Am Montagmachmittag war die Stimmung auf dem Trainingsplatz in Kaiserslautern wieder entspannt und fröhlich - fokussiert auf die nächsten sportlichen Herausforderungen. Die Ausschreitungen in Mannheim am vergangenen Freitag und der richtige Umgang damit war vor allem bei den Fans am Spielfeldrand Thema.
"Raketen ins Publikum zu schießen, egal wer da sitzt... es ist egal, es sind Menschen. Die sollte man nicht gefährden", sagte FCK-Anhängerin Petra Rink im SWR-Interview. Andere Fans forderten Strafen für die Verantwortlichen, einige stellten sich die Frage, wie so viel Pyrotechnik ins Carl-Benz-Stadion des SV Waldhof Mannheim gelangen konnte.
Fanprojekt-Gründer warnt vor kollektiver Verurteilung
Jörg Rodenbüsch ist auch dafür, Gewalttäter zu bestrafen. Der Gründer des sozialpädagogischen Fanprojekts beim FCK warnt aber davor, alle Fans pauschal zu verurteilen. "Es waren ja nicht nur junge Menschen im Stadion, die eskaliert haben. Es waren auch junge Menschen im Stadion, die das erlebt haben. Und mit Sicherheit waren nicht alle glücklich, das zu erleben", so der Fanprojekt-Gründer. "Und die werden wir auch ansprechen und fragen, was sind eure Sorgen, die ihr mitgenommen habt? Das macht vieles. Das ist ja unser Job."
SV Waldhof Mannheim - 1. FC Kaiserslautern Nach Ausschreitungen in Mannheim: Pyrotechnik und Gewalt im Stadion - wie lässt sich das vermeiden?
Nach dem DFB-Pokalspiel in Mannheim laufen Ermittlungen. Baden-Württembergs Innenminister lobt das Vorgehen der Polizei, die Fans üben Kritik.
Welche Konsequenzen kommen auf den FCK zu?
Sicher ist: Die Eskalation von Mannheim wird Folgen haben. Experten rechnen mit einer hohen Geldstrafe oder sogar einem Ausschluss der Fans. Aline Raber ist Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei: "Die Vereine müssen einfach in die Pflicht, in die Verantwortung genommen werden, auf finanzieller Art, um sich an den Kosten, insbesondere bei Hochrisikospielen, zu beteiligen", fordert sie. "Bei einem Spiel 1.400 Einsatzkräfte, das ist ein Wort. Und das kostet den Steuerzahler sehr viel Geld. Und da ist die Frage, muss der Steuerzahler das alles alleine tragen, oder müssen die Vereine da mit in die Verantwortung genommen werden?"
Verstörende Bilder für die Fans
Nach dem Derby am Freitagabend gibt es nicht nur viele Verletzte. Die drastischen Bilder der Fan-Krawalle dürften auch viele Fans, die Gewalt ablehnen, verstört haben. "So wie Pyrotechnik am Wochenende eingesetzt wurde, ist es ein Mittel der Gewalt", sagt Jörg Rodenbüsch. "Da sollten sich alle Institutionen zusammensetzen und gucken, was ist passiert, dass es in dieser Dimension ausgeartet ist. Unabhängig von der offensichtlichen Gewaltbereitschaft beider Fanszenen."
An dieses Derby wird man sich in Kaiserslautern und in Mannheim noch lange erinnern - aber nicht aus sportlichen Gründen.