortragsreise. An mehreren Orten hält er den folgenden Vortrag mit dem Titel "Meine Zeit", in dem er selbstreflektiert auf sein Leben und auch seine politische Rolle blickt.
    Der Vortrag wird unter anderem im Süddeutschen Rundfunk gesendet. Alle weiteren Hintergründe fasst der Einführungstext des damaligen Moderators zusammen, der es für nötig hält darauf hinzuweiesn, dass sich der Süddeutsche Rundfunk die Thesen des "Dichters" keineswegs zu eigen mache.

  • Der Rundfunk 1933 – Vom Massenmedium zum NS-Propagandainstrument

    Das Radio ist das neue Massenmedium der Zeit. Als die Nazis im Januar 1933 an die Macht kommen, beginnen sie deshalb sofort damit, den Rundfunk auf Linie zu bringen. Das gelingt ihnen erstaunlich gut und schnell. Lukas Meyer-Blankenburg im Gespräch mit Maximilian Schönherr (SWR 2025) | Mehr zur Sendung: http://swr.li/rundfunk-1933 || archivradio.de || Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@DasWissen

  • Reichssendeleiter Hadamovsky eröffnet den Großsender Berlin

    20.12.1933 | Der Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky eröffnet den Großsender Berlin. München, Stuttgart und Berlin haben jetzt eine Sendeleistung von jeweils 100 kW. Im nächsten Jahr werden die kleinen Sender ausgebaut, "zur Pflege der bodenständigen Eigenart, welche die Grundlage der deutschen Kultur überhaupt bildet".

  • Württembergs Ministerpräsident Mergenthaler über den Rundfunk

    24.11.1933 | Der württembergische Ministerpräsident Christian Mergenthaler spricht im Stuttgarter Staatstheater über die Kultur im Rundfunk. Heinrich Hertz und "die wunderbaren Gebilde der elektrischen Wellen". Elektronen füllen uns mit Andacht. Wenn die Stimme des Führers zu einem 60-Millionen-Volk spricht. Gibt außer Buchdruckkunst-Erfindung nichts Größeres als diese Übertragung der Rede. Technik ist nicht kulturfeindlich. Schwäbische Stämme gehen in die Tiefe. Soldatische Auffassung. Kulturelle Schöpfungen des Schwabenlandes. Kepler, Hölderlin, Schiller. Trotz unserer Liebe zu Schwaben gibt es für uns nur ein Vaterland: Deutschland.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR