In der norditalienischen Stadt Ivrea, einem Teil der Metropolregion Turin im Piemont, gibt es seit dem frühen 19. Jahrhundert die sogenannten "Battaglia delle Arance", die Orangenschlachten.
Die Tradition selbst geht dabei auf mittelalterliche Aufstände zurück. In den 1830er Jahren wurden zunächst Bohnen, später dann Orangen im Karneval geworfen. Die Schlacht soll dabei einen Volksaufstand gegen einen tyrannischen Feudalherrn darstellen, wobei die Orangen symbolisch die Köpfe der Unterdrücker sind.
Verrückte Karnevalsbräuche: Stöckelschuhlauf auf Teneriffa
Im Städtchen Puerto de la Crux auf der Kanareninsel Teneriffa tragen die Männer zu Karneval High Heels und Frauenkostüme. Der sogenannte Mascarita ponte tacón, deutsch: Stöckelschuhlauf, lockt jedes Jahr tausende Besucher an. An den Start des Hindernislaufs, der jedes Jahr im Februar oder März während des Karnevals stattfindet, gehen übrigens auch Frauen. Die Männer sind aber in der Überzahl.
Verrückte Karnevalsbräuche: Einmalkleidung und Rohölschlamm auf Trinidad
Seit dem 19. Jahrhundert feiert man im Inselstaat Trinidad und Tobago den J‘Ouvert. Dort vermischen sich traditionell die afrikanische Mythologie und die von den französischen Kolonialherren geprägten Traditionen. Beim großen Festumzug tragen die Teilnehmer allesamt Kleider, die nach dem Umzug weggeworfen werden. Der Grund: Die Teilnehmer beschmieren sich vor und während des Umzugs mit allem, was gut klebt und haftet inklusive Schokolade und Rohölschlamm. Das soll die Kluft zwischen arm und Reich überbrücken.
Beim Morgenstraich marschieren die Fastnachtcliquen am Montag nach dem Aschermittwoch durch die vollständig verdunkelte Innenstadt von Basel in der Schweiz. Das einzige Licht spenden die von den Cliquen getragenen Fastnachtslaternen. Der Morgenstraich zieht jedes Jahr mehr als 100.000 Besucher an.
Verrückte Karenvalsbräuche: Kuhglocken in Slowenien und Portugal
Was haben Slowenien und Portugal gemeinsam? In beiden Ländern spielt eine Kuhglocke im Karneval eine große Rolle.
Beim Kurentovanie in der slowenischen Stadt Ptuj spielt der Kurent, oder Kurant, eine Figur aus der slowenischen Folklore, die Hauptrolle. Der in ein Schafsfell gehüllte, dem Menschen gut gesinnte Dämon soll dabei mit viel Lärm den Winter austreiben.
Im nordportugiesischen Podence spielt im Karneval die Figur des Caretos eine tragende Rolle und gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ähnlich wie in Slowenien, tragen die Carentos auch Kostüme aus Schafsfell, die hier aber sehr bunt ausfallen. Die Carentos treiben Schabernack und jagen und verschrecken mit viel Lärm unter anderem den Winter.