Marcel sammelt und ersteigert Möbel und Erinnerungsstücke, die mit Konrad Adenauer und der Familiengeschichte zusammenhängen und integriert sie in seinen Wohnraum.
Von der Stadt ins Grüne: Der Traum vom Wochenendhaus
Eigentlich ist Marcel ein Stadtmensch, er lebte jahrelang in Köln. Doch als er Vater wurde, wünschte er sich für seine Familie ein Wochenend-Häuschen im Grünen. Ein Bekannter von ihm ist Immobilienmakler und Enkel von Georg Adenauer, Konrad Adenauers Sohn. Als das Haus von Georg Adenauer verkauft werden sollte, bekam Marcel die Gelegenheit zur Besichtigung und zögerte nicht lange. Er verliebte sich in das großzügige Anwesen mit seinem riesigen Garten und den alten Bäumen.
Die Geschichte des Hauses lebendig halten
Mit viel Hingabe renovierte Marcel das Haus der Familie Adenauer behutsam, ohne dabei seinen ursprünglichen Charakter zu verändern. Seine Mission: die Geschichte des Hauses und seiner prominenten Vorbesitzer lebendig zu halten. Georg Adenauer war Notar in dem kleinen Eifel-Örtchen, ein angesehener Mann. Und auch seine Frau Ulla war im Dorf und in der Nachbarschaft sehr beliebt.
Viel Mobiliar und Deko aus Adenauers Familie
Für Marcel verbindet das Haus den Wunsch nach einem Rückzugsort mit seiner Liebe für Einrichtungsgegenstände mit besonderer Geschichte. Und die stecken in diesem Haus noch in allen Ecken. Es war zwar leer, als Marcel es übernahm, aber ein paar Schätze hat er beim Renovieren doch noch gefunden: ein Selbstbild von Ulla Adenauer und ein Foto des Hauses aus den 70er Jahren.
Das Haus entfacht Interesse an der Nachkriegsgeschichte
Das war für Marcel der Startschuss, sich mit der Familiengeschichte der Adenauers zu beschäftigen, die ihn immer mehr faszinierte. Zwar war ihm als geborener Cottbuser die Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik mit Kanzler Konrad Adenauer nicht sehr präsent, doch je mehr er über dessen Vermächtnis erfuhr, desto mehr interessierte er sich dafür.
Gegenstände von Adenauer aus Nachlass ersteigert
Schließlich konnte Marcel sogar noch persönliche Gegenstände aus dem Nachlass von Georg und Ulla Adenauer ersteigern, der zufällig von einem Auktionshaus veräußert wurde. Und auch sonst sammelt er inzwischen viele Objekte mit Politik- und Zeitgeschichtsbezug. Zum Beispiel ein Plakat mit Willy-Brandt-Portrait von Andy Warhol, aber auch Fotos von Konrad Adenauer und vieles mehr. Marcels Wunsch: Die Adenauers sollen präsent bleiben, ihr Geist und ihre Energie weiterhin spürbar bleiben. So möchte er seine Wertschätzung für die Nachkommen des ehemaligen Bundeskanzlers ausdrücken.
Zweites Leben für Möbel
Bei den Renovierungen blieb Marcel seiner Liebe zu „Gelebtem“ treu. Als Möbelhändler mit Fokus auf Vintage-Möbel stattete er das Haus ausschließlich mit Stücken aus zweiter Hand aus. Die Böden wurden restauriert, Wände gestrichen und Fenster erneuert.
Nostalgische Details
Besonders stolz ist Marcel auf die freigelegte Eichenholztreppe, die er von Linoleum und Teppich befreit hat. Auch im Dachstuhl arbeitete er die alten Holzdielen auf. Die 50er-Jahre-Fliesen im Bad und die nostalgischen Details wie der Spülkasten in der Toilette blieben erhalten. Marcel sieht in diesen Dingen gelebte Geschichten, die das Haus einzigartig machen.
In der Dorfgemeinschaft angekommen
Anfangs war die Dorfgemeinschaft dem neuen Hausbesitzer gegenüber skeptisch. Georg und Ulla Adenauer hatten 70 Jahre in dem kleinen Eifeldörfchen gelebt und waren im Ort sehr angesehen. Doch Marcels respektvoller Umgang mit der Geschichte des Hauses überzeugte die Nachbarn schnell.
Heute ist er nicht nur angekommen, sondern hat auch Freundschaften geschlossen. Seinen Hauptwohnsitz hat er inzwischen von Köln in die Eifel verlegt, seine Kölner Wohnung gekündigt. Marcel hat das Haus der Familie Adenauer zu einem Ort gemacht, der Vergangenheit und Gegenwart auf besondere Weise verbindet – ein Zuhause voller Geschichte und Leben.