Keramikerin durch Zufall - Ayaka vertraut spontanen Ideen

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Von Autor/in Gudrun Fünter

Alles ist viel Zufall und spontane Idee, aber bisher ist alles gut gegangen.

Ayaka will einfach mal raus aus ihrer Heimat Japan, andere Kulturen und Lebensweisen entdecken. „Ich komme aus einem ganz kleinen Dorf. Da wohnen viele ältere Leute. Von Familie und Kultur, da war immer so ein Druck“, erzählt die 35-jährige. Spontan rollt sie vor 10 Jahren eine Weltkarte aus, tippt wahllos mit dem Finger auf Länder Europas und singt dazu ein Orakellied. Sie lässt den Zufall entscheiden, wohin die Reise geht. Dann trifft ihr Finger auf der Karte Köln, es wird also Deutschland.

Sie sucht eine Wohnung, besucht Sprachkurse. Doch die Informatik- und Elektrotechnikerin kommt nicht mit einem Masterplan in der Tasche. Sie vertraut auf Intuition und Emotion – und es funktioniert! Auf einem Töpfermarkt macht sie eine entscheidende Entdeckung.

Dort habe ich das erste Mal salzglasierte Keramik gesehen. Sie ist so schön. Ich war begeistert.

Wieder ist sie spontan, sucht eine Ausbildungsstelle zur Keramikerin. In Bayern an der Keramikschule Landshut macht sie ihre Gesellenprüfung, arbeitet anschließend in Betrieben in Bayern, Sachsen und in Frankreich. Sie entwickelt ihren eigenen Stil.

Ayaka liebt den Salzbrand, vor allem die besondere Oberflächenstruktur, die „Orangenhaut“, die durch den Salzanflug während des Brennens auf der Keramik gebildet wird. Auf Töpfermärkten lernt sie Kollegen aus dem Kannenbäckerland kennen. Dort hat der Salzbrand eine lange Tradition. Kurz entschlossen zieht sie nach Höhr-Grenzhausen, gerade, als das Kreativzentrum K 2 entsteht. 14 Künstler und Keramiker haben hier ihre Ateliers. Ayaka ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sie arbeitet als selbstständige Keramikerin und ist doch eingebunden in die Gemeinschaft der Kreativen. Aber sie will spontan bleiben.

Vielleicht schaue ich irgendwann noch mal die Weltkarte an.

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