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Demokratie lernen – Wie Kinder und Jugendliche mitbestimmen können

Schon Kinder können Demokratie, wenn sie in der Kita abstimmen, was sie spielen wollen. Ob in Schülerparlamente oder bei der Wahl ab 16: Politische Teilhabe ist ein Kinderrecht.

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Von Autor/in Silvia Plahl

Die neue Bundesregierung hat vor, das Wahlrecht ab 16 einzuführen. Mit dem niedrigeren Wahlalter besteht auch die Hoffnung, dass mehr Jugendliche mit dem Wahlaufruf noch in der Schule erreicht und dort mit Informationen begleitet werden. Auch Eltern haben einen Einfluss, denn sie machen ihren Kindern die Beteiligung an Demokratie vor.

Wie lernt man Demokratie?

Im Politik- und Geschichtsunterricht an den Schulen werden vor allem das politische System und die zentralen Funktionen und Werte des Grundgesetzes vermittelt.

Andreas Weiss von der Berliner Ellen-Key-Schule sagt, es gehe aber auch darum, zu zeigen, dass das Grundgesetz historisch gewachsen ist – dass es eine Reaktion auf die Schrecken und Erlebnissen der NS-Diktatur war und immer mit den Erfahrungen einer Gesellschaft mit-lebt und sich erweitert. Etwa jetzt durch die Themen Kinderrechte, Gleichberechtigung aller Geschlechter, Antidiskriminierung.

Projekt "aula": digitales Werkzeug zur Mitbestimmung

Ein Werkzeug der Mitbestimmung an Schulen ist das Projekt „aula“ der Psychologin und Expertin für digitale Partizipation Marina Weisband. Sie hat eine Online-Plattform entwickelt, mit der die Mitbestimmung an Schulen vereinfacht wird. Die Software und Materialien dazu stehen kostenlos im Netz. Bei „aula“ können alle Vorschläge eingeben, sie werden strukturiert und offen diskutiert.

Marina Weisband berichtet: "18 Schulen arbeiten derzeit offiziell mit „aula“. Plus die Dunkelziffer derer, die sich das Material im Netz herunterladen." – Die Vision der Beteiligungspädagogin ist, dass „aula“ dazu beiträgt, dass sich demokratische Verhaltensregeln auch online verbreiten. Und wer das langwierige Prozedere von einer Idee bis zu ihrer Realisierung mitgehe, sehe und erlebe die Wegmarken, Umwege und Nebeneffekte.

Wunsch nach Smartphone-Tag in der Schule aktivierte Schüler und Lehrer

An einer Schule gab es im Rahmen von „aula“ beispielsweise den Wunsch nach einem Smartphone-Tag, an dem alle Lehrkräfte nur mit dem Smartphone unterrichten. Das hat diese dazu aktiviert, deutschlandweit auf Twitter Anregungen zu sammeln. Den Jugendlichen wiederum fiel auf, dass nicht alle an der Schule ein Smartphone besitzen; damit haben sie auf den Schutz von Minderheiten geachtet.

Zudem gibt es bereits verschiedene Mitwirkungsgremien an Kindergärten und Schulen, vom Kita- oder Klassenrat bis zur Gesamtschülervertretung. Doch werden sie auch gehört? Reagiert die Politik darauf?

#WirWerdenLaut: Petition der Schulsprecherinnen und Landeschülervertreter

Rund 100 Schulsprecherinnen und Landesschülervertreter haben Anfang Februar 2022 eine Petition an die Bildungsministerin, den Gesundheitsminister, die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und die Landesregierungen gerichtet und die Corona-Politik kritisiert: Sie bräuchten kostenlose Masken, Luftfilter und eine Prüfungsentlastung der Abschlussjahrgänge.

„Wir können Ihre aktuelle Politik, die uns alle im Stich lässt, psychisch belastet und körperlich gefährdet, nicht länger mittragen. Wir sind darauf angewiesen, dass Sie endlich Ihrer Verantwortung gerecht werden und auf unsere Forderungen eingehen. Wir fordern (…) einen ehrlichen und öffentlichen Diskurs mit statt über uns.”

Eine Demokratie wird immer von der ganzen Gesellschaft gelebt, ob jung oder alt. Das ist anstrengend und nicht selbstverständlich. Deshalb ist es so wichtig, dass Kinder und Jugendliche erfahren und erleben, wie sie selbst das Zusammenleben in einer Demokratie mitgestalten können.

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Autor/in
Silvia Plahl
Silvia Plahl
Onlinefassung
Ulrike Barwanietz
Candy Sauer