Theodor verwandelt Ballsaal in spektakuläres Loft

Theodor hat gewagt, was kaum jemand für möglich hielt und ein mutiges Projekt umgesetzt: Er hat einen verfallenen barocken Ballsaal vor dem Abriss bewahrt und in seinen Wohntraum umgebaut.

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Von Autor/in Johannes Busch

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Als ehemaliger Dozent einer finnischen Universität und handwerklich versierter Quereinsteiger entdeckte Theodor das stark beschädigte Gebäude eher zufällig. Feuchtigkeit, Risse im Putz, ein einsturzgefährdetes Dach – Experten gaben dem historischen Bauwerk nur noch wenige Jahre. Mehr als zehn Jahre hatte sich niemand für den Barocksaal interessiert.

Doch die besondere Atmosphäre des Ballsaals ließ Theodor nicht mehr los. Nach einem zweiten Besuch – gemeinsam mit seiner heutigen Partnerin – fiel 2019 die Entscheidung für den Kauf: Der Raum sollte erhalten bleiben und als großzügiges Loft moderne Architektur und historische Substanz verbinden.

Spektakuläres Loft mit Geschichte

Für das ehemals zu einem Hotel gehörende neubarocke Gebäude, das um 1900 erbaut wurde, hatte Theodor einen kühnen Plan: In den riesigen Saal, der früher als Speise- und Ballsaal genutzt worden war, wollte er einen modernen Wohnkubus stellen.

Dadurch wollte er den Loft-Raum strukturieren und die denkmalgeschützte Substanz und die Stuckverzierungen erhalten, denn der zweigeschossige Einbau berührt weder Wände noch Decke. So kann der spektakuläre Raumeindruck erhalten bleiben.

Sanierung mit viel Eigenleistung

Zunächst musste jedoch erst das undichte Dach des Barocksaals repariert werden, um weitere Schäden durch eindringende Feuchtigkeit zu verhindern. Den maroden Boden des Barocksaals konnte Theodor nicht retten, er musste komplett neu verlegt werden. Auf diese Weise konnte allerdings eine Fußbodenheizung eingebaut werden. Zum Schutz des Stucks wurde die Decke des neuen Lofts von der Oberseite her gedämmt.

Theodor liebt es, selbst zu planen und selbst auch handwerklich tätig zu werden und hat so viel wie möglich in Eigenleistung erbracht. Insgesamt dauerte die Sanierung eineinhalb Jahre.

Stahlkubus macht geräumigen Ballsaal bewohnbar

Im eingebauten zweigeschossigen Stahlkubus sind nun die Sanitärräume und die Werkstatt untergebracht. Auf zwei ausladenden „Terrassen“ befinden sich Schlaf- und Gästebereich. In allen Wohnbereichen ist der Loft-Charakter des barocken Saals erhalten geblieben.

Der Einbau war in Teilen Millimeterarbeit, um den Stuck nicht zu beschädigen. Gerade vom Kubus aus ergeben sich nun ganz neue und spannende Perspektiven auf die Stuckverzierungen der Wände und den erhaltenen Stuck der Decke.

Rückschlag durch Ahrtal-Flut einen Tag nach Einzug

Einen Rückschlag erlebte Theodor, als er in sein fertig renoviertes Loft einziehen wollte. Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 setzte in den Tagen des Umzugs den frisch sanierten Barocksaal unter Wasser. Der Sachschaden ließ sich beheben und Theodor weiß, dass er im Verhältnis zu vielen anderen Menschen sehr viel Glück hatte.

Lange überlegter er jedoch, ob er den Barocksaal überhaupt noch zu seinem Zuhause machen sollte. Letztlich entschied er sich dafür und hat es nicht bereut. Theodor ist glücklich, dass er den alten barocken Ballsaal vor dem Abriss retten konnte und wohnt gerne in seinem spektakulären Loft.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Johannes Busch
Ein Film von
Marvin Pehr (Kamera & Schnitt), Nils Harms (2. Kamera), Levin Carstens (Ton). Produktion: freiraum.media GmbH, im Auftrag des SWR.