Unter dem Motto "Narren gegen Nazis" waren aktive Fastnachter, Initiativen und Bürgerinnen und Bürger eingeladen, gemeinsam für Demokratie, Vielfalt und Toleranz zu demonstrieren.
Mainz 05 animierte Fans zur Teilnahme
"Es kam zwischendurch zu Verzögerungen bei dem Umzug, weil alles viel größer wurde, als die Organisatoren gehofft hatten", berichtete SWR-Reporterin Sandra Biegger live aus der Mainzer Innenstadt. Dazu habe sicher auch beigetragen, dass in den vergangenen Tagen viel geworben wurde für die Veranstaltung. Auch der Fußballverein Mainz 05 habe seine Fans aufgefordert, sich an der Kundgebung zu beteiligen.
Fastnacht heißt: Haltung zeigen!
Die Organisatoren MZ4Democracy wollten vor der Landtagswahl Rheinland-Pfalz am 22. März ein Zeichen setzen - für ein weltoffenes, tolerantes Mainz. "Die Mainzer Fastnacht war schon immer hochpolitisch, im 19. Jahrhundert sprachen sich die Narren gegen preußische und französische Besatzer aus. Also war jetzt die Idee: Warum nicht die Fastnacht mit der Kundgebung verknüpfen?", erklärt SWR-Reporterin Biegger die Hintergründe.
Vorab hatten die Veranstalter erklärt, mit dem Narrenzug solle gezeigt werden, dass Humor und demokratische Werte untrennbar zusammengehören. Man setze ein klares Zeichen gegen Rassismus und für eine offene Stadtgesellschaft. "Fastnacht heißt: Haltung zeigen", hieß es in einer Pressemitteilung von MZ4Democracy vorab.
"Keine Schunkelrunden mit Nazis"
Ein zentraler Punkt der Veranstaltung war die Übergabe der Petition "Narren gegen Nazis - keine Schunkelrunden mit Nazis" an die Genossenschaft der Mainzer Fastnacht. Diese ist eine Dachorganisation der Fastnachtsvereine in Mainz. Nach Angaben der Initiatoren haben mehr als 4.500 Menschen die Petition unterschrieben.
"Es geht darum zu zeigen, dass die Fastnacht weiter ein Raum für offenes Reden bleiben soll und dass man sich nicht unterwandern lassen will", berichtet Biegger aus Gesprächen mit Fastnachtern.
Vor Bundestagswahl Tausende bei Demonstrationen für Demokratie und Toleranz in RLP
Am Wochenende gehen in ganz Deutschland wieder Menschen für Demokratie und Vielfalt auf die Straße. In RLP beteiligten sich allein am Samstag Tausende an Protestaktionen.
Es sei zu hören, dass in Mainz die Stimmung in der Fastnacht noch nicht rauer geworden sei. Vielmehr sei es so, dass es bei Sitzungen sehr viel Zustimmung gebe, wenn sich Aktive gegen Rechtsextreme und gegen Intoleranz positionieren. Allerdings, so hätten Fastnachter weiter erzählt, gebe es im Nachgang viele Anfeindungen und auch Drohungen über Social-Media-Kanäle.
Demo für Demokratie und Vielfalt in Bitburg
Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm waren heute Menschen auf den Straßen unterwegs, um ihre Stimme für Demokratie und Vielfalt zu erheben: Mindestens 300 Menschen zogen am Samstagnachmittag durch die Innenstadt von Bitburg.
Anlass für die Kundgebung war nach Angaben des Bündnisses für Demokratie und Vielfalt eine Wahlkampfveranstaltung des AfD-Kreisverbands Bitburg-Prüm. Mit bunten Schildern, Bannern und Trillerpfeifen versammelten sich die Demonstranten rund um den Platz "Am Spittel".
Von dort aus zogen sie durch die Innenstadt - vorbei auch an der Bitburger Stadthalle, wo parallel die Wahlkampfveranstaltung der AfD stattgefunden hat. Polizei und Kreisverwaltung sprachen von 300 Demonstranten in der Spitze. Laut Veranstalter waren es etwa 400 Menschen. Das "Bündnis für Demokratie und Vielfalt im Eifelkreis" ist ein lokaler Zusammenschluss von Bürgern, Organisationen und Institutionen.