Vom Banker zum Pflegepapa: Marc aus Schorndorf ist der erste SOS-Kinderdorfvater in Württemberg

Marc tauscht Bankjob gegen Familienalltag: Als SOS-Kinderdorfvater in Schorndorf-Oberberken betreut er vier Kinder und gibt ihnen ein sicheres Zuhause. 

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„Im Grunde ist es wie in jeder Familie auch – nur mit etwas mehr Organisation.“ 

Vom Banker zum SOS-Kinderdorfvater in Schorndorf 

Früher arbeitet Marc als Golfclub-Manager und Bankangestellter. Doch der Job und das damit verbundene Geld machen ihn nicht glücklich. Heute lebt er als Pflegevater von drei Jungs (5, 7 & 13) und einem Mädchen (16) im SOS-Kinderdorf. 

Strukturierter Familienalltag im SOS-Kinderdorf 

Sein Alltag ist klar strukturiert: morgens weckt er die Kinder, bereitet das Frühstück vor, begleitet sie in Schule und Kita, organisiert Termine und kümmert sich nachmittags um Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten. Dabei ist er nicht allein: Zwei pädagogische Fachkräfte, ein Auszubildender und eine Reinigungskraft unterstützen ihn. Das Kernteam und die Kinder wohnen unter einem Dach zusammen. Sechs Tage die Woche ist er rund um die Uhr für die Kinder da. Ein Tag pro Woche ist frei und dazu kommen 32 Urlaubstage im Jahr.

Erzieher-Ausbildung und Eignung zum Kinderdorfvater 

Der Weg zum Pflegepapa ist aufwendig. Marc macht damals eine dreijährige praxisintegrierte Ausbildung zum Erzieher. Um als SOS-Kinderdorfvater zu arbeiten, durchläuft er ein mehrstufiges Eignungsverfahren: Gespräche mit Psychologen, Personalabteilung und Hospitationen in Kinderdorffamilien. „Man schaut genau, wie man tickt. Es gibt viele Eindrücke, viele Meinungen und das ist auch richtig so“, sagt er.

Obwohl sein Umfeld zuerst kritisch auf seinen Berufswechsel reagiert, lässt er sich nicht von seinem Weg abbringen: „Natürlich habe ich am Anfang auch schiefe Blicke geerntet. Vom Diplom-Betriebswirt zum Erzieher mit einem deutlich schlechteren Gehalt. Aber ich habe es tatsächlich nie bereut.”

Besonders wichtig ist ihm die Anerkennung für all jene, die diesen Beruf schon seit Jahrzehnten machen: „Dass ich das als erster Kinderdorf-Vater [in Schorndorf-Oberberken] mache, ist etwas Besonderes. Allerdings ist mir wichtig zu sagen, dass Frauen das seit über 60 Jahren machen. Ich mache keinen anderen Job.“

Fokus auf die Zukunft der Kinder: Langfristige und sichere Bindung 

Die Kinder kommen aus den verschiedensten Gründen ins Dorf: drogenabhängige Eltern, Schicksalsschläge oder Gewalt. Der Fokus seiner Arbeit ist die Zukunft: „Ich beschäftige mich auch tatsächlich gar nicht so arg viel mit der Vergangenheit, sondern eher damit, was ich für die Kinder tun kann, dass das die Zukunft einfach cooler wird.”

Und was passiert, wenn die Kinder erwachsen sind? „Im Endeffekt wird es zumindest von meiner Seite nie einen gezwungenen Abschied geben. Der Kontakt zu den Kindern wird bleiben.”

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