Stadtverordnetenversammlung zur Energieversorungslage in Berlin
Es ist eisig kalt im Nachkriegswinter 1946/1947. Es mangelt an Kohle und Gas. In Berlin sterben Dutzende an Erfrierungen. Die Stadt ist damals noch nicht streng in Ost- und Westberlin geteilt, sondern in die vier Sektoren der Siegermächte. Für dieses "Groß-Berlin" gibt es eine gemeinsame Stadtverordnetenversammlung, und dort war die katastrophale Energieversorgungslage eins der zentralen Themen am 30. Januar 1947.
Kohle aus der sowjetischen Zone lässt auf sich warten
Krankenhäuser, Schulen, Bäckereien – wer hat Priorität bei der Energieversorgung? Es wird über Gaskontingente gesprochen.
SPD-Stadtrat Gustav Klingelhöver stellt in drastischen Worten die Situation dar und beklagt in seiner Rede vor allem, dass die Kohletransporte aus der sowjetischen Zone auf sich warten lassen. Die Stadt beziehe deshalb verstärkt Steinkohle aus dem Ruhrgebiet.
Archivradio-Gespräch Die Neumühle-Bande – Ein pfälzisches Gangster-Epos
1945/1947 | Zwischen 1945 und 1947 hält eine Serie von Morden und Überfällen die Pfalz in Atem. 32 Angeklagte stehen schließlich vor Gericht. Der Prozess verrät viel über die Gesellschaft der Nachkriegszeit. Gábor Paál im Archivradio-Gespräch mit dem Historiker Christian Decker, Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde (SWR 2019) | Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/neumuehle-bande | Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de | Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@DasWissen
1946 Deutsche Flüchtlingsfrauen in Wesermünde
1946 | Als die Deutschen den Zweiten Weltkrieg verlieren, kommen Millionen deutscher Flüchtlinge aus den Ostgebieten ins Land, aus Schlesien, Pommern oder dem Sudetenland. Von ihren deutschen Landsleuten werden sie meist nicht gerade herzlich empfangen, Lebensmittel und Wohnraum sind knapp. Doch die Flüchtlinge sind fleißig und wollen sich integrieren, wie diese Reportage von 1946 über Flüchtlingsfrauen in Wesermünde zeigt, die in einer Heringsfabrik arbeiten. Inspiriert von den Fischen wählt der Reporter einen sehr eigenwilligen Einstieg in den Beitrag.
Im Bild: Fischbörse Wesermünde um 1930
1946 Ansprache an Flüchtlinge in Lager bei Bremen
1946 | Der Vorsitzende des Flüchtlingsausschusses im Kreis Wesermarsch begrüßt die Flüchtlinge und gibt Ratschläge für das Zusammenleben mit der einheimischen Bevölkerung.
31.3.1946 Die ersten SWF-Nachrichten: Ausgangsbeschränkungen und Lebensmittelknappheit
31.3.1946 | Am 31.3.1946 startet das Programm des Südwestfunks. So klangen die ersten Nachrichten. Sie sind im Original nicht mehr erhalten, sondern wurden später nachgesprochen. Thema sind Lebensmittelknappheit und Ausgangsbeschränkungen.
6.12.1946 Peter Altmeier: Rheinland-Pfalz ist "Wiege des demokratischen Deutschtums"
6.12.1946 | Bevor Peter Altmeier erster Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz wurde, war er Regierungspräsident von Montabaur und Mitglied der beratenden Landesversammlung Rheinland-Pfalz. Er hatte einen entscheidenden Anteil an der Ausarbeitung der Verfassung des Landes.
Im Dezember 1946 äußert er sich für die Christdemokraten zu einer Erklärung der provisorischen Regierung. Er hebt hervor, dass die CDU trotz absoluter Mehrheit angesichts des Lebensmittelnotstands im Land - es mangele sogar an Wein und Tabak! - auch die anderen politischen Kräfte in der Regierung einbindet.
In der Gründung von Rheinland-Pfalz sieht er eine "Rückkehr der demokratischen Republik an den Rhein - in die Wiege des Deutschtums"
30.1.1947 Diskussion: Soll der Rundfunk staatlich oder unabhängig werden?
30.1.1947 | Nach dem Krieg gab es im Südwesten Radio Stuttgart – den Vorläufer des Süddeutschen Rundfunks – und den Südwestfunk, beide wurden aber noch von den Militärverwaltungen kontrolliert. Auch die Nachrichten wurden zensiert. Doch zeichnete sich schon bald ab, dass das nur eine Übergangslösung ist, und dass die Rundfunksender eigenständig werden sollten. Doch was ist damit gemeint? Soll der Rundfunk unter Aufsicht des Landtags gestellt werden? Soll die Post die technische Verbreitung übernehmen? Das Konzept eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks war den Deutschen damals noch nicht so recht vertraut. Und so kam es am 30. Januar im Programm Radio Stuttgart zu einer Grundsatzdiskussion unter dem Titel: Wollen wir ein staatliches oder ein unabhängiges Radio? Vor dem Hintergrund der heutigen Diskussionen ein aufschlussreicher Schlagabtausch.
15.6.1947 Nahrungsmittelknappheit beherrscht erste Landtagssitzung in Rheinland-Pfalz
15.6.1947 | Nach dem Hungerwinter 1946/47 herrscht Not in Rheinland-Pfalz. Es gibt zu wenig zu essen. In der ersten Sitzung des neuen Landtags am 4. Juni 1947 geht es daher vor allem um die Ernährungslage. Ein Redakteur des Landfunks kommentiert die Landtagssitzung mehr als zehn Tage später. Er beklagt den Schwarzhandel und dass manche mehr an ihren Profit denken, statt zu helfen, den Hunger zu bekämpfen. (Im Bild: Ein Schwarzmarkt 1946 in Leipzig)
21.6.1947 Reportage über Trümmerfrauen in Berlin
21.6.1947 | Das Bild der fröhlich anpackenden Trümmerfau prägt bis heute unsere Wahrnehmung vom Wiederaufbau der zerbombten deutschen Städte nach dem Zweiten Weltkrieg. Schon während des Krieges hatte Goebbels Propagandaministerium Schauspielerinnen in den Trümmern fotografieren lassen, um nach alliierten Luftangriffen Zuversicht in der Bevölkerung zu verbreiten.
Nach dem Krieg prägen wieder Frauen die Aufräumarbeiten, vor allem auch, weil viele Männer umgekommen oder in Kriegsgefangenschaft sind. Sie machen aber im Gegensatz zur Nazi-Propaganda keinen Hehl daraus, wie hart diese Arbeit ist. Gut zu hören hier im Beitrag aus Berlin vom 21. Juni 1947.