Shannon ist 25, als bei ihrer Mutter Krebs gefunden wurde. Anderthalb Jahre lang kämpften sie mit Chemotherapien gegen die Krankheit an, dabei wich Shannon ihrer Mutter nicht von der Seite. Sie begleitete sie bei ihren Arztterminen und spürte den Optimismus sowohl von den Ärzten als auch von ihrer Mama: „Sie hat immer gesagt, dass sie den Krebs besiegen wird und wir uns keine Gedanken machen müssen. Wir haben das normale Mama-Tochter-Leben weitergeführt und das bis zum Ende.“
Jedoch waren sie leider immer einen Schritt langsamer als die Erkrankung und Shannons Mutter ging es schlechter. Mit nur 55 Jahren verstarb Shannons Mama. Shannon ist am Boden zerstört und suchte nach Wegen, mit der Trauer klarzukommen und ihren Alltag zu bewältigen. Mut machten ihr vor allem die letzten Worte ihrer Mama: „Ich glaube an dich.“
Ich habe immer gedacht: Irgendjemand hat bestimmt eine Antwort, wie man damit umgehen muss. Ich suche sie eigentlich immer noch.
Shannon erfüllt den Wunsch ihrer Mama
Dann hatte Shannon eine Idee: Sie wollte einen der letzten Wünsche ihrer Mutter erfüllen, und zwar ihre Krankheitsgeschichte erzählen, um anderen Betroffenen Mut zu machen. „Ich habe dann sehr lange darüber nachgedacht, ob ich diesen Wunsch nachgehe und damit eigentlich sehr gerungen, weil ich nicht wusste, wie. Nach einem Jahr hatte ich dann tatsächlich die Idee, dass meine Mama sie selbst erzählen könnte.“
Podcast "Mütter sterben nicht" als Trauerbewältigung
Sie erfand den Podcast „Mütter sterben nicht“, in dem sie zusammen mit ihrem Vater und mithilfe von Sprachnachrichten ihrer Mutter ihre Geschichte erzählt, aber auch auf verschiedene Aspekte zum Thema Trauer und Verlust eingeht. Sie thematisiert auch Dinge, die sie nicht mal im privaten Umfeld ansprechen kann.
Die Rückmeldungen ihrer Community sind stets positiv und auch Shannon spürt, dass es ihr hilft, öffentlich die Geschichte ihrer Mutter zu thematisieren, auch wenn es ihr schwerfällt. Shannon will, dass Trauer kein Tabuthema mehr ist.
Der Podcast ist tatsächlich für mich eine Art Online-Selbsthilfegruppe geworden. Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, nicht alleine mit der Trauer zu sein.
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