Kirche im SWR

Wie ein offenes Gespräch zeigt, warum Einsamkeit kein Randthema ist

Anna studiert Theologie und schreibt für "Kirche im SWR". Diesmal beginnt ihr Text mit dem Geständnis eines Bekannten.

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Von Autor/in Anna Schlecht, Gomaringen, Katholische Kirche

„Ich habe eigentlich keine Freunde.“

Das sagt mir ein Bekannter vor Kurzem. Und dass er sich ein bisschen einsam damit fühlt. Ich fand´s krass, dass er das so offen zugibt. Einsam zu sein, darüber spricht man ja eher nicht. Ich weiß noch früher in der Schule – da ist es super wichtig gewesen, viele Freunde zu haben. Wer die nicht hatte, galt als seltsam. Und hatte es dann natürlich noch schwerer, Anschluss zu finden.

Aber auch für Erwachsene bleibt Einsamkeit ein riesiges Thema.

Über 10 Prozent der Deutschen in meinem Alter fühlen sich einsam. Und zwar nicht, weil sie seltsam sind, sondern weil sie zum Beispiel den ganzen Tag im Homeoffice sitzen – so wie mein Bekannter auch. Oder weil sie für Ausbildung und Job in eine fremde Stadt ziehen und sich schwer tun, neue Leute kennenzulernen. Das habe ich selbst schon erlebt.

Kreuz & Quer

Sendung Kreuz & Quer - Kurz. Krass. Konkret.

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Ein Emoji ersetzt keine Umarmung

Und klar kann man heute auch mit alten Freunden über Social Media in Kontakt bleiben. Aber damit ich mich wirklich mit anderen verbunden und eben nicht einsam fühle, brauche ich mehr als ab und zu eine Whatsapp-Nachricht. Ein Herz-Emoji kann eine echte Umarmung nicht ersetzen.

Die Gefahren von Einsamkeit

Einsamsein macht aber nicht nur traurig. Auf Dauer kann es auch krank machen. Deshalb finde ich es super stark, dass mein Bekannter mir so offen erzählt hat, dass er sich einsam fühlt. Er will was dagegen unternehmen. Und ich will ihm dabei helfen. Gemeinsam wollen wir schauen, was er machen kann, um Leute kennen zu lernen. Welche Gruppen oder Vereine es in seiner Nähe gibt. Nächste Woche treffen wir uns dafür auf ein Feierabendbier. Und wer weiß: Vielleicht wird mein Bekannter ja so auch für mich zu einem neuen Freund.

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Studieren heißt: neue Stadt, neue Menschen – aber auch Einsamkeit. In Koblenz zeigt „Let’s Connect“, wie junge Erwachsene unkompliziert Kontakte finden.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Anna Schlecht, Gomaringen, Katholische Kirche
Onlinefassung
Andrea Wieland