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Ursprünglich war nicht geplant, so viel neu zu machen, aber das historische Bauernhaus steckte voller Überraschungen und ein Sanierungs-Projekt ergab sich nach dem anderen. Mittlerweile wohnen Mandy und Marius seit acht Jahren mitten auf der Baustelle – und das nicht mehr nur zu zweit.
Ohne Mut und Leichtsinn geht es nicht.
Arbeitsteilung auf der Baustelle: Mandy reißt ab, Marius baut auf
„Mandy reißt gerne ab und ich baue auf“, beschreibt Marius die Arbeitsteilung der beiden. Beide kommen aus Luxemburg und haben sich in der Schule kennengelernt, wo sie einen Abschluss in Bautechnik gemacht haben. „Aber das meiste haben wir uns über YouTube-Videos selbst beigebracht“, sagt Mandy.
Sie liebt es, mit dem Schlagbohrer die alten Steine freizulegen oder Wände einzureißen, während Marius Abwasserrohre verlegt, Stromleitungen installiert und an anderer Stelle neue Wände mauert. Einen Grundriss gab es nicht – den haben Mandy und Marius für ihre 160 Quadratmeter selbst gezeichnet.
Historischer Bauernhof ist über 200 Jahre alt
Ihr Bauernhaus stammt aus dem Jahr 1796 und die Vorbesitzer haben sechs Generationen lang darin gelebt. Das alte Gehöft mit Scheune und Schweinestall liegt in Irrel in der Südeifel, nur acht Kilometer von der Grenze zu Luxemburg entfernt. Marius und Mandy haben es im Internet gefunden.
„Als wir den Hof das erste Mal besichtigt haben, habe ich mich sofort verliebt“, sagt Marius. „Mandy war erst nicht so begeistert, aber ich konnte sie zum Glück überzeugen.“ Für 165.000 Euro haben sie ihn gekauft. „In Luxemburg wäre ein Haus viel teurer gewesen.“ In den folgenden acht Jahren haben sie nochmal etwa 400.000 Euro in die Sanierung gesteckt.
Kreative Upcycling-Ideen im ganzen Haus umgesetzt
Bevor Mandy ihre Liebe zum Schlagbohrer entdeckt hat, hat sie gerne aus alten Dingen etwas Neues gebastelt. Ihr Bauernhof ist eine einzige Schatzkiste: Aus alten Kisten macht sie ein Küchenregal, eine alte Holztür entwurmt sie und baut sie zur Schiebetür für das Esszimmer um. Auf dem Dachboden findet sie einen Einbauschrank und arbeitet ihn auf. Eine Nische im Schlafzimmer entpuppt sich als sein ideales Gegenstück. Vermutlich stand der Schrank vorher schon einmal da.
„Wenn man auf der Baustelle wohnt, denkt man anders darüber nach“, sagt Marius. „Man versteht das Haus besser, bekommt andere Ideen.“ Zum Beispiel haben sie am Anfang viel mit Gips gearbeitet. „Wir haben mit der Zeit herausgefunden, dass Gips wenig atmet und irgendwie nicht zum Haus passt. Dann sind wir auf Lehm umgestiegen, das ist natürlicher.“
Sanierung des alten Hauses bedarf viel Improvisation
Die Bauarbeiten sind im ständigen Flow und oft kommt alles anders, als die beiden es geplant haben. „Das Büro war komplett fertig und ich wollte nur noch eine Lampe anbringen“, erzählt Marius. Beim Bohren in die verputzte Decke ist er dann auf Deckenbalken gestoßen. „Die wollte Mandy unbedingt freilegen. Dann haben wir im Büro nochmal von vorne angefangen.“
Entmutigen lassen sich Mandy und Marius nicht. Auch wenn das Leben auf der Baustelle oft eine extreme Herausforderung für die beiden ist. Jahrelang bedeutet Wohnen für die beiden Improvisieren – immer umgeben von Staub und Dreck. Und mitten im Baustellen-Chaos beschließen Mandy und Marius, dass die Familienplanung nicht länger warten kann.
Familienplanung im Baustellen-Chaos
Mandy wird schwanger – und saniert anfangs trotzdem weiter mit. Eine Woche vor der Geburt von Sohn Marlow wird das Kinderzimmer fertig. Wenn Mandy die Steinwände mit Lehm verputzt, bindet sie sich ihr Baby einfach auf den Rücken. Als Marlow etwas älter ist, spielt er mit seinen Baggern auf der Baustelle oder hilft seinen Eltern mit der Schaufel mit.
Es fehlt nicht mehr viel, dann ist das Wohnhaus fertig saniert. Aber es warten schon die nächsten Projekte: Gegenüber von dem Bauernhaus steht noch ein alter Schuppen, den Mandy und Marius zu einer Ferienwohnung umbauen wollen. „Und der Garten braucht auch noch viel Liebe“, lacht Marius. Mandy ergänzt:
Fertig sind wir noch lange nicht. Aber ohne Bauprojekte wäre uns wahrscheinlich auch langweilig.
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