Tom’s Musikkeller – 40 Jahre Musikkneipe

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Von Autor/in Niko Zakarias

„Das waren hauptsächlich Leute, die nicht lesen und schreiben konnten, die also gar kein Vertrauen in sich hatten. Und da bin ich mir sicher, dass ich einigen wenigstens geholfen habe, vielleicht doch irgendwo einen Job zu finden.“

Anfang der 80er studiert Tom Sozialpädagogik, absolvierte sein Anerkennungsjahr in der JVA Wittlich und betreut dort jugendliche Straftäter. Doch trotz Abschluss findet er keine Stelle. Also macht er etwas völlig Anderes und eröffnet 1984 eine Musikkneipe in Merl an der Mosel.

„Ich habe mir 40.000 Euro geliehen zu einer Zeit, wo die Zinsen bei 14% lagen. Ich war optimistisch, dass es funktioniert. Und es hat funktioniert. Die Bude war brechend voll.“

1997 zieht er um nach Enkirch, kauft ein altes Fachwerkhaus, baut das Nebengebäude zur Konzerthalle um. Knapp 600 Konzerte hat er allein hier veranstaltet. Doch das Nachtleben hat auch Spuren hinterlassen. „Ich habe die Kneipe teilweise bis morgens 4-5 Uhr gemacht, da kannst du auch keine Beziehung führen. Meine erste Frau hat irgendwann gesagt: Entweder Kneipe oder ich. Da habe ich gesagt: Kneipe!“

2010 überlebt er nur knapp einen Herzinfarkt, der „Hansdampf in allen Gassen“ wird ausgebremst.
„Der Herzinfarkt hat mich wieder ganz kräftig zurückgeworfen. Einmal finanziell und weil ich auch gemerkt habe: ‚Du kannst nicht mehr!‘“

Dennoch kommt Aufgeben für ihn nicht in Frage: „Wenn ich die Kneipe betrete, dann ist da ein Gefühl von Heimat, ich fühle mich hier wohl. Ich bin stolz, was gemacht zu haben. Das war auch der Grund, warum ich nie aufgegeben habe, auch wenn es manchmal finanziell sehr, sehr eng war und manchmal nicht wusste, was ich essen sollte.“

Bald steht er 40 Jahre hinter dem Tresen. Seit dem Herzinfarkt achtet der knapp 70-Jährige mehr auf sich. Öffnet nur noch wenige Tage in der Woche seine Kneipe. Dafür arbeitet er wieder als Sozialarbeiter.

„Weil es Spaß macht, wieder mit den Leuten zu arbeiten. Ich will nur eine halbe Stelle, dann habe ich ein finanzielles Polster und kann die Kneipe weiter machen. Ohne davon leben zu müssen.“

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