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Veteranen in Deutschland – Zwischen Ehre, Trauma und Symbolpolitik

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Von Autor/in Sven Ahnert

Am 15. Juni 2025 ehrt Deutschland erstmals seine Veteranen. Während in Ländern wie den USA ehemalige Soldaten als Helden gefeiert werden, bleibt der Umgang in Deutschland distanzierter. Befürworter sehen die Ehrung als überfällig, Kritiker warnen vor militärischer Symbolpolitik. Jahrzehntelang spielte die Figur des Veteranen in der deutschen Gesellschaft kaum eine Rolle – doch ändert sich das nun?

Der neue Gedenktag wirft ein Schlaglicht auf den Umgang mit ehemaligen Soldaten und die Frage, welche Bedeutung ihnen in Zeiten wachsender sicherheitspolitischer Herausforderungen zukommt.

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12.11.1955 Bundeswehr startet mit 101 Soldaten

12.11.1955 | 1950 gab Bundeskanzler Konrad Adenauer den Anstoß zum Aufbau einer eigenen Armee. Das geschah zunächst geheim, denn die Alliierten hatten ein Wörtchen mitzureden. Den Auftrag gab er dem CDU-Politiker Theodor Blank. Sein Job war ziemlich verklausuliert, er leitete die "Dienststelle für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen", im allgemeinen Sprachgebrauch einfach "Amt Blank" genannt. Daraus wurde später das Bundesverteidigungsministerium.
Die Gründung der Bundeswehr ist offiziell erst möglich, als am 5. Mai 1955 das Besatzungsstatut aufgehoben und die Bundesrepublik ein souveräner Staat wird. Ein halbes Jahr später treten die ersten 101 Soldaten in Bonn ihren Dienst an. Unter ihnen auch ehemalige Generäle der Wehrmacht wie Hans Speidel und Adolf Heusinger. Heusinger kommt im Beitrag auch zu Wort, ebenso wie Theodor Blank, der inzwischen erster Bundesverteidigungsminister ist.
Das Datum, der 12. November 1955, war bewusst gewählt. Es ist der 200. Geburtstag des preußischen Generals Gerhard von Scharnhorst. Scharnhorst hatte Anfang des 19. Jahrhunderts das Heer reformiert, die Adelsprivilegien abgeschafft und die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. Auf ihn geht somit das Konzept vom Bürger in Uniform zurück. An seinem Ehrentag also treten die ersten Soldaten ihren Dienst an.
Der Name "Bundeswehr" existiert zwar schon, ist aber offenbar noch nicht etabliert ist. WDR-Reporter Hans Jesse spricht von den Deutschen Streitkräften.

Diskussion um Veteranentag "Dafür fehlt der Respekt"

In den Vereinigten Staaten ist der Veterans Day im November ein gesetzlicher Feiertag. Auch andere Nationen haben so einen Gedenktag.
Nun wird es also auch in Deutschland einen nationalen Veteranentag geben, jedes Jahr am 15. Juni. Mit Veranstaltungen in Berlin aber auch überall im Land, um Wertschätzung für aktive und ehemalige Bundeswehr-Soldaten und Soldatinnen zu zeigen.
Das hat der Bundestag heute mit großer Mehrheit beschlossen.
Dietger Lather ist ehemaliger Bundeswehr Oberst, war in Afghanistan und hat Bücher geschrieben. In seinem letzten mit dem Titel „Für Deutschland in den Krieg“ hat er sich mit dem Thema auseinandergesetzt. In SWR Aktuell hat er gesagt, was er von einem Veteranentag hält: „Ich habe in den USA, in Großbritannien und Belgien erlebt, wie Veteranentage zelebriert werden. Aber auch, welchen Respekt Veteranen in der Bevölkerung erleben. Und dieser Respekt ist in der Öffentlichkeit in Deutschland nicht so vorhanden.“ Wie sich Wertschätzung gegenüber Soldatinnen und Soldaten am besten ausdrücken lässt und wie ein Bewusstseinswandel herbeigeführt werden kann, darüber hat Oberst a.D. Dietger Lather mit SWR Aktuell-Moderatorin Katja Burck gesprochen.

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Sven Ahnert
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