Ratten der Lüfte? Nein! Matthias rettet Tauben in Stuttgart

Teilen

Stand

Von Autor/in Nico Bähr, Joëlle Roos

Ich möchte nicht wegschauen und ich kann auch nicht wegschauen. Wir Menschen haben die Tauben gezüchtet und wir sind verantwortlich dafür, dass sie in der Stadt so ein scheiß Leben haben.

Morgens vor der Arbeit in einer Kita geht Matthias zum Feuersee in Stuttgart und schaut, ob es den Tauben dort gut geht. „Die Tauben werden krank, weil sie in der Stadt nur schlechtes Futter finden oder sie verfangen sich in Haaren und Schnüren. Wenn ich ihre Beine nicht freischneide, entzünden sie sich und sterben ab.“

„Ich komme mehrmals pro Woche mit einer Taube heim.“ Sechs Tauben beherbergt Matthias in seiner Einzimmerwohnung am Tag, als wir ihn treffen. Nicht alle passen in die dafür vorgesehenen Stoffboxen, manche finden Platz in Umzugskisten.

Eigentlich versuche ich nicht mehr als vier Tauben zu nehmen, aber im Moment sind die anderen Pflegestellen überfüllt.

Matthias päppelt die Tauben wieder auf. Die Tiere zu versorgen und die Körbe zu reinigen, kostet Zeit – rund eineinhalb Stunden pro Tag investiert Matthias in die Tauben. „Ich kann schwer sagen ‚Hey, jetzt habe ich keine Zeit‘, weil ich habe ein sehr schönes Leben, aber für die Tauben geht es ums Überleben.“

Den Tauben gibt Matthias in der Regel keine Namen. „Das ist Selbstschutz. Ich versuche zu verhindern, dass ich in das Taubenthema noch mehr Emotionen lege als ohnehin schon. Viele von den Tieren sterben und ich muss sie ja auch wieder in diese gefährliche Welt rauslassen. Es macht mich traurig, all die negativen Vorurteile zu hören und Maßnahmen wie Taubenspikes zu sehen, an denen sich die Tiere verletzen können.“ Die Stadt Stuttgart sei mit relativ vielen Taubenschlägen, in denen echte Taubeneier gezielt gegen Fakes getauscht werden, vergleichsweise fortschrittlich.

„Ich hoffe, dass die Akzeptanz der Bevölkerung für tierschutzgerechte Maßnahmen noch steigt. Wenn es mehr Taubenschläge gibt, halten sich die Tauben weniger auf unseren Balkonen und Dachböden auf – das wäre eigentlich ja auch eine Lösung für Taubenhasser.“

Elena will helfen – Russin gründet Hilfsverein für Ukraine

Elena aus Heilbronn ist Russin und hat einen Hilfsverein für Geflüchtete gegründet. Das Helfen helfe auch ihr, sagt sie.

Hanhofen

Die Liebeslehrerin – Regina leitet Deutschlands größte Tantra-Schule

Regina wächst streng katholisch auf. Regelmäßig geht sie in die Kirche und muss beichten. Ihr Vater bestraft sie hart, wenn sie sich nicht züchtig und keusch verhält. Dann lernt die Grundschullehrerin als junge Frau Tantra kennen und beginnt Seminare zu besuchen. Inzwischen leitet sie Deutschlands größte Tantra-Schule.

Das Heimat-Team stellt sich vor

Heimat Team