Pflanzenporträts: Wildkräuter

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Spitzwegerich, Plantago, Ianceolata
Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) zählt zu den ältesten, heimischen Heilpflanzen und wird vor allem wegen seiner entzündungshemmenden, antibakteriellen und reizlindernden Eigenschaften geschätzt. Die wichtigsten Wirkstoffe sind Aucubin (ein pflanzliches Antibiotikum), Gerbstoffe, Kieselsäure und Schleimstoffe. Er lindert Husten, Halsschmerzen und Reizhusten, fördert die Wundheilung bei Insektenstichen, kleinen Verletzungen und Entzündungen. Spitzwegerich wirkt antibakteriell und abschwellend.
Acker-Schachtelhalm, Zinnkraut
Der Schachtelhalm (Equisetum arvense) ist eine alte Heilpflanze, der gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden, vor allem im Bereich von Knochen, Haut, Haaren, Nägeln und Bindegewebe. Er enthält viel Kieselsäure, die Knochen und Bindegewebe stärkt, aber auch bei Arthritis und Gelenkbeschwerden hilfreich ist. Er wirkt harntreibend und fördert die Ausscheidung von überschüssigem Wasser und Toxinen aus dem Körper, was bei Blasenentzündungen und Nierenproblemen unterstützend wirken kann.
Brennnessel
Die Brennnessel (Urtica) enthält wertvolle Inhalts- (Eisen, Kalzium, Kalium, Kieselsäure, Vitamin C) und sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide, Gerbstoffe, Chlorophyll). Sie wirkt entwässernd und entschlackend, fördert die Wasserausscheidung über die Nieren, ist hilfreich bei Blasenentzündungen oder Wassereinlagerungen. Sie unterstützt den Stoffwechsel, stärkt und vitalisiert, lindert Gicht- oder Rheumabeschwerden durch entzündungshemmende Eigenschaften. Ihr hoher Eisengehalt fördert die Blutbildung.
Gundermann
Der Gundermann (Glechoma hederacea), auch Gundelrebe genannt, ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen in Europa. Er wächst kriechend über den Boden, bildet Ausläufer, blüht zartviolett und ist fast das ganze Jahr über zu finden. Er ist entzündungshemmend, schleimlösend, wundheilend und regt Leber und Stoffwechsel an. Die Blätter haben einen würzig-herben, leicht minzigen Geschmack.
Wiesenlabkraut
Wiesenlabkraut (Galium mollugo) ist ein altes, oft unterschätztes Heilkraut, das auf sonnigen Wiesen, Waldrändern und Böschungen wächst. Mit seinen zarten Blüten und dem feinen Duft erinnert es an Honig und Sommer. Es wirkt lymphreinigend, entwässernd, blutreinigend und hautberuhigend, aber auch krampflösend bei Magenschmerzen und es unterstützt Blase und Niere.

Geballte Kraft der Natur: essbare wilde Pflanzen und Heilkräuter.

(Mit freundlicher Genehmigung von Sabine Müller aus ihrem Buch "Krautverliebt und Blumenwiesenschön")

Erstmals publiziert am
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Autor/in
SWR