Baldiga, entsichertes Herz
Als der Künstler und Fotograf Jürgen Baldiga 1993 an den Folgen von Aids stirbt, hinterlässt er das wohl umfangreichste Werk zu HIV, Aids, Homosexualität und Subkultur im West-Berlin der 1980er und frühen 1990er Jahre. Darunter befinden sich tausende Fotografien und 40 Tagebücher, über 7500 Seiten, die mit seiner Ankunft in Berlin beginnen und mit seinem Tod ebenda enden. Anhand seiner frühen Kunst, seiner ebenso poetischen wie schonungslosen Tagebucheinträge und vor allem entlang seiner eindringlichen Fotografien erzählt der Film den Künstler in seiner Widersprüchlichkeit und gibt Einblick in eine Berliner Subkultur, die ohne ihn vergessen wäre.
Es ist das Porträt eines einzigartigen Künstlers – in einer Zeit, in der eine HIV-Infektion nicht nur ein sicheres Todesurteil war, sondern auch zu einer erneuten Stigmatisierung schwuler Lebensentwürfe führte. Der Film erzählt davon, wie Jürgen Baldiga sich dem entgegenstellte – und mit seiner Kunst auch im Angesicht der eigenen Vergänglichkeit etwas Bleibendes zu schaffen vermochte.
| Filmlänge | 90 Minuten |
| Regie | Markus Stein |
| Kamera | Florian Lampersberger |
| Schnitt | Brigitte Maria Schmidle |
| Ton | Manuela Manuela Schininà, Claus Stoermer, Toni Gräfe, Maxim Romasevich |
| Produktion | Olaf Jacobs |
| Buch | Ringo Rösener |
| Komposition | Manuela Schininà, Eike Hosenfeld |
| Sprecher | Maurice Läbe |
| Szenenbild | Bianca Bluhm |
| Oberbeleuchter | Florian Geyer |
| Beleuchter*innen | Paul Näther, Nina Reichmann, Malte Pröckl |
| Kameraassistenz | Niklas Dietz, Stefan Wiedner |
| Requisite | Anita Grey, Greta Jebens |
| Set Decoration | Adrian Nowak |
| Kostümbild | Marie-Luise Wolf |
| Kostümbild-Assistenz | Zoé Leduey |
| Schnittassistenz | Stefan Wiedner, Philipp Kieseier |
| Regieassistenz | Jonas Erler |
| Grafik& Animation | Sebastian Peuker |
| Komparsen Betreuung | Maria Lan Duong |
| Maske | Anja Hartung, Andrea Dorn |
| Standfotograf | Max Mendez |
| Set-Runnerin | Paula Senkel |
| Digitalisate | Max Fuehrlau |
| Produktionsleitung | Jonas Giese |
| Produktionsassistenz | Lily Horn |
| Producer*innen | Dominik Lehmann, Kathrin Lemcke |
| Redaktion | Rolf Bergmann (rbb) |
| Gefördert durch | Mitteldeutsche Medienförderung, Medienboard Berlin-Brandenburg, Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern, BKM, DFFF |
| FSK | Ab 16 |
Im Prinzip Familie
In einem Haus am Ufer eines idyllischen Sees, umgeben von dichten Wäldern, arbeiten Erzieher:innen im Schichtdienst in einer Wohngruppe für Kinder. Kochen, waschen, einkaufen und die Kinder mit dem Kleintransporter zur Schule und Freizeitaktivitäten zu bringen, gehört ebenso zu ihrem Alltag, wie zuhören, trösten, auf dem Sofa kuscheln, Filmabende und Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. Die Erzieher:innen wollen keine Ersatzeltern sein, und dennoch zeigen, wie sich ein familiäres Miteinander anfühlen kann. Sie bieten Vorbilder und Verlässlichkeit, die die Kinder allzu oft schmerzlich vermissen. Alle Kinder, die hier leben, vereint vor allem eines: der Wunsch eines Tages nach Hause zurückzukehren. Dafür setzen sich die Erzieher:innen unermüdlich ein.
Was früher das Dorf war, ist heute der komplexe Apparat der Kinder- und Jugendhilfe. Spätestens seit der Pandemie gilt das Berufsfeld als systemrelevant, und dennoch bleibt die besondere wie herausfordernde Arbeit der Fachkräfte, ihr unermüdlicher Einsatz zum Wohl der Kinder, meist unsichtbar. IM PRINZIP FAMILIE gewährt über ein Jahr lang einen intimen Einblick in den Alltag der Kinder- und Jugendhilfe und richtet den Fokus auf die Menschen im Hintergrund, die Tag für Tag daran arbeiten, den Kindern das zu geben, was sie am meisten brauchen: Geborgenheit und jemanden, der auf ihrer Seite steht.
| Filmlänge | 91 Minuten |
| Regie | Daniel Abma |
| Kamera | Johannes Praus (BVK) |
| Schnitt | Jana Dugnus (BFS) |
| Ton | Alexandra Praet |
| Produktion | Britta Strampe, Laura Klippel |
| Musik | Henning Fuchs |
| Tonmischung | Christoph Walter |
| Sound Design | Alexandra Praet, Roman Pogorzelski Color Grading: Ana Izquierdo |
| Standfotografie | Jonas Ludwig Walter |
| Titel- & Plakatgestaltung | Inês Gomes Ferreira |
| Redaktion | Rolf Bergmann (rbb), Dagmar Mielke (rbb/ARTE) |
| Postproduction Supervisor | Arno Scholwin |
| Impact Producer | Lisa Nawrocki |
| Gefördert durch | Die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien; Deutscher Filmförderfonds (DFF); Filmförderungsanstalt (FFA); Medienboard Berlin Brandenburg (MBB) |
| FSK | Ohne Altersbeschränkung |
Überleben - Ein Arzt und sein Krebs
Als Onkologe und Chefarzt in Boston begegnet Wolfram Gössling täglich einer Krankheit, die weltweit Schrecken verbreitet: Krebs. Als Arzt versucht er sie zu heilen, als Wissenschaftler erforscht er sie, als Professor an der Harvard Medical School lehrt er ihre Behandlung. Doch als ihm eines Tages sein Hausarzt eröffnet, dass der Pickel in seinem Gesicht kein Pickel ist, sondern ein Angiosarkom, ein besonders tückischer, schwer zu heilender Krebs, muss er die Seiten wechseln und wird vom Arzt zum Patienten. Der Krebs ist nicht mehr nur sein Beruf, sondern auch sein Schicksal - und die Überlebenswahrscheinlichkeit liegt bei vier Prozent.
Er nimmt den Kampf an. Muss sich einer Chemotherapie unterziehen, die ihm das Gefühl in den Fingern raubt; einer Bestrahlung aussetzen, die seine Haut verbrennt; einer Operation entgegensehen, die ihm das halbe Gesicht nimmt und das Aussehen für immer verändert. Behandelt wird er von den Frauen und Männern, mit denen er täglich zusammenarbeitet und die plötzlich nicht mehr seine Kollegen sind, sondern seine Ärzte.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des Patienten, dessen Leben auf dem Spiel steht; des Ehemanns und Familienvaters, der auf keinen Fall sterben will; des Arztes und Wissenschaftlers, der sich keine Illusionen macht; der Ärztinnen und Ärzte, die ihn behandeln, und der Familie, die mit ihm leidet.
| Filmlänge | 90 Minuten |
| Regie | Volker Heise |
| Kamera | Piotr Rosolowski, Axel Schneppat |
| Schnitt | Janine Dauterich |
| Ton | Karsten Höfer, Paul Green, Chris Hall, Jon Mendal |
| Produktion | zero one film GmbH / Thomas Kufus |
| FSK | Keine Bewertung |