Früher Garage heute Mini-Glashaus

Wo früher Garagen waren, hat sich Architekt Richard ein kleines Paradies geschaffen: Im Hinterhof eines Mehrfamilienhaus-Komplex hat er sich ein Mini-Glashaus gebaut.

Teilen

Stand

Von Autor/in Ulrike Pia Stegemann

Altersfreigabe: ab 0 (verfügbar von 0 Uhr bis 24 Uhr)

Seit 30 Jahren ist Richard schon Architekt und liebt es, Wohnträume zu verwirklichen – von der Zeichnung auf dem Papier zum realen Haus. Dabei reizt es ihn besonders, kreative Lösungen dafür zu finden, wie man im städtischen Raum ungenutzten Platz in Wohnraum umwandeln kann. So kam auch die Idee für sein Zuhause: das Mini-Glashaus.

Alles Räume sind offen – bis auf die Badezimmer

Richards Wohnfläche von 70 m² verteilt sich auf zwei Stockwerke und nur zwei offene Wohnräume. Diese beherbergen Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Arbeitszimmer. Wirklich abgetrennte Räume sind nur das winzige Badezimmer und das Gäste-WC. Hier hat Richard den wenigen Platz in seinem Glashaus clever genutzt: Das kleine Gäste-WC befindet sich unter der Treppe. Damit der kleine Raum nicht so gedrängt wirkt, hat er ein Oberlicht eingebaut und mit dem Holz gearbeitet, das sich auch im restlichen Haus findet.

Glasflächen lassen Räume größer wirken

Damit die 70 m², die das Mini-Glashaus hat, generell größer wirken, hat sich Architekt Richard überlegt, dass das Innen und Außen des Hauses bestmöglich miteinander verschmelzen sollen. Das geschieht durch die großen Glasflächen, die anstelle fester Wände eingebaut sind und die auch über den Raum hinausgehen. Im vorderen Teil des Hauses gibt es keine abgeschlossene, sondern eine „schwebende“ Decke, die den Raum des kleinen Glashauses optisch größer wirken lässt. Um diesen Effekt zu unterstützen, gibt es im Glashaus sowohl drinnen als auch draußen, die gleichen Decken. Auch hier ergibt sich dadurch ein optisch fließender Übergang.

Aus zugemauerten Garagen wird ein Mini-Haus

Dort, wo heute das Mini-Glashaus des 61-Jährigen steht, befanden sich ursprünglich zwei Garagen. Handwerker lagerten hier ihr Werkzeug. Als Mitte der 1960er Jahre der Mehrfamilienhaus-Komplex gebaut wurde, in dessen Innenhof sich heute Richards kleines Glashaus befindet, wurden die Garagen zugemauert.

Trotz neuer Fassade: Ursprünglicher Charme bewahrt

50 Jahre stand der Raum, in dem heute Richards Küche, Wohn- und Esszimmer sind, leer und wurde nicht genutzt. 2019 ließ Richard dann alles umbauen: Die Fassade kam weg und wurde durch Glas ersetzt, ein zweites Stockwerk wurde ergänzt – nur die ursprünglichen Decken und Wände wurden behalten. So schmückt die Wohnzimmerrückwand des Glashauses nach wie vor eine Backsteinwand. Auch die Betondecke gab es schon in der Garage, denn Richard war es wichtig, den Charakter des ursprünglichen Bauwerks beizubehalten.

Garten nach japanischem Vorbild angelegt

Obwohl das Glashaus nur 70 m² misst, gibt es sogar einen kleinen Garten, den Richards Sohn Nikolas angelegt hat. Inspiriert von japanischen Steingärten gibt es viel Kies, aber vor allem ein zentrales Element: einen Teich. Auch hier wurde die Idee, die bereits im Glashaus umgesetzt wurde, verwirklicht, dass die vorhandene, kleine Grundfläche optisch vergrößert werden soll – diese Aufgabe übernimmt das Wasser. Und so bietet sich vom Esstisch im Glashaus ein Blick direkt in die Natur davor.

Richard fühlt sich rundum wohl in seinem Mini-Glashaus. Er hat aus dem Bestand, der schon da war, sein eigenes Traumhaus geschaffen – heute erinnern nur noch kleine Elemente, wie die Backsteinwand, an die ursprüngliche Garage. Für Richard die perfekte Kombination aus Altem und Neuem. Wo sich Richard besonders wohlfühlt? Auf der kleinen Terrasse vor seinem Haus mit Blick auf den kleinen Teich im Garten.

Burgen

Zeitreise ins Mittelalter: 600 Jahre alter Zehnthof wird Zuhause

Eigentlich wollten sie auswandern. Doch stattdessen landen Norma und Marcus im Mittelalter: In einem 600 Jahre alten Haus, dessen Sanierung Marcus beinahe mit dem Leben bezahlt.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Ulrike Pia Stegemann
Ulrike Pia Stegemann
Ein Film von
Sascha Bremus (Kamera), Yannick Gaul (Kamera & Ton) und Daniel Alznauer (Schnitt).