Die Reise in meine Vergangenheit hat mir gezeigt, wie viel Glück ich hatte. So viele Menschen, die mich mein Leben lang begleitet und sich um mich gekümmert haben. Dafür bin ich sehr dankbar.
Shanti wird als Baby in Indien auf der Straße gefunden. Nach einem langen Krankenhaus-Aufenthalt kommt sie in ein Kinderheim. Ihre Chancen auf eine Vermittlung vor Ort sehen schlecht aus. Doch bei einer deutschen Familie im westerwäldischen Horressen findet sie ein geborgenes Zuhause.
Ihre Eltern haben ihr immer wieder angeboten, gemeinsam ihre Unterlagen anzuschauen oder nach Indien zu reisen, um mehr über ihre Herkunft zu erfahren.
Als Kind und Jugendliche hat mich das alles nicht wirklich interessiert. Ich habe mich von Anfang an als Deutsche gefühlt und wollte einfach wie die anderen Kinder im Ort sein. Mit meiner indischen Herkunft wollte ich mich nicht so wirklich beschäftigen.
Als Shanti selbst Mutter wird, ändert sich alles
Als Shanti mit 19 Jahren selbst Mutter wird, ändert sich ihre Einstellung: „Meine Tochter ist mein Ein und Alles. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie eine Mutter ihr Kind aussetzen kann. Das war für mich unbegreiflich.“ Shanti will mehr über ihre Wurzeln erfahren und reist in die Region, in der sie als Baby gefunden wurde. Sie spricht mit der Polizei und dem Krankenhaus, in der Hoffnung, Informationen zu ihren leiblichen Eltern zu finden – leider vergeblich. Sie kommt aber auch mit Frauen in Kontakt, die ihre Kinder verloren haben oder weggeben mussten.
Die Gespräche mit diesen Frauen haben mir geholfen, die Situation besser nachvollziehen zu können und zu verstehen, warum Kinder ausgesetzt werden. In Indien geht es manchmal auch darum, die Existenz eines Kindes zu sichern. Man gibt es daher vielleicht auch aus Liebe weg, damit es überleben kann.
Shanti beschließt, sich ehrenamtlich für eine Grundversorgung und Bildung für Kinder und Frauen in Indien zu engagieren. Mit ihrem Verein „Project Shanti“ versucht sie, eine Unterstützung für die Menschen zu sein.
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