Mehr als nur Fußball und Bier: Barchefin Selly hat eine Fußballkneipe in Ulm

Selly (40) aus Ulm arbeitet, wenn andere feiern: Sie ist Chefin einer Fußballkneipe. Hinter dem Tresen hört sie einiges an Geschichten und weiß ihre Grenzen klar zu ziehen.

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Von Autor/in Berno Graf, Simone Müller

Als Chefin bin ich 24 Stunden erreichbar: Du bist im Schlafanzug daheim und hast gedacht, du hast jetzt Feierabend, dann musst du halt nochmal reinfahren.

1 Tag, 1 Job: Chefin einer Fußballkneipe 

Sellys Arbeitszeiten gehen oft bis spät in die Nacht: Dann steht sie am Tresen ihrer Kneipe, schaut, dass die Fußballübertragung läuft, schenkt Getränke aus und redet mit Gästen. Für sie die perfekte Arbeitszeit: „Ich hasse zum Beispiel die Tagesschicht. Das war noch nie meins. Auch vor 20 Jahren nicht. Bei mir muss ein bisschen was los sein, sonst langweile ich mich zu Tode. Die paar Gäste, die du tagsüber hast, trinken auch nicht so viel. Ich bin lieber zack, zack, zack. So macht es auch viel mehr Spaß.“

Eine Schicht lang haben wir Selly in ihrer Kneipe in Ulm begleitet. Welches Problem Selly nach der kurzen Essenspause erwartet und wie es ihr am Schichtende geht, seht ihr hier:

Job in der Gastro war Zufall: Chef hat sie angesprochen  

In der Gastronomie arbeitet Selly seit fast 20 Jahren. Damals spricht ihr ehemaliger Chef „Capo“ sie auf der Straße an, ob sie nicht einen Job suche. Mit einigen Unterbrechungen arbeitet sie seitdem in der Kneipe in Ulm – und übernimmt diese 2018.  

Kneipen sind für viele Menschen wichtige Orte. „Treffpunkt Tresen“ schaut sich die Geschichte der Kneipen an und warum die Kneipenlandschaft heutzutage kleiner wird:  

„Treffpunkt Tresen” Kneipen im Wandel der Zeit: Zwischen sozialem Refugium und Kneipensterben

Ganz egal ob Studenten-Kneipe oder kultiges Szenelokal: Kneipen sind bis heute wichtige Begegnungsorte. Was macht das Phänomen aus und warum ist die Kneipenkultur akut bedroht?

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Grenzen sind wichtig für Selly: Respekt erwartet sie 
In der Kneipe hat Selly viele Stammgäste, viele Menschen kennt sie seit Jahren. Auch wenn die meisten Begegnungen schön sind, hat Selly klare Regeln: „Respekt ist eines der Dinge, die ich erwarte. Das ist für mich sehr, sehr wichtig. In der Gastro musst du dich schon ein bisschen mehr öffnen als in anderen Berufen. Du hast es mit besoffenen Menschen zu tun. Dass die dich mal ein bisschen herber anreden, damit musst du klarkommen. Aber wenn jemand versucht, dich anzumachen: Das ist für mich schon respektlos. Solche Sachen akzeptiere ich auch nicht.“  

Wenn du selbst Hilfe beim Thema Drogen oder Alkohol suchst, kannst du dich an SuchtGPT wenden – einen digitalen Gesprächspartner, der durch das Bundesgesundheitsministerium gefördert wird. Ansonsten findest du z. B. Hilfe unter kenn-dein-limit.de

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Erstmals publiziert am
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Onlinefassung
Leonie Maderstein
Portrait Leonie Maderstein
Autor/in
Berno Graf
Porträt Berno Graf.
Simone Müller