Das war ein wirklich entspannter Pokalnachmittag für den 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Sonntag bei der RSV Eintracht Stahnsdorf. Nach 24 Minuten führten die Roten Teufel in Babelsberg mit 3:0, nach drei Premierentreffern der Neuzugänge Fabian Kunze, Mahir Emreli und Ji-soo Kim. Später trugen sich dann auch noch die Herren Hanslik, Ritter, Raschl und Tachie in die Liste der Torschützen ein. Überschattet wurde die einseitige Partie von den rassistischen Äußerungen gegen einen FCK-Spieler, mittlerweile hat die Polizei Ermittlungen gegen drei "Vollidioten" (Zitat FCK-Coach Torsten Lieberknecht) aufgenommen, der DFB und auch die FIFA haben den Vorfall auf das Schärfste verurteilt.
Aussagekraft fraglich? "Jein"
Der ein oder andere Fan mag jetzt die Aussagekraft dieses Erfolgs bei einem Fünftligisten in Frage stellen. Klar, für den Zweitligisten war es eine Pflichtaufgabe, die aber erstaunlich, wie heißt es immer so schön, seriös erledigt wurde. Erinnert sei hier an die Auftritte der Bundesligisten Borussia Mönchengladbach in Delmenhorst und des Hamburger SV beim FK Pirmasens. Beide Erstligisten konnten sich nur sehr glücklich, der HSV erst in der Verlängerung, bei den Oberligisten durchsetzen.
Hat der FCK seine Stammelf gefunden?
Was beim FCK auffiel: Trainer Torsten Lieberknecht vertraute der gleichen Startelf wie eine Woche zuvor beim 1:0-Sieg gegen den FC Schalke 04. Keine Experimente also, wobei der Stürmerneuzugang Ivan Prtajin seine Verletzung immer noch nicht auskuriert hat. Gut möglich, dass diese Elf auch im Spiel bei der SV Elversberg am Freitag (ab 18.30 Uhr im Netcast-Livestream in der Sportschau App und ab 23:10 Uhr in der ARD Sportschau) zum Einsatz kommt. Die Dreierkette mit Maxwell Gyamfi in der Mitte, flankiert von Luca Sirch (rechts) und Ji-soo Kim (links), konnte größtenteils überzeugen. Etwas aufpassen sollte allerdings der aus Osnabrück gekommene Gyamfi, der sowohl gegen Schalke als auch im Pokalspiel bereits in der ersten Halbzeit die gelbe Karte sah. In Babelsberg wurde der Innenverteidiger dann früh ausgewechselt. Florian Kleinhansl kam rein und übernahm die linke Abwehrseite, Kim rückte auf die die zentrale Position.
Mika Haas - der FCK-Aufsteiger aus dem NLZ
Auch auf der linken Außenbahn hat Torsten Lieberknecht mit dem jungen Mika Haas, Stand jetzt, seinen Favoriten gefunden. Bei der 0:1-Niederlage zum Saisonstart in Hannover erst am Ende eingewechselt, gehörte der gebürtige Kaiserslauterer sowohl beim Sieg gegen Schalke als auch im Pokalspiel zu den besten Akteuren im Trikot der Roten Teufel. In Babelsberg glänzte der 20-Jährige unter anderem auch mit zwei Torvorlagen. Auf der rechten Seite zeigte sich, nach sehr durchwachsenem Start in Hannover, Neuzugang Simon Asta stark formverbessert.
Was ist mit Naatan Skyttä?
Verwundert hat dagegen die Tatsache, dass der im Vorfeld hochgelobte Nataan Skyttä 90 Minuten auf der Bank saß - gegen Schalke durfte der Finne, nach nur wenigen Trainingseinheiten, zumindest - inklusive Nachspielzeit - für eine halbe Stunde ran. Aber auch er, für kolportierte zwei Millionen Euro vom französischen Zweitligisten USL Dunkerque gekommen, dürfte noch seine Einsatzzeiten bekommen. Vielleicht ja schon beim Nachbarschaftsduell in Elversberg. Und sollten die Verantwortlichen um Geschäftsführer Thomas Hengen und Sportdirektor Marcel Klos noch Handlungsbedarf feststellen: das Transferfenster schließt bekanntlich erst am 1. September.