In dieser Schach-Männerwelt kann ich mich sehr gut behaupten.
Vor 54 Jahren spielt Hanne zum allerersten Mal mit Schachfiguren auf dem Brett. Damals ist sie 24 Jahre alt und ihr Mann vier Wochen in der Kur. Bis ihr Mann wieder zurück ist, will sie Schach lernen. 1979 ist sie dann sogar eines der Gründungsmitglieder des Schachclubs „Weiße Dame Ulm“. Bei ihren ersten Turnieren ist sie häufig die einzige Frau: „Die Männer waren in der Überzahl. Es gab wenig Frauen oder Mädchen.“
Hanne lernt früh, sich gegen ihre Gegner durchzusetzen
Von ihren Gegnern wird Hanne anfangs meist unterschätzt. Deshalb feiert sie es umso mehr, wenn sie ihre männlichen Gegner mattsetzt: „Wenn ich dann gegen die gewonnen habe, dann habe ich das auch ein bisschen gezeigt. Ich habe ‚Schachmatt‘ richtig, richtig toll betont und das haben sie dann immer nicht so gern gehört.“
Nach der langen Turnierkarriere trainiert Hanne ehrenamtlich Kinder
Heute nimmt die 78-Jährige selbst nicht mehr an Turnieren teil. Stattdessen trainiert sie Kinder im Schach. Das Spielen mit den Kindern bereitet Hanne große Freude: „Die Kinder sind so unterschiedlich und das ist einfach schön zum Sehen.“ Gegen viele Kinder gewinnt Hanne durch ihre jahrelange Erfahrung. „Ganz viele Kinder, die ich schon zwei, drei Jahre kenne, die spielen mittlerweile besser als ich, weil Kinder einfach schneller lernen.“
Dass Hanne ab und an gegen die Kinder verliert, macht ihr nichts. „Ich erlebe so viele nette Sachen und ich brauche es einfach. Ich brauche es einfach“. Und wenn ein Mädchen beim Schachclub in Ulm zur Tür hereinkommt, freut sich Hanne ganz besonders.
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