WCV-Vorsitzender Florian Saulheimer

Ehrenamt in der Fastnacht

Die Fastnacht bedeutet für die meisten ausgelassenes Feiern in bunten Kostümen. Doch ohne Engagement und Ehrenamt würde in der Fastnacht nichts gehen.

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Stand

Florian Saulheimer ist Vorsitzender des Wolfsheimer Carneval Vereins (WCV) in Rheinhessen. Er spricht mit uns über Ehrenamt in der Fastnachtszeit und seinen Nachwuchs.

Nachwuchs für das Ehrenamt

SWR1: Herr Saulheimer, in Wolfsheim wohnen 800 Menschen, 300 sind im Karnevalsverein. Werden die alle bei Ihnen schon bei der Geburt angemeldet?

Florian Saulheimer: Nicht alle, [..] aber wir versuchen doch alle irgendwo für den Verein zu begeistern, die in der Jugend schon aktiv werden wollen.

Florian Saulheimer lässt die Jugend machen

SWR1: Offenbar bleiben ja auch alle dabei. Warum läuft es so gut?

Saulheimer: Ich glaube, der Schlüssel zum Erfolg ist es, das Risiko einzugehen, die Jugend machen zu lassen. Nicht dem Irrglauben zu unterliegen, es müssten Profis oder bekannte Fassennachter ans Werk, die man schon kennt, sondern dass frische junge Leute auf die Bühne gehen und dementsprechend Erfolge feiern. Das prägt einen das ganze Leben.

Bei uns sitzen 300 Leute im Saal, auch die Kindersitzung ist jedes Mal ausverkauft. Wenn man als Sechsjährige oder Siebenjährige schon den Mut bewiesen hat, vor 300 Leuten auf die Bühne zu gehen, kann das einem, glaube ich, dann im weiteren Lebensweg viel helfen.

Das bleibt in Erinnerung. Die Leute zehren davon und bleiben dabei.

Fastnacht: Sitzungen "von Kids für Kids"

SWR1: Wie sieht die Nachwuchsarbeit aus? Also zum Beispiel der Büttenreden-Workshop, den es ja gibt.

Junge Leute gestalten bei uns ihre Sitzung für junge Leute.

Saulheimer: Korrekt, den gibt es. Wir konnten dieses Jahr den Jürgen Wiesmann gewinnen. Der ist ja nun kein Unbekannter in der Mainzer Fastnacht.

Das sieht bei uns wie folgt aus: Junge Leute gestalten bei uns ihre Sitzung für junge Leute. Also von Kids für Kids. Da gibt es keinen Erwachsenen, der da zu tut. Das läuft über den Elferrat, Büttenschieber, aktive Büttenredner, Gesangsgruppen, alles Kinder. Das läuft wie eine richtige Sitzung ab. Das ist kein bunter Nachmittag, wo dann Kinder im Saal rumtollen. Da herrscht Disziplin im Saal. Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal bei uns.

Es kommen auch viele Auswärtige, die die dann immer wieder sagen, dass sie sowas nicht erwartet haben. Das haben sie so in der Form noch nicht gesehen. Aber der Erfolg gibt uns recht.

Gerade in diesem Jahr haben wir bei 90 Aktiven auf den Erwachsenensitzungen den Altersdurchschnitt, der knapp um die 40 liegt. Das ist schon aller Ehren wert, macht Spaß.

Viel Engagement und Ehrenamt, aber auch viel Spaß

SWR1: Das ist jung für Fastnachtssitzungen. Das erreicht man natürlich nur mit viel Engagement, mit viel Ehrenamt. Wie viel Zeit geht da drauf?

Saulheimer: [...] Ich kann das beim besten Willen nicht beantworten. Ich hab mir auch nie die Mühe gemacht, meine Stunden oder die Stunden anderer Aktiver zusammenzuaddieren.

Wir sind das ganze Jahr über aktiv. Entweder man macht das gerne und gestaltet seine Freizeit gemeinsam in so einem Verein oder [...] und man lässt es halt.

[...] Das ist vielleicht jetzt im Januar, Februar ein bisschen mehr. Spätestens im Mai geht das dann wieder los. Es macht einfach Laune. Wenn der Erfolg einem recht gibt, zehrt man davon und macht auch weiter.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Birgit Steinbusch
Birgit Steinbusch
Interview mit
Florian Saulheimer, WCV
Onlinefassung
SWR1 Rheinland-Pfalz
Eins gehört gehört. SWR1. (Schriftzug SWR1 auf gelbem Hintergrund)