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Leben im Van mit Hund und Homeoffice

Amy lebt auf 9 Quadratmetern in einem Van, arbeitet Vollzeit und wohnt dort. Ihre Geschichte zeigt, wie knapp Ein-Zimmer-Wohnungen für Singles in Großstädten wie Dortmund sind.

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Von Autor/in Andrea Wieland

Nach Feierabend geht Amy mit ihrer Hündin Feli erst einmal eine Runde spazieren. Wenn sie zurückkehrt, schließt sie keine Haustür auf – sie öffnet die Schiebetür ihres Vans. Seit fast einem Jahr ist das ihr Zuhause: neun Quadratmeter, ein Bett, etwas Stauraum, ein paar Lampen. Mehr braucht sie nicht, sagt sie. Und doch fehlt ihr etwas.

Der Weg in den Van – freiwillig, aber nicht zufällig

Eigentlich wollte die Mitte 30-Jährige nach Jahren in Mecklenburg-Vorpommern zurück nach Nordrhein-Westfalen ziehen. Eine Übergangslösung fand sie bei ihrer Mutter, doch sie merkte schnell: Sie möchte wieder unabhängig sein. Die Wohnungssuche in Dortmund begann und endete schnell wieder.

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Denn die Angebote passten nicht. Viele Inserate schlossen Hunde kategorisch aus. „Kein Haustier erwünscht“ stand so oft da, dass sie irgendwann nicht mehr zählte. Also setzte sie einen anderen Plan um: Sie kaufte sich einen gebrauchten Camper - im Winter vor etwa einem Jahr.

Als Freunde ein Wochenende im Harz verbrachten, fuhr sie mit. Minus acht Grad – und Amy war begeistert. Der Van hielt warm, sie hatte alles, was sie brauchte und plötzlich fühlte sich dieses Provisorium nach einer echten Möglichkeit an. Die Wohnungsangebote, die in diesen Tagen noch hereinkamen, schlug sie aus. Konnte man nicht auch einfach in einem Camper leben?

Amy und ihre Hündin leben im Van
Amy und ihre Hündin leben im Van Privatbesitz Amy

Wohnen auf Rädern: So organisiert Amy ihren Alltag

Sie arbeitet Vollzeit im Homeoffice. Amy testet IT-Produkte und prüft deren Qualität, bevor sie auf den Markt kommen. Und mit ihrem Van ist sie noch flexibler. Eine Dienstreise nach Hamburg mit einem Besuch übers Wochenende bei einer Freundin in Hannover verknüpfen - kein Problem. Ihr Zuhause auf Rädern fährt sie einfach dahin, wo ihr Alltag sie hinführt.

Wenn ich am nächsten Morgen einen Zahnarzttermin habe, dann fahre ich abends halt schon mal so weit wie möglich in die Nähe der Praxis.

In Dortmund steht sie in Wohngebieten, mal am Stadtrand oder auf Parkplätzen. Standgebühren zahlt sie nicht. „Die Leute merken meist nicht einmal, dass jemand im Bus wohnt“, erzählt sie. Wenn Licht zu sehen ist, halten viele es für die Reflexion einer Straßenlaterne. Der Winter lässt sich dank Dieselstandheizung und gedämmten Wänden gut überbrücken. Und Angst habe sie keine, erzählt sie. „Ich bin immer wieder woanders.“ Aktuell ist sie in Spanien, weil es sich gerade ergibt. Der Van macht es möglich.

Was ihr fehlt: eine Hood

Und doch gibt es diese einen Punkt, der verhindert, das diese Wohnsituation auf Dauer ist: „Was mir wirklich fehlt, ist eine Hood“, sagt sie. Ein Ort, an dem man die Verkäuferin im Supermarkt kennt. Das Yogastudio, in dem man mit dem Vornamen begrüßt wird. Menschen, die man zufällig trifft, weil man eben im gleichen Viertel lebt. Das mobile Leben eröffnet Möglichkeiten – ersetzt aber kein vertrautes Umfeld.

Zusammen kochen - dafür braucht man eine Wohnung. Mehr zum Thema Wohnen unter #besserwohnen.
Zusammen kochen - geht leider nicht im Van. Dafür braucht man eine eigene Wohnung. Adobe Stock ©Martine Doucet

Dortmund: Teurer Wohnraum, wenig Auswahl für Singles

Für Alleinstehende sei der Wohnungsmarkt in Deutschland schwierig, findet Amy. Während ihrer Recherche fiel ihr etwas auf, das sie bis heute beschäftigt: Zweizimmerwohnungen gab es, aber kleine, bezahlbare Wohnungen hingegen kaum. „Dabei bin ich ja gewohnt, auf neun Quadratmetern zu leben“, sagt sie und lacht. Im Frühjahr will sie es noch einmal versuchen mit der Wohnungssuche. Nicht unbedingt, weil das Vanlife ihr lästig geworden wäre. Sondern weil sie sich wieder einen Alltag wünscht, der nicht auf Rädern steht.

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Andrea Wieland