Individuelle Urnen aus Holz: Handarbeit aus der Eifel

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Von Autor/in Michael Kelb

Mein Vater kam in so eine rot-lackierte Blechurne und ich habe mich so geschämt, dass ich als Schreinermeister das nicht fertigbringe, eine schöne Holz-Urne zu machen. Da ist mir das zum ersten Mal bewusst geworden und so hat das angefangen.

Ein persönlicher Verlust bringt Horst aus Deudesfeld in der Eifel auf eine Idee, die sein Leben verändern sollte. Kurz nach dem Tod seines Vaters beginnt er, eigene Urnen aus Holz zu entwerfen – individuell, nachhaltig und mit großer Sorgfalt gefertigt. Gesagt, getan: Mit einigen Prototypen und einem Katalog im Gepäck fährt Horst zu verschiedenen Bestattungsunternehmen – und stößt sofort auf offene Ohren.

Ich brauchte keinen zu überreden, die haben das von Anfang an so angenommen, weil es so etwas eben nicht gibt.

Was als Herzensprojekt beginnt, entwickelt sich schnell zum gefragten Handwerk. Heute fertigt der 64-Jährige bis zu 40 Urnen im Monat. Jedes Stück ist ein Unikat – gefertigt aus heimischen Hölzern, biologisch abbaubar und oft mit einer ganz eigenen Geschichte verbunden. Die Nachfrage ist so groß, dass Horst mittlerweile Unterstützung eingestellt hat.

Horst hat bereits seine eigene Urne gebaut

„Entweder die Leute sind begeistert oder sie lehnen sie komplett ab. Ich lebe halt eben von den Menschen, die davon begeistert sind.“ Auch an sich selbst hat er gedacht: Seine eigene Urne steht bereits fertig gebaut in seinem Arbeitszimmer – als Mahnung, Erinnerung und vielleicht auch als Trost.

Sie ist wie man sieht, sehr zerrissen, wie das Leben halt eben auch ist. Es läuft ja nicht alles gerade. Ich habe sie direkt hinter meinem Schreibtisch stehen und wenn ich mich dann ärgere, drehe ich mich um, schaue sie an, denke mir, irgendwann liegst du darin, also bleibe ruhig und gelassen.

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Michael Kelb
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Jule Woll