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Wie Leon Robinson den Fußballgott vergeblich um Hilfe gebeten hat

Gegen Fortuna Düsseldorf hätte es für Leon Robinson vom 1. FC Kaiserslautern fast mit seinem ersten Profitor geklappt. Doch der Kölner Keller hatte etwas dagegen.

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Stand

Leon Robinson hatte schon so schön und ausgiebig sein Tor gegen Fortuna Düsseldorf bejubelt, als es vom Videoassistenten wieder einkassiert wurde. Im SWR Sport Podcast "Nur der FCK" berichtet er von seinem Gefühlschaos nach dem Tor: "Im ersten Moment war das für mich totale Ekstase und Freude pur, weil ich mir das schon immer gewünscht habe, mein erstes Profitor zu erzielen."

Nach seinem Jubel folgte das lange Warten. Mehr als sieben Minuten lagen zwischen dem Zeitpunkt, als der Ball im Netz zappelte und das Tor vom VAR dann doch wieder zurückgenommen wurde. "Dann stehst du an der Mittellinie und denkst, jetzt gibt es Anstoß und dann musst du erstmal warten. Es gab kleine Momente, wo ich im Kopf gedacht habe, 'bitte lieber Fußballgott, lass das Tor einfach zählen'." Doch auch der Fußballgott konnte nicht verhindern, dass das Tor wegen Abseits zurückgenommen wurde.

Die Freude war kurz - Leon Robinson freut sich über die vermeintliche 2:0 Führung in Düsseldorf
Die Freude war kurz - Leon Robinson freut sich über die vermeintliche 2:0 Führung in Düsseldorf...
Frust bei Leon Robinson nach langer VAR Überprüfung in Düsseldorf
...doch nach langer VAR-Überprüfung wurde das Tor doch wieder zurückgenommen.

VAR im Fußball - Fluch und Segen

Für Leon Robinson gehört der VAR zum modernen Fußball. Doch aus Spielersicht gibt es Verbesserungspotenzial: "Dass die Entscheidungen so lange dauern, ist immer schwer zu verkraften, weil das den Spielfluss ein bisschen hemmt." Das hat man dem Spiel der Roten Teufel in Düsseldorf auch angemerkt. Der FCK war eigentlich die klar bessere Mannschaft. Doch nach dem Abseitstor kamen die Düsseldorfer wieder besser ins Spiel und in der Folge auch zum Ausgleich.

Die Lauterer haben das Spiel im Nachgang intensiv analysiert. Leon Robinson ist der Meinung, dass sein Team - bis zur VAR-Entscheidung - eine "überragende Partie" gespielt hat. Düseldorf habe nicht wirklich am Spiel teilgenommen. Durch die lange Pause habe der Gegner die Möglichkeit bekommen, sich nochmal zu sammeln und taktisch anders auszurichten.

VAR hat Leon Robinson auch schon mal vor einem Platzverweis gerettet

So sehr Leon seinem Tor gegen Nürnberg hinterher trauert, er selbst hat auch schon deutlich vom VAR profitiert. Beim Heimsieg gegen Schalke hatte er kurz nach seiner Einwechslung schon die Rote Karte gesehen. Doch der VAR griff ein und Robinson durfte mit Gelb weiterspielen. "Das ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn der VAR für einen ist, sagt man immer, es ist alles super. Wenn er gegen einen ist, sagt man, 'was für ein blödes Gerät'."

Wenn Leon Robinson es selbst entscheiden könnte, würde er den VAR wieder abschaffen. "Wir Spieler machen auch Fehler. Wenn der Schiri einen Fehler macht, dann ist das auch so. Damit könnte ich besser leben, als dass durch den VAR die Emotionen genommen werden."

Sind die Unentschieden gut oder zu wenig für den FCK?

Gegen Nürnberg und Düsseldorf stand zuletzt zweimal in Folge ein 1:1 auf der Anzeigetafel. Sind das am Ende zwei gewonnene oder vier verlorene Punkte? Die Ambitionen beim FCK und seinem Umfeld sind bekanntermaßen höher als in der vergangenen Saison. "Wir sind immer noch in der frühen Phase der Saison, wo ich sage, wir nehmen alles an Punkten mit, was wir kriegen können", sagt Robinson. "Zwei Punkte sind besser als keine." Er verstehe aber auch, dass viele Fans es so sehen, dass das Team vier Punkte verloren hat. Man habe zweimal geführt und die Chancen gehabt, den Deckel drauf zu machen. Nichts desto trotz stehe man immer noch gut da in der Tabelle.

Nächster Gradmesser auf dem Betze: Hertha BSC

Am kommenden Samstagabend heißt es wieder: Flutlichtspiel auf dem Betze. Die Hertha aus Berlin ist zu Gast und bringt jede Menge Qualität mit. Leon Robinson hebt zum Beispiel Reese, Cuissance oder Krattenmacher hervor. Am Anfang der Saison hatte Robinson die Hertha dick auf dem Zettel, was den Aufstieg angeht. Nach Startschwierigkeiten ist der "Big City Club" inzwischen in Fahrt gekommen. Trotzdem gibt es für den Hauptstadtklub nach dem Willen von Leon Robinson in Kaiserslautern nichts zu holen: "Es ist immer noch die Festung Betzenberg, wir sind immer noch ungeschlagen dort!" Das soll auch nach Samstag noch so sein.

Was sein Team zu einer besonders guten Einheit macht, warum er keinen Neid auf Mitspieler spürt, die statt ihm in der Startelf stehen und welches koreanische Wort er gelernt hat, verrät Leon Robinson in der aktuellen Folge des SWR Sport Podcasts "Nur der FCK". Ab sofort überall da, wo es Podcasts gibt und direkt über den folgenden Link:

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