Der Holocaust gilt als beispiellos. Doch darf man ihn deshalb nicht mit anderen Völkermorden oder den kolonialen Verbrechen vergleichen? In den Geschichtswissenschaften sind Holocaustvergleiche gang und gäbe. Und ein Vergleich noch keine Relativierung.
Früher gab es zumindest in Deutschland einen breiten Konsens: Der Holocaust ist beispiellos. Deshalb sind Nazi-Vergleiche grundsätzlich fehl am Platz. Sie verharmlosen die Opfer des NS-Terrors.
Inzwischen scheinen Holocaust-Vergleiche wieder salonfähig zu sein, ausgerechnet sogar im Zusammenhang mit Israels Vorgehen in Gaza. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Theorien des Postkolonialismus. Was sagt die historische Forschung dazu?
Gábor Paál im Gespräch mit dem Historiker Stephan Malinowski, The University of Edinburgh
SWR 2024