Wenn ich darüber rede, dann ist es oft so, als würde ich von irgendeinem Film erzählen, den ich mal gesehen habe. Ich weiß, es ist mein Leben, aber es fühlt sich nicht an wie meins.
Vanessa über den Tod ihres Papas
Vanessa ist 8 Jahre alt, als ihr Vater bei einem Skiunfall stirbt: „Es war für mich als Kind ganz schwer nachvollziehbar, dass Papa jetzt wirklich nicht mehr kommen soll. Es fehlt mir einfach, dass ich ihn nie so richtig kennenlernen konnte. Ich habe ihn als einen sehr liebevollen Vater in Erinnerung.“
So war Vanessas Verhältnis zu ihrem Bruder, bevor er gestorben ist
Vanessas Bruder hat seit der Kindheit an starke epileptische Anfälle. 2014 stirbt er daran: „Mit der Zeit wurde unser Verhältnis immer schlechter. Es war seiner Erkrankung geschuldet. Er war sehr aggressiv durch die Medikamente, die er bekam. Irgendwann hatte ich Angst vor ihm. Gleichzeitig war ich sauer, weil ich als Kind auch nicht begreifen konnte, dass das die Erkrankung ist, die ihn so macht. Ich dachte damals: Mama hat so viele Sorgen jetzt nach Papas Tod, warum benimmst du dich jetzt so? Ich bereue es sehr, dass ich damals auf Distanz mit ihm gegangen bin. Ich glaube auch, dass er sehr darunter gelitten hat. Er hat immer die Nähe zu mir gesucht und wollte dann trotzdem noch mit mir spielen. Ich bin aber einfach von ihm ferngeblieben. Ich glaube, das war so einer meiner größten Fehler, die ich gemacht habe.“
2019 dann der nächste Schicksalsschlag: Vanessas Mutter stirbt
Zu diesem Zeitpunkt besteht Vanessas Familie aus ihrer Mutter und ihr: „Nachdem mein Bruder verstorben ist, war das Verhältnis zu meiner Mutter noch mal ein Ticken enger. Weil sie einfach alles war, was ich noch hatte. Ich habe auch immer gedacht, wenn ihr was passiert, überlebe ich das nicht.“ 2019 verliert sie schließlich auch ihre Mutter bei einem Absturz eines Ultraleichtflugzeugs: „Ich habe mir eingeredet, dass sie wiederkommen wird. Meine Mutter war ein Mensch, die hat immer das Unmögliche möglich gemacht, und ich dachte, sie würde mich niemals alleine lassen.“
Wie Vanessa den Tod ihrer Familie verarbeitet
Damals bekommt sie viel Unterstützung durch ihren Partner und heutigen Ehemann. Mit ihm hat sie heute eine gemeinsame Tochter. Für sie hat Vanessa ihre Erlebnisse in einem Buch festgehalten. Das Buch soll auch Menschen helfen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden: „Ich weiß, dass ich mit diesem Buch niemandem den Schmerz nehmen kann. Das ist leider etwas, das unmöglich ist. Aber wenn ich nur einen Funken Hoffnung auslösen kann in einem Menschen, dann hat das Buch seinen tiefsten Zweck erfüllt.“
Telefonseelsorge
Wenn es dir momentan nicht gut geht, sprich mit einer Person, der du vertraust. Du musst nicht alleine da durch. Du kannst dich jederzeit auch an die kostenlose und anonyme Telefonseelsorge wenden: ☎️ 0800 111 0 111.
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