Wichtig: richtiges Verhältnis von Wasser und Salz
Durst signalisiert uns: Wir sollten etwas trinken. Also könnte man denken, der Körper stellt irgendwie fest, dass Wasser fehlt. Aber so einfach ist es nicht. Denn unser Körper braucht nicht nur Wasser, sondern auch Salz. Und das Verhältnis zwischen beiden muss stimmen – es sollte weder zu viel Wasser noch zu viel Salz da sein. Deshalb muss unser Körper das ständig ausbalancieren.
Man kann sich das am Beispiel einer Brühe auf dem Herd vorstellen: Wenn Wasser beim Kochen verdunstet, schmeckt die Brühe salziger; dann muss man Wasser hinzufügen.
Die Brühe kann man im Beispiel gleichsetzen mit unserem Blut. Und jetzt kommt das Gehirn ins Spiel: Das untersucht, wie viel Salz im Blut ist. Wenn zu viel Salz im Blut ist, heißt das: Wir brauchen mehr Wasser. Diese Information wird an andere Regionen im Gehirn weitergeleitet. Die sorgen dafür, dass wir Durst empfinden. Außerdem geht ein Signal an unsere Nieren raus. Die leiten normalerweise überschüssiges Wasser aus dem Blut in den Urin ab. Aber wenn das Durstsignal kommt, leiten sie nur noch so viel Wasser ab, wie unbedingt nötig. Unser Urin wird dadurch salziger, konzentrierter – und bekommt eine starke gelbe Farbe.
Wie sorgt der Körper dafür, dass wir nicht zu viel trinken?
Nicht zu viel zu trinken ist eine Herausforderung, denn es kann schon mal eine halbe Stunde dauern, bis das Wasser nach dem Trinken im Blut angekommen ist. Bis dahin würde das Gehirn ja das Signal bekommen, dass Wasser fehlt. Und wir würden weiter Durst haben und Wasser trinken. Zu viel Wasser kann aber auch gefährlich sein. Deswegen kommen noch andere Sensoren ins Spiel. Die messen, wie viel Wasser ungefähr durch unseren Mund und unsere Kehle kommt. Und es gibt Sensoren im Darm, die registrieren, was wir getrunken haben – also wie viel Salz da drin ist. Das geht schnell: Innerhalb weniger Sekunden kommt diese Info im Gehirn an und sorgt dafür, dass das Durstsignal gestoppt wird.
Kann man diesen Mechanismus manipulieren?
Die Sensoren in Mund und Kehle, die messen, wie viel wir trinken, reagieren auch auf Temperatur. Vermutlich liegt das daran, dass wenn wir viel trinken, unser Mund dabei kühler wird. Das heißt: Wenn man den Mund kühlt, kommt das gleiche Signal an, wie wenn wir etwas getrunken haben. Das sollte man nur machen, wenn es nicht anders geht, zum Beispiel wenn man im Krankenhaus ist und nichts trinken darf. Dann kann es helfen, einen Eiswürfel zu lutschen, um das Durstgefühl zu stillen.
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