Werner Heisenberg ist einer der bedeutendsten deutschen Physiker des 20. Jahrhunderts. Entdecker der sogenannten "Unschärferelation" – der Tatsache, dass man nicht alle Eigenschaften eines Teilchens gleich gut messen kann. Es hat entweder einen definierten Ort, oder einen definierten Impuls, aber nicht beides gleichzeitig. Das liegt in seiner Natur der physikalischen Teilchen.
Aber Heisenberg prägte nicht nur die Grundlagen der Kernphysik, sondern auch ihre Anwendung, die Kernenergie. Im Krieg arbeitete er an einem ersten deutschen Kernreaktor. Nach dem Krieg setzte er sich für die friedliche Nutzung der Kernenergie ein. Ansonsten forschte er weiter, tüftelte an einer Weltformel.
1968, Heisenberg ist 66 Jahre alt, führt der Redakteur der Deutschen Welle Harald von Troschke das folgende Interview mit Werner Heisenberg über seine Forschung und sein Leben.
3.1.1951 Werner Heisenberg über die Chancen der Kernenergie – Atomkocher für die Hausfrau?
3.1.1951 | Die Atomtechnik kommt in den 1950er-Jahren wie gerufen: Die Kohlevorkommen in Deutschland drohen knapp zu werden für den steigenden Energiebedarf der Bevölkerung.
19.7.1956 In Karlsruhe entsteht erster Forschungsreaktor – Stimmung in der Stadt
19.7.1956 | 1956 ist entschieden: In Karlsruhe soll der erste atomare Forschungsreaktor der Bundesrepublik entstehen. Physik-Nobelpreisträger Werner Heisenberg hatte sich für München stark gemacht, denn er ist mit seiner Forschungsgruppe aus Göttingen dorthin gezogen. Doch Kanzler Konrad Adenauer entscheidet zugunsten von Karlsruhe. Eine Rolle spielen dabei auch sicherheitspolitische Erwägungen. München liegt Adenauer zu nahe an der aus Moskau kontrollierten Tschechoslowakei. Zur Vertragsunterzeichnung schickt der Kanzler seinen Atomminister Franz Josef Strauß nach Karlsruhe. Wir hören zunächst den Bericht vom Festakt, anschließend eine Umfrage, die die Stimmung der Karlsruher widerspiegelt.
Die Bauarbeiten in Karlsruhe beginnen zunächst am Rhein bei Maxau. Doch nach einem Jahr ist klar: Das ist wegen der Hochwassergefährdung dann doch zu unsicher. Das Kernforschungszentrum entsteht schließlich weiter vom Fluss entfernt, bei Leopoldshafen. Der Reaktor geht wegen dieser und anderer Verzögerungen erst 1961 in Betrieb und wird deshalb nicht der erste Reaktor in der Bundesrepublik – das wird der in Garching, zu dessen Inbetriebnahme wir im SWR2 Archivradio eine eigene Aufnahme haben. Das Kernforschungszentrum Karlsruhe wird später in Forschungszentrum Karlsruhe umbenannt und fusioniert 2009 mit der Universität zum heutigen Karlsruhe Institute of Technology KIT. | Kernenergie