31.8.1914 / 17.10.1917

Paul von Hindenburgs Dankerlass an die Truppen der 8. Armee

Erster Weltkrieg

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Von Autor/in ARD Archivradio

Schlacht bei Tannenberg

Am 31. August 1914 schlägt die 8. Armee des Deutschen Kaiserreichs bei Tannenberg die russische Armee. Ein siegessicher-gelassen sprechender Oberbefehlshaber Paul von Hindenburg gibt seinen Kämpfern ein paar Tage Urlaub.

Paul von Hindenburgs Dank an die Soldaten

"Soldaten der 8. Armee! Die vieltägigen heißen Kämpfe auf den weiten Gefilden zwischen Allenstein und Neidenburg sind beendet. Ihr habt einen vernichtenden Sieg über fünf Armeekorps und drei Kavalleriedivisionen errungen. Mehr als 90.000 Gefangene, ungezählte Geschütze und Maschinengewehre, mehrere Fahnen und Ziele sonstiger Kriegsbeute sind in unseren Händen. Die geringen, der Einschließung entronnenen Trümmer der russischen Narew-Armee fliehen nach Süden über die Grenze. Die russische Wilna-Armee hat von Königsberg her den Rückzug angetreten.

Nächst Gott dem Herrn ist dieser glänzende Erfolg Eurer Opferfreudigkeit, Euren unübertrefflichen Marschleistungen und Eurer hervorragenden Tapferkeit zu danken.

Ich hoffe, Euch jetzt einige Tage wohlverdienter Ruhe lassen zu können. Dann aber geht es mit frischen Kräften wieder vorwärts mit Gott für Kaiser, König und Vaterland, bis der letzte Russe unsere teure, schwergeprüfte Heimatprovinz verlassen hat und wir unsere sieggewohnten Fahnen ins Feindesland hineingetragen haben.

Es lebe Seine Majestät der Kaiser und König – Hurra!"


Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
Nachgesprochen und aufgezeichnet drei Jahre später, im Oktober 1917

1915 "... sagt Deutschland" (Lied) – Ein Couplet im Ersten Weltkrieg

1915 | Das Couplet wirft prototypische Scheinzitate der großen Kriegsteilnehmer in die Musik. Russland sagt, es lüge nie, England sage immer nur die Wahrheit und Frankreich sei gerade heraus. Deutschland aber schweigt und redet durch die Tat. Das Stück endet mit Truppenstärken, die die anderen Nationen in den Krieg schicken wollen. Deutschland schickt nur einen Namen ins Feld: Hindenburg.

17.10.1917 Paul von Hindenburg zur Lage Deutschlands im 4. Kriegsjahr

17.10.1917 | Paul von Hindenburg (OHL), der zu Beginn des Kriegs Erfolge feierte, spricht im vierten Kriegsjahr nicht mehr siegessicher. Der Kampf sei den Deutschen "aufgezwungen" worden, ist seine neue Einschätzung. Es geht jetzt "um Sein oder Nicht-Sein", wo nur noch der "gerechte Gott" helfe. Aufgenommen am 17. Oktober 1917 im Großen Hauptquartier der Heeresleitung in Bad Kreuznach.

23.2.1932 Goebbels keift gegen Hindenburg

23.2.1932 | Die Neuwahl des Reichspräsidenten steht an. Joseph Goebbels (NSDAP) beschreibt Hindenburg als Witzfigur und nutzt die Aussprache für eine "Abrechnung" mit der Regierung. Goebbels wird des Saals verwiesen. Der Rest der Debatte ist von Tumulten geprägt. Kurt Schumacher spricht von einem hohen Grad der Verachtung und "Dummheit" der Nationalsozialisten.

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Autor/in
ARD Archivradio
Cover Podcast Archivradio
Moderator/in
Maximilian Schönherr