„Man lebt nicht nur von dem Tier, sondern man lebt auch für das Tier. Nicht nur, dass man es füttert, sondern dass der Mensch als Mensch was davon hat, von dem Lebewesen. Körper und Seele leben ja auch von dem Tier. Der Anblick, dass sie es schön haben, dass man sie auf den Arm nehmen kann, dass man mit ihnen sprechen kann. Das gehört auch dazu.“ (Sabine, Bäuerin aus der Eifel)
Ein Mitmach-Bauernhof für Kinder
Sabine ist Bäuerin und hat eine Mission: Kindern ihren Bauernhof erklären und Landwirtschaft erleben lassen. Seit 1988 empfängt sie auf ihrem ‚Hof Nussbaum‘ Schul- und Kindergartenkinder und lässt sie an ihrem Arbeitsalltag teilhaben. Sie vermittelt den Kindern, dass zu einer gesunden Landwirtschaft auch gesunde Tiere gehören. Tiere füttern und streicheln, Ställe sauber machen und ausmisten – bei allem dürfen die Kinder zuschauen und mitmachen und vor allem Fragen stellen. Auf ihrem 80 Hektar großen Hof gibt es Kühe, Schweine, Hühner, Puten, Enten und Gänse. Besonders die Schweine haben es der Bäuerin angetan: „Ich finde Schweine total schön. Und ich sage ja immer, das ist mein Spruch: ‚Schwein ist mein Lieblingstier. Weil es am besten zu mir passt. Es ist intelligent, sozial, sieht verdammt gut aus und schwitzt nicht. Genau wie ich.‘“
Wenn die Kinder Glück haben, erleben sie auf dem Hof auch etwas ganz Besonderes mit, wie eine Kälbchengeburt. Sie dürfen sogar einen Namen für das Kalb aussuchen, wie im Fall von Rosis Geburt. Um den Kindern die Angst zu nehmen, werden sie miteinbezogen, indem sie frisches Stroh für das Kalb holen. Mit einfachen Fragen erklärt die Bäuerin den Kindern, was gerade bei der Geburt passiert ist: „Wisst ihr, warum die Kuh das Kälbchen so leckt? Damit die Lebensgeister kommen. Damit die Atmung einsetzt, das Kälbchen gut wach wird, damit der Kreislauf in Gang kommt. Dafür macht sie das.“
Am Ende eines Tages freut sich Sabine, dass die Kinder etwas gelernt haben und fragt: „Was war für euch heute am schönsten? „Alles“, ist die Antwort der Kinder. Was Schöneres kann es für die Bäuerin nicht geben.
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