Edwin und Gerda lernen sich vor 15 Jahren in der Lebenshilfe kennen und wurden kurz darauf ein Paar. Seitdem sind die beiden unzertrennlich und machen am liebsten alles gemeinsam. Seit 2024 dürfen sie endlich auch zusammenwohnen.
Eine gemeinsame Wohnung war der große Traum
Die ersten 13 Jahre ihrer Beziehung haben die beiden keinen gemeinsamen Rückzugsort. Früher galt in vielen Einrichtungen Geschlechtertrennung, so auch bei der Lebenshilfe in Kusel. Liebespaare durften nicht zusammenwohnen. Wenn sie Zweisamkeit möchten, müssen sie sich im Zimmer des anderen besuchen gehen – unter den Augen ihrer Mitbewohner. „Gerda und Edwin haben sich oft in einem der beiden Zimmer getroffen, weil sie ansonsten keinen Rückzugsraum hatten“, schildert der Leiter der Wohnstätte, Ingo Kubiak.
Beim Bau der neuen Wohnstätte werden die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner berücksichtigt. So entsteht auf jeder Etage ein Zimmer für Paare. Gerda und Edwin haben so endlich auch die Möglichkeit, ihren Alltag miteinander zu teilen und diese Dimension ihrer Beziehung zu leben. Die sogenannten Pärchen-Zimmer sollen das verwirklichen, was die UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht: Menschen mit Unterstützungsbedarf soll ein normales und selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. „Und dazu gehört auch, dass Paare die Möglichkeit haben, zusammenzuleben“, betont der Leiter der Wohnstätte.
Auf der Straße ist Inklusion noch lange keine Selbstverständlichkeit. Allzu häufig leiden die Bewohnerinnen und Bewohner der Lebenshilfe unter offener Diskriminierung und Anfeindung, schildert der Leiter der Lebenshilfe, Timo Schneider. „Deswegen ist es uns wichtig, dass das hier ein offenes Haus ist, damit die Menschen ein besseres Verständnis von unserer Arbeit und den Menschen dahinter bekommen.“
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