Liebe in Ost-Deutschland: Stasi-Verhör, weil sie einen Wessi heiraten will 

Brit aus Esslingen wächst in der DDR auf, verliebt sich aber in einen Mann aus dem Westen. Bevor sie ihn heiraten darf, schaltete sich die Stasi ein und sie verlor ihren Job. 

Teilen

Stand

Von Autor/in Sven Hauser

Wir waren in Esslingen unterwegs, um spontan mit Menschen ins Gespräch zu kommen und zu erfahren, was sie aktuell beschäftigt. Bei unserer Zufallsbegegnung hat uns Brit erzählt, vor welche Probleme sie gestellt wurde, weil sie sich verliebte und heiraten wollte. 

Brit aus Esslingen

Brit verliebte sich im Ungarn-Urlaub in ihren Mann. Das Problem: Sie lebte in der DDR, er in Süddeutschland.  

Er hat mich dann ab und zu in Leipzig besucht, aber das war damals sehr umständlich. Mit Antrag und Genehmigung, aber wir wollten unbedingt zusammen sein. Auch die Briefe wurden von der Stasi kontrolliert. Die waren immer geöffnet. 

Stasi-Verhör nach Hochzeits-Anmeldung 

Für beide war klar, sie wollen trotz der Hindernisse heiraten. Auch das war aber nicht so einfach, sagt Brit: „Es war damals so, wenn man eine Hochzeit mit jemandem aus dem nichtsozialistischen Ausland anstrebte, musste man das beantragen und die Stasi überprüfte alles. Ich wurde ja auch immer wieder vorgeladen. Das war wie im Film: Ich am Tisch und der Stasi-Offizier am anderen Ende vom Tisch. Ich war 21, noch nie im Westen gewesen und der erzählt mir, wie schlimm der Westen ist. Wenn die Überprüfung abgelehnt worden wäre, hätte man erst nach drei Jahren wieder mit demselben Partner eine Hochzeit beantragen dürfen. Absurd. Bei uns ging die Überprüfung ein Jahr.“ 

Job verloren wegen der Liebe 

Auch beruflich hatte die Liebe Konsequenzen. „Ich habe damals freiberuflich im Modeinstitut in Berlin als Model gearbeitet. Als die das mitgekriegt haben, dass ich einen Mann aus dem Westen heiraten will, habe ich meinen Job verloren. Ich habe einen Brief bekommen, und zack buff, war ich raus. Sofortige Kündigung.“ 

Schwierige Anfangszeit in Baden-Württemberg  

Im Sommer 1989 heiratete das Paar schließlich. „Wir haben erst in Metzingen gewohnt, das war mir aber ein bisschen zu schwäbisch und alle dachten: ‚Die kommt aus dem Osten, der müssen wir erstmal die Welt erklären.’ Das war eine schwierige Zeit, inzwischen bin ich aber in Esslingen gut angekommen.“ 

Pfullingen

„Ich bin in der Klapse” – Christines offener Umgang mit ihren Panikattacken

Christine leidet lange an Panikattacken. Bis zu ihrer Diagnose vergehen etwa zehn Jahre, in denen die Symptome immer stärker werden. Mit einer Therapie findet sie einen Weg aus der Panik.

Freiburg

Katholischer Pfarrer und eine Rampensau? Priester Frederik will in der Kirche Freude versprühen

Frederik, 36, ist katholischer Priester in den Dörfern rund um Villingen. In der Kirche gehe es ihm nicht nur darum, fromme Predigten zu halten. Er wolle, dass Freude aufkommt.

So geht ihr mit dem Thema Tod um

Es ist etwas, über das wir Menschen sehr wenig wissen und doch wartet er auf jeden und jede von uns: der Tod. Jeder und jede hat einen ganz individuellen Umgang damit. Deshalb haben wir euch für #1MinuteGefühle in Heilbronn gefragt, wie es euch mit dem Thema geht.

Das Heimat-Team stellt sich vor

Heimat Team

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Sven Hauser