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Druck, Risiko und Entscheidungen in 36 Stunden: Sportdirektor Marcel Klos gibt Vollgas beim FCK

Verletzungsschock, Last-Minute-Transfers und großer Druck: FCK-Sportdirektor Marcel Klos erklärt im Podcast, wie Entscheidungen am Betze wirklich fallen.

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Von Autor/in Sebastian Zobel, Stefan Kersthold

Wintertransferfenster, Verletzungsschock, Erwartungshaltung am Betze: Für Sportdirektor Marcel Klos waren die vergangenen Wochen beim 1. FC Kaiserslautern alles andere als ruhig. Im SWR Sport-Podcast "Nur der FCK" gibt Klos tiefe Einblicke in seine Arbeit – und erklärt, warum Entscheidungen manchmal innerhalb von 36 Stunden fallen müssen. Wie im Fall von Ivan Prtajin.

Als sich der kroatische Stürmer bei der Heimniederlage gegen Elversberg schwer verletzte, war für Klos sofort klar, was das bedeutet. "Als ich Ivan habe vom Platz gehen sehen und unser Doc die Nachricht geschickt hat, 'das sieht nicht gut aus', haben wir sofort reagiert", schildert der Sportdirektor. Noch auf der Bank habe er die Scouting-Abteilung per Handy informiert: "Jungs, alle sofort den Rechner anschmeißen – wir brauchen Ersatz."

Transfer von Mergim Berisha zum FCK schon länger geplant

Und dieser Ersatz wurde nur etwa 36 Stunden später präsentiert: Mergim Berisha. Ein Stürmer mit Bundesliga-Format, der sogar schon zwei A-Länderspiele für Deutschland unter dem damaligen Bundestrainer Hansi Flick gemacht hat. Der Transfer von Mergim Berisha, kurz vor Ende der Transfer-Frist, kam allerdings nicht aus dem Nichts. "Wir hatten ihn viel früher schon auf der Liste", erklärt Klos.

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Schon in der Woche, als der FCK Verteidiger Atanas Chernev verpflichtete, habe man gehofft, Berisha ebenfalls als Neuzugang vorstellen zu können. "Hat sich dann aber nicht ergeben. Es hat sich einfach ein bisschen gezogen." Dass der Deal schließlich kurz vor Transferschluss doch noch zustande kam, sei das Ergebnis langer Vorbereitung: "Irgendwann versucht man von der Liste die Priorität, die oben steht, umzusetzen."

FCK Sportdirektor Marcel Klos mit seinem wichtigsten Arbeitsgerät in der Transferphase
FCK Sportdirektor Marcel Klos mit seinem wichtigsten Arbeitsgerät in der Transferphase: dem Smartphone. Imago/ Jan Huebner

Warum Berisha genau ins FCK-Spiel passt

Klos beschreibt Berisha als einen "kompletten Stürmer" mit Gespür für den Strafraum. Besonders wichtig: "Wir haben sehr viele Box-Aktionen, sehr viele Flanken – da ist er vom Profil her genau der Richtige." Dabei verschweigt er das Risiko nicht: Berisha fehlt die Spielpraxis. Er kommt aus einer für ihn erfolglosen Zeit in Hoffenheim, wo er zwischenzeitlich ausgemustert wurde. Seit einem Kreuzbandriss vor zwei Jahren war er nicht mehr in Tritt gekommen. "Man muss dann immer irgendwo Abstriche machen. Ohne Risiko geht es nicht", erklärt der Sportdirektor.

Enttäuschung nach der NIederlage gegen Elversberg: FCK Sportdirektor Marcel Klos und Geschäftsführer Thomas Hengen
Enttäuschung nach der NIederlage gegen Elversberg: FCK Sportdirektor Marcel Klos und Geschäftsführer Thomas Hengen Imago/ Fussball-News Saarland

Erfolgreiches Transferfenster für die Roten Teufel

Die Transferbilanz von Klos und seinem Team in diesem Winter kann sich sehen lassen: Mit Jacob Rasmussen (RB Salzburg), Mergim Berisha (TSG Hoffenheim), Norman Bassette (Leihe, Coventry City) und Atanas Chernev (Leihe, Estrela Amadora) wurden vier Neuzugänge präsentiert. Sechs Spieler aus der zweiten Reihe haben den FCK verlassen: Tobias Raschl (Preußen Münster), Afeez Aremu (Aberdeen FC), Richmond Tachie (1. FC Magedburg), Faride Alidou (Leihe, Eintracht Braunschweig), Jan Elvedi (Leihe, Greuther Fürth) und Dickson Abiama (Leihe, RW Essen).

FCK-Fans feiern "Chefkoch" Marcel Klos

Für seine Arbeit erntet Klos bei den FCK-Fans viel Lob - weil es ihm gelungen ist, innerhalb kurzer Zeit einen adäquaten Prtajin-Ersatz zu verpflichten, die Abwehr qualitativ zu stärken und bis auf Erik Wekesser alle Spieler ohne Perspektive abzugeben. In den Sozialen Medien wird Klos als eine Art "Chefkoch" gefeiert, der den FCK-Kader auf ein neues Level gehoben hat. Klos selbst sagt dazu mit einem Augenzwinkern: "Ich habe gestern Abend gekocht, die Nudeln wurden gar nix. Das war echt grausam."

Betze-Mentalität keine Floskel

Ein zentraler Punkt der Kaderplanung ist für Klos die Frage, ob ein Spieler dem Umfeld in Kaiserslautern standhält. "Wir prüfen schon, ob er die Betze-Mentalität hat“, sagt Klos. Dazu gehören Aggressivität, Zweikampfstärke und mentale Stabilität. Entscheidend sei aber auch das persönliche Gefühl: "Ich schaue dem Spieler in die Augen – und am Ende muss das Bauchgefühl passen."

Warum Talente im Sommer gezögert haben, zum FCK zu wechseln

Offen spricht Klos über eine Sache, die ihn speziell im vergangenen Sommer überrascht hat. Damals habe er in einigen Gesprächen festgestellt, dass junge Spieler und Berater zunächst Abstand von einem Wechsel nach Kaiserslautern nahmen. Ähnliches hatte vor kurzem bereits Thomas Hengen im "Nur der FCK"-Podcast berichtet. "Viele haben gesagt: Lautern ist ein heißes Pflaster, viel Druck, volle Hütte – das kann in alle Richtungen gehen", sagt Klos. Doch dieser Eindruck beginne sich zu ändern: "Man sieht jetzt, dass Kaiserslautern auch für junge Talente funktionieren kann."

Wie die Bilanz von Sportdirektor Marcel Klos nach knapp einem Jahr in Kaiserslautern ausfällt, wie viel Risiko der FCK auf dem Weg zurück in die Bundesliga eingehen möchte und wer die Höhe des Transferbudgets festlegt, verrät er in der neuen Folge des Podcasts "Nur der FCK". Überall da, wo es Podcasts gibt und direkt über diesen Link:

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