„Ich habe mich erstmal total nackig gefühlt. Haare haben so viel Bedeutung in unserem Leben. Immer wenn ich nervös war, habe ich an meinen Haaren gespielt oder mich hinter meinen Haaren versteckt. Das ist mir erst aufgefallen, als sie auf einmal nicht mehr da waren.“
Sunniva hat Alopecia Universalis — eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Haare angreift. Als Sunniva 18 Jahre alt ist, fallen ihr innerhalb weniger Wochen alle Haare am Körper aus.
Sie hatte vorher noch nie von Alopezie gehört: „Der Moment, wo ich das erste Mal verstanden habe, dass ich alle Haare verlieren werde und sie wahrscheinlich nie wieder kommen, war erstmal ein Schock für mich. Mit jeder Woche waren mehr Haare in der Bürste. Ich bin morgens aufgewacht und mein Bett war voller Haare.“
Sunniva und eine Freundin haben dann relativ schnell den Entschluss gefasst, die wenigen restlichen Haare abzurasieren. Dieser Schritt hat Sunniva ein Stück Selbstbewusstsein zurückgegeben: „Das war so eine Mischung aus Trauer, aber auch Freudentränen. Es ist eine Last von mir abgefallen, weil ich das Gefühl hatte, ich kann selbst bestimmen und warte nicht darauf, bis mir die letzten Haare ausgefallen sind.“
Nachdem alle Haare ab waren, hat Sunniva angefangen eine Perücke oder Kopftücher zu tragen. Heute geht die 28-Jährige auch ganz ohne Kopfbedeckung aus dem Haus und zeigt sich selbstbewusst mit Glatze. Sie möchte der Gesellschaft zeigen, dass Schönheit nicht von Haaren abhängig ist.
„Ihr seid voll toll und okay und super wie ihr seid und man muss in keiner Weise in irgendwelche Schönheitsideale passen.“
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