Deutscher Dokumentarfilmpreis 2025

Nominiert für den Hauptpreis

Nominiert für den Hauptpreis des Deutschen Dokumentarfilmpreises 2025 sind die Filme "Baldiga, entsichertes Herz", "Im Prinzip Familie" und "Überleben - Ein Arzt und sein Krebs".

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Stand

Baldiga, entsichertes Herz

Jürgen Baldiga

Als der Künstler und Fotograf Jürgen Baldiga 1993 an den Folgen von Aids stirbt, hinterlässt er das wohl umfangreichste Werk zu HIV, Aids, Homosexualität und Subkultur im West-Berlin der 1980er und frühen 1990er Jahre. Darunter befinden sich tausende Fotografien und 40 Tagebücher, über 7500 Seiten, die mit seiner Ankunft in Berlin beginnen und mit seinem Tod ebenda enden. Anhand seiner frühen Kunst, seiner ebenso poetischen wie schonungslosen Tagebucheinträge und vor allem entlang seiner eindringlichen Fotografien erzählt der Film den Künstler in seiner Widersprüchlichkeit und gibt Einblick in eine Berliner Subkultur, die ohne ihn vergessen wäre.  

Es ist das Porträt eines einzigartigen Künstlers – in einer Zeit, in der eine HIV-Infektion nicht nur ein sicheres Todesurteil war, sondern auch zu einer erneuten Stigmatisierung schwuler Lebensentwürfe führte. Der Film erzählt davon, wie Jürgen Baldiga sich dem entgegenstellte – und mit seiner Kunst auch im Angesicht der eigenen Vergänglichkeit etwas Bleibendes zu schaffen vermochte. 

Credits
Filmlänge90 Minuten
RegieMarkus Stein
KameraFlorian Lampersberger
SchnittBrigitte Maria Schmidle
TonManuela Manuela Schininà, Claus Stoermer, Toni Gräfe, Maxim Romasevich
ProduktionOlaf Jacobs
BuchRingo Rösener
KompositionManuela Schininà, Eike Hosenfeld
SprecherMaurice Läbe
SzenenbildBianca Bluhm
OberbeleuchterFlorian Geyer
Beleuchter*innenPaul Näther, Nina Reichmann, Malte Pröckl
KameraassistenzNiklas Dietz, Stefan Wiedner 
RequisiteAnita Grey, Greta Jebens
Set DecorationAdrian Nowak
KostümbildMarie-Luise Wolf
Kostümbild-AssistenzZoé Leduey
SchnittassistenzStefan Wiedner, Philipp Kieseier
RegieassistenzJonas Erler
Grafik& AnimationSebastian Peuker
Komparsen BetreuungMaria Lan Duong
MaskeAnja Hartung, Andrea Dorn
StandfotografMax Mendez
Set-RunnerinPaula Senkel
DigitalisateMax Fuehrlau
ProduktionsleitungJonas Giese
ProduktionsassistenzLily Horn
Producer*innenDominik Lehmann, Kathrin Lemcke
RedaktionRolf Bergmann (rbb)
Gefördert durchMitteldeutsche Medienförderung, Medienboard Berlin-Brandenburg, Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern, BKM, DFFF
FSKAb 16

Im Prinzip Familie

Ein Mann und ein Junge sitzen nebeneinander auf einem großen Teddybären

In einem Haus am Ufer eines idyllischen Sees, umgeben von dichten Wäldern, arbeiten Erzieher:innen im Schichtdienst in einer Wohngruppe für Kinder. Kochen, waschen, einkaufen und die Kinder mit dem Kleintransporter zur Schule und Freizeitaktivitäten zu bringen, gehört ebenso zu ihrem Alltag, wie zuhören, trösten, auf dem Sofa kuscheln, Filmabende und Gute-Nacht-Geschichten vorlesen. Die Erzieher:innen wollen keine Ersatzeltern sein, und dennoch zeigen, wie sich ein familiäres Miteinander anfühlen kann. Sie bieten Vorbilder und Verlässlichkeit, die die Kinder allzu oft schmerzlich vermissen. Alle Kinder, die hier leben, vereint vor allem eines: der Wunsch eines Tages nach Hause zurückzukehren. Dafür setzen sich die Erzieher:innen unermüdlich ein.  

Was früher das Dorf war, ist heute der komplexe Apparat der Kinder- und Jugendhilfe. Spätestens seit der Pandemie gilt das Berufsfeld als systemrelevant, und dennoch bleibt die besondere wie herausfordernde Arbeit der Fachkräfte, ihr unermüdlicher Einsatz zum Wohl der Kinder, meist unsichtbar. IM PRINZIP FAMILIE gewährt über ein Jahr lang einen intimen Einblick in den Alltag der Kinder- und Jugendhilfe und richtet den Fokus auf die Menschen im Hintergrund, die Tag für Tag daran arbeiten, den Kindern das zu geben, was sie am meisten brauchen: Geborgenheit und jemanden, der auf ihrer Seite steht.

Credits
Filmlänge91 Minuten
RegieDaniel Abma
KameraJohannes Praus (BVK)
SchnittJana Dugnus (BFS)
TonAlexandra Praet
ProduktionBritta Strampe, Laura Klippel
MusikHenning Fuchs
TonmischungChristoph Walter
Sound DesignAlexandra Praet, Roman Pogorzelski Color Grading: Ana Izquierdo
StandfotografieJonas Ludwig Walter
Titel- & PlakatgestaltungInês Gomes Ferreira 
RedaktionRolf Bergmann (rbb), Dagmar Mielke (rbb/ARTE)
Postproduction SupervisorArno Scholwin  
Impact ProducerLisa Nawrocki
Gefördert durchDie Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien; Deutscher Filmförderfonds (DFF); Filmförderungsanstalt (FFA); Medienboard Berlin Brandenburg (MBB)
FSKOhne Altersbeschränkung

Überleben - Ein Arzt und sein Krebs

Nachdenklicher, krebskranker Onkologe

Als Onkologe und Chefarzt in Boston begegnet Wolfram Gössling täglich einer Krankheit, die weltweit Schrecken verbreitet: Krebs. Als Arzt versucht er sie zu heilen, als Wissenschaftler erforscht er sie, als Professor an der Harvard Medical School lehrt er ihre Behandlung. Doch als ihm eines Tages sein Hausarzt eröffnet, dass der Pickel in seinem Gesicht kein Pickel ist, sondern ein Angiosarkom, ein besonders tückischer, schwer zu heilender Krebs, muss er die Seiten wechseln und wird vom Arzt zum Patienten. Der Krebs ist nicht mehr nur sein Beruf, sondern auch sein Schicksal - und die Überlebenswahrscheinlichkeit liegt bei vier Prozent.   

Er nimmt den Kampf an. Muss sich einer Chemotherapie unterziehen, die ihm das Gefühl in den Fingern raubt; einer Bestrahlung aussetzen, die seine Haut verbrennt; einer Operation entgegensehen, die ihm das halbe Gesicht nimmt und das Aussehen für immer verändert. Behandelt wird er von den Frauen und Männern, mit denen er täglich zusammenarbeitet und die plötzlich nicht mehr seine Kollegen sind, sondern seine Ärzte.   

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des Patienten, dessen Leben auf dem Spiel steht; des Ehemanns und Familienvaters, der auf keinen Fall sterben will; des Arztes und Wissenschaftlers, der sich keine Illusionen macht; der Ärztinnen und Ärzte, die ihn behandeln, und der Familie, die mit ihm leidet. 

Credits
Filmlänge90 Minuten
RegieVolker Heise
KameraPiotr Rosolowski, Axel Schneppat
SchnittJanine Dauterich
TonKarsten Höfer, Paul Green, Chris Hall, Jon Mendal
Produktionzero one film GmbH / Thomas Kufus
FSKKeine Bewertung

Deutscher Dokumentarfilmpreis 2025 Nominiert für den Förderpreis

Nominiert für den Förderpreis des Deutschen Dokumentarfilmpreises 2025 sind die Filme "Der dritte Bruder", "Der Wunsch" und "Tell Them About Us / Über Uns Von Uns".

Deutscher Dokumentarfilmpreis 2025 Nominiert in der Kategorie Musik

Nominiert für den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2025 in der Kategorie Musik sind die Filme "Beethovens Neun – Ode an die Menschlichkeit", "MPS – Die Legende lebt" und "Sisterqueens".